America’s Cup: Fünfter Herausforderer ist Stars & Stripes Team USA – Im Sinne von Trump

America first

Der fünfte Herausforderer für den 36. America’s Cup ist offiziell angenommen. Das zweite US-Team wird vom Match Race-Weltmeister  Taylor Canfield geführt.

Es war schon etwas ruhig geworden um die America’s Cup-Initiative von Taylor Canfield, nachdem er sich im Mai geoutet hatte.  Aber nun hat es offenbar doch noch geklappt. Sein Syndikat wurde als Stars & Stripes Team USA vom Titelverteidiger Emirates Team New Zealand und der Royal New Zealand Yacht Squadron als fünfter Herausforderer für den 36. America’s Cup 2021 in Auckland akzeptiert.

Taylor Canfield

Die Gründer des zweiten US-AC-Herausforderers Canfield (l.) und Buckley. © S&S Team USA

Das Team wurde zuletzt überwiegend von Canfields langjährigem Mitsegler Mike Buckley repräsentiert und ist nun stolz darauf, ist das erste rein amerikanische Team seit mehr als 15 Jahren zu sein.  Es geht für den Long Beach Yacht Club an den Start.

“Unser Name erweist Dennis Conner’s ‘Stars & Stripes’ Kampagnen Ehre, die jahrzehntelang den rein amerikanischen America’s Cup-Rennsport definierten. Wir sind die nächste Generation”, sagte Buckley.

Taylor Canfield

Canfield in typischer, etwas buckliger Pose, am Steuerrad. © Congressional Cup

Damit tritt der neue US-Herausforderer erst im Prada Cup gegen Luna Rossa, American Magic, Malta Altus Challenge und INEOS Team UK um später gegen das Emirates Team New Zealand antreten zu können.

Bester Match Racer

Der 29-jährige Canfield gilt als einer der besten Match Racer der Welt und stand seit 2013 mit Unterbrechungen zwei Jahre lang an der Spitze der Weltrangliste. Einmal wurde er Weltmeister. Aber besonders beeindruckend war die schnelle Adaption der M32 Katamarane, mit denen die wichtigsten Events zuletzt ausgetragen wurden. Das macht ihn auch für die Foiler des 36. America’s Cups wertvoll, auch wenn er wenig Erfahrung mit Tragflächen-Booten aufzuweisen hat.

Der von den US-Virgin stammende Skipper macht deutlich, was die jüngste Entwicklung für ihn bedeutet. “Das wird ein entscheidender Moment für das amerikanische Segeln sein…. Es war mein ganzes Leben lang das berufliche Ziel, am America’s Cup teilzunehmen. Und ich bin zuversichtlich, dass wir in Auckland sehr erfolgreich sein werden.”

Taylor Canfield

Canfield siegt mit seinem US One Team beim Congressional Cup gegen Barker und Hutchinson vom New York Yacht Club. © Congressional Cup

Tatsächlich agierte er in den vergangenen Jahren etwas glücklos in seinem Bestreben, sich optimal für den America’s Cup zu positionieren. Schon für Bermuda wäre er wohl eine gute Wahl gewesen, aber die Plätze als Skipper waren rar.

Die nationalistische Karte

Nun hat es offenbar geklappt die nationalistische Karte zu spielen. Die Idee eines rein amerikanischen Teams passt in die Zeit und vor dem Hintergrund war es wichtig, dass Canfield beim diesjährigen Congressional Cup ausgerechnet Kiwi-Skipper Dean Barker im Fnale schlug, der das Steuer der Herausforderer vom New York Yacht Club führen soll.

Donald Trump, der zu den Unterstützern der Stars&Stripes-Kampagne von Dennis Conner 1987 gerhörte – er bezahlte sogar die Sieger-Parade in New York –  dürfte die Aussage von Mike Buckley gegenüber Sail World gefallen:

“Unsere Geschichte ist die einer Gruppe von Seglern, Innovatoren und Technologieführern, die sicherstellen wollen, dass Amerika in der Welt der Sporttechnologie und des Sports an der Spitze steht. Sie kommt zu einem perfekten Zeitpunkt, wo unser Land sehr pro-amerikanisch eingestellt ist und versucht, mit der Welt in Sachen Technologie zu konkurrieren.

Offensichtlich hat der Rest der Welt zu Amerika aufgeschlossen. Wir haben in den letzten Jahren in Amerika eine Reorganisation erlebt. Die Fragen sind: Wie bekommen wir die Automobilproduktion zurück? Wie bekommen wir den Flugzeugbau wieder hierher? Wie bekommen wir die Techniker zurück? Diese Herausforderung passt in diese Geschichte und Diskussion.”

Wie genau sich das Budget zusammensetzt ist noch nicht klar. Dennis Conner hat immerhin die Benutzung des Stars&Stripes Namen offiziell abgesegnet. Auf jeden Fall soll das erste Boot schon in Michigan im Bau sein. Buckley sagt, man habe das von den Neuseeländern offerierte Design-Paket gekauft und es modifiziert. Das sei sehr hilfreich für ein spät einsteigendes Team gewesen. Nach wie vor ist der Bau von zwei AC75 geplant.

 

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „America’s Cup: Fünfter Herausforderer ist Stars & Stripes Team USA – Im Sinne von Trump“

  1. avatar Gürteltier sagt:

    Sehr gut! Da weiß man ja schonmal für wen man nicht ist 😀

    Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 2

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