America’s Cup: Herausforderer mit Oracle – Kiwis ausgeladen

Schulterschluss

Nach einem Treffen in London hat das Oracle Team USA zusammen mit den vier potenziellen Herausforderern Luna Rossa, Artemis Racing, Team France und Ben Ainslie Racing eine gemeinsame Erklärung herausgegeben.

America's Cup Kurs

AC Kurs in Bermuda. © ACEA

Demnach ist es den Parteien offenbar wichtig, wie schon bei der jüngsten Erklärung vor einer Woche, einen öffentlichen Schulterschluss zu üben. Bewusst lud Coutts dabei die Neuseeländer von dem Treffen aus. Er sagte gegenüber AP, dass er von einem anderen Team gehört hätte, dass die Kiwis, den gemeinsamen öffentlichen Weg nicht gehen wollten. Also habe er angerufen und gesagt, es sei wohl besser, wenn sie nicht kommen.

Dennoch wird fest davon ausgegangen, dass Dalton und sein Team vor dem Meldeschluss des 8. Augusts eine Herausforderung abgeben werden. Dalton hat erklärt, dass es für das Team nicht wichtig gewesen sei, an dem Treffen teilzunehmen. Man werde sich zur gegebener Zeit einbringen.

America's Cup Kurs

AC Kurs in San Diego. © ACEA

Das Statement der Teams ist dann auch nicht besonders aussagekräftig. Man wolle weitere regelmäßige Treffen abhalten, um das Potenzial des America’s Cups und seiner zukünftigen Ausgaben zu maximieren. Jedes Team dürfe ein America’s Cup World Series Event abhalten. Und wer auch immer den Cup 2017 gewänne solle mit dem Konzept der fortlaufenden World Series weitermachen.

Bermuda oder San Diego, Herausforderer stimmen zu

Außerdem verpflichten sich alle, weiterhin auf die Kostenreduktion der Cupteilnahme auch bei den zukünftigen Ausgaben zu drängen. Es werde eine Arbeitsgruppe erstellt, um schon für den 36. Cup nachhaltig zu planen. Und, besonders wichtig, alle wollen die Wahl des Austragungsortes unterstützen egal ob es Bermuda oder San Diego.

America's Cup Kurs

Windstatistiken der beiden möglichen AC Kurse. © ACEA

Zuvor waren Unmutsäußerungen zu beiden genannten Standorten durchgesickert. Und prompt meldete sich Almeida, der Vorort von San Francisco wo Artemis seine Basis bezogen hatte, mit einer Offerte zur Ausrichtung des 35. Cups. Aber diesen Spekulationen wurde durch die Aussage der Herausforderer jetzt wohl ein Ende gesetzt.

Interessant ist die Rolle der Franzosen, die offenbar unerwartet fest im Herausforderer-Prozess eingebunden sind. Die Hotel Gruppe Accor und der Flugzeughersteller Airbus sollen Sponsor-Verpflichtungen eingehen. Auch Oracle dürfte diese Entwicklung begrüßen, da die Amerikaner somit nicht auf die Kiwis als wichtigen vierten Herausforderer angewiesen sind, ohne den das aktuelle Protokoll nicht gültig wäre.

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „America’s Cup: Herausforderer mit Oracle – Kiwis ausgeladen“

  1. avatar x-claim sagt:

    Das die Neuseeländer die Sympatyträger des letzten Cups waren haben die Coutts die Welt wohl vergessen machen. Politik und Sport passt nicht gut zusammen – Sportpolitik ist da wohl keine Ausnahme…

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 10 Daumen runter 1

  2. avatar bowman sagt:

    Was für ein Theater! Ein wunderschönes Szenario: London, wo sonst sollte das Meeting stattfinden? Coutts braucht Ben Ainslie, denn ihm fehlt noch eine Meldung, um das derzeitige Protokoll aufrecht zu erhalten. Und der braucht Sponsoren (JP Morgan hat wohl keine Lust mehr), die rechtzeitig frei ins Blaue (Inselparadies?) verbindliche Zusagen machen. Grant Dalton kann er dabei nicht gebrauchen, dass der nicht mitmacht bei so was wusste RC sowieso. Und Dalton kann ruhig zusehen, wie der Druck auf Coutts wächst – alle Meetings vor Ablauf der Meldefrist sind Makulatur. Erst dann, wenn der CoR und die Challenger feststehen, gilt es: dann sind alle Challenger dabei in den Meetings und dann kommen (hoffentlich) auch von Max Sirena wieder andere Töne, wie wir sie kennen.

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