America’s Cup: Lohnkürzung bei Luna Rossa – Spenden für Beatmungsgeräte

"Stolz, wie das Team reagiert"

Das italienische America’s Cup Team Luna Rossa hat bei seinen Teammitgliedern einen Lohnverzicht durchgesetzt. Ein Teil des Geldes soll für medizinische Geräte ausgegeben werden. 

Das Luna Rossa Team bei einem Meeting in Cagliari. © Luna Rossa

Das Team von Luna Rossa Prada Pirelli hat einem Lohnkürzungsplan zugestimmt. Laut Pressemitteilung will man damit “der wirtschaftlichen Situation gerecht werden, die Italien und die ganze Welt derzeit belastet.” Luna Rossa lasse sich bei dieser Initiative  von einem Geist der Verantwortung und Solidarität für die Region leiten, die sie beherbergt. Deshalb hätten die Teammitglieder auch beschlossen, einen Teil der gesparten Summe zu spenden, um die Krankenhäuser der Region Sardinien in ihrem Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen.

Die Gesamtsumme der Spende wird für die Anschaffung von fünf Lungenbeatmungsgeräten für die bedürftigsten ATS-Krankenhäuser verwendet, je nach der Anzahl der Patienten, die unter kritischen Bedingungen ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Ein Teil des technischen Personals im Team von Luna Rossa Prada Pirelli war auch an der Herstellung von Schutzvisieren beteiligt, um die bereits an die Krankenhäuser in Cagliari gesandten Lieferungen zu integrieren.

Teamchef und Skipper Max Sirena sagt: “Das ist unsere Gelegenheit, all jenen an der Frontlinie dieser Schlacht, die sich jeden Tag mit Mut und Engagement dem Kampf stellen, unsere Freundschaft und Dankbarkeit auszusprechen. Ich bin sehr stolz darauf, wie das Team reagiert hat; diese wichtigen Initiativen wären ohne die Hilfe aller nicht möglich gewesen. Wir fühlen uns Cagliari und Sardinien sehr verbunden, wo wir mit unseren Familien unsere Basis errichtet haben. Hier fühlen wir uns sehr zu Hause”.

Angespannte finanzielle Situation

Inwieweit die Lohnkürzung auch ein Zeichen für eine angespannte finanzielle Situation beim Haupt-Geldgeber Patricio Bertelli ist, ist aus der Mitteilung nicht zu erkennen. Aber es wäre wahrscheinlich. Prada hatte in den vergangenen Jahren gut verdient und die Kriegskasse war so gut gefüllt, dass sich Bertelli in sein fünftes America’s Cup-Abenteuer stürzen konnte. Aber nun gehört die Modebranche zu den großen Verlierern der aktuellen Situation. Bei geschlossenen Geschäften lässt sich nicht viel verkaufen.

Dazu kommt für Luna Rossa das Problem, dass man zwar auf Sardinien eher abseits vom Epizentrum der italienischen Gesundheitskrise residiert, aber die Werft Persico und zahlreiche Zulieferer für den Bau der neuen Yacht ihren Sitz im norditalienischen Bergamo haben. So sollen die Arbeiten an dem neuen AC75 Schiff still stehen. Luna Rossa könnte von den vier Cup Teams also am härtesten von der Krise getroffen werden.

Allerdings hat es auch die Konkurrenz schwer. In Neuseeland herrscht immer noch das stärkste Gefahrenlevel 4 vor. Segeln ist nicht erlaubt, bis die Regierung die Restriktionen auf Level 2 heruntergeschraubt hat. Und das wird nicht vor einem Monat erwartet

Auch Briten und Amerikaner dürfen in ihren vom Coronoavirus schwer gebeutelten Ländern bisher nicht segeln. Aber es ist ihnen wohl unter Auflagen gestattet, an ihren Neubauten zu werkeln.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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