America’s Cup Neapel: Katamaran Action ab 14 Uhr hier live

Beste Unterhaltung

Neun Teams segeln bei der America’s Cup World Series um die Goldene Ananas. Aber die Regatta dürfte die beste live Übertragung sein, die der Segelsport zu bieten hat.

Die AC45 Flotte beim Training vor Neapel.

Die AC45 Flotte beim Training vor Neapel. © ACEA / PHOTO GILLES MARTIN-RAGET

Eigentlich sollte die America’s Cup World Series das Schaufenster des America’s Cups sein. Nah dran am Geschehen, live Action vor Zuschauer-Massen. Die Teams, die 2013 um den America’s Cup segeln, hätten beim großen Showdown noch einmal mit gleichen Waffen (AC45) gegeneinander antreten sollen. Aber die Rennen ab heute um 14 Uhr haben sportlich dann doch nur eine überaus begrenzte Bedeutung. Nur wenige A-Teams treffen auf B- und C-Mannschaften.

Das Team New Zealand ist in Bestbesetzung angerückt, wie auch die Italiener von Luna Rossa. Die wollen es bei ihrem Heimspiel schaffen, dass wenigstens ein Minimum an America’s Cup Begeisterung nach Europa gelangt.

Es geht längst nicht mehr um Höflichkeit

Sehr höflich ist es dabei nicht, dass James Spithill und Russell Coutts nicht die Pinnen ihrer Katamarane übernehmen. Aber um Höflichkeit geht es im America’s Cup Jahr längst nicht mehr. So hatten zuvor eigentlich die Neuseeländer angekündigt, bei der Pflicht-Veranstaltung in Neapel nur den Jungstar Beter Burling (49er Olympia Silber) mit seinem Jugendteam starten lassen zu wollen.

Die Italiener zeigen schon beim Training ihre Segelbegeisterung in Neapel.

Die Italiener zeigen schon beim Training ihre Segelbegeisterung in Neapel. © ACEA / PHOTO GILLES MARTIN-RAGET

Die Amerikaner regten sich auf und schickeen nun ihrerseits ein B-Team, bei dem erstmals Laser-Olympiasieger Tom Slingsby steuern darf. Oracle Mann Ben Ainslie vertritt wie geplant sein eigenes BAR Team.

Die Kiwis entschieden sich aber wieder um und besetzten ihren Kat dann doch mit Barker und Co. Sie haben allerdings auch eine Wartezeit zu überbrücken, während ihr Material per Frachter von Auckland nach San Francisco geschickt wird. Genauso ergeht es dem Luna Rossa Team. Sinnvollere Zeit als in Neapel können sie gerade im Hinblick auf den Louis Vuitton Cup  nicht aufwenden.

AC45 bringen nichts fürs Tragflächen-Segeln

Problematisch für die Cupteams ist es, dass die erwartete Flautensegelei in Neapel auf den kleinen Kats vermutlich wenig für die Leistungsfähigkeit auf den AC72 bringt. Denn die Leistungsfähigkeit der großen Katamarane liegt voraussichtlich so weit auseinander, dass weniger enge Manöver und taktische Finessen über Sieg und Niederlage entscheiden als das Beherrschen der Tragflächen-Technik. Es wird um den reinen Speed gehen.

Local Hero Francesco Bruni

Local Hero Francesco Bruni darf erstmals einen AC45 für Luna Rossa steuern. © ACEA / PHOTO GILLES MARTIN-RAGET

Da hat Oracle viel aufzuholen nach seinem Kentersturz im vergangenen Jahr. Und auch der Challenger of Record Artemis, der in letzter Minute seine Strategie hin zum Foilen gewechselt hat, muss das Fliegen in den Griff bekommen. Das schwedische Team hat deshalb tatsächlich nur sein Youth America’s Cup Team um den 49er-Segler Charlie Ekberg (23) geschickt und auf sein zweites Boot verzichtet.

Neu bei der AC World Series ist das Red Bull Team um die österreichischen Doppel-Olympiasieger Roman Hagara und Hans Peter Steinacher, die durch den Red Bull Sponsor Deal immer enger in das AC Projekt hineingezogen werden. Die Katamaransegler zeigten zuletzt eine deutlich ansteigende Form bei der Extreme Sailing Series, bei der sie zwei zweite Plätze belegten. Es wird spannend, wie sie sich mit den Flügelkatamaranen schlagen. Sie starten unter Amerikanischer Flagge mit dem Teamnamen HS Racing.

Booth nach Rauswurf wieder bei Chinesen

Wenige Chancen werden dem reaktivierten Katamaran-Spezialist Mitch Booth mit dem Team China eingeräumt, der schon wegen mangelnder Leistung aus dem Team flog und seitdem als Rennkommentator fungierte. Er soll jetzt mit noch mehr unerfahrenen Chinesen an Bord für Überraschungsmomente sorgen.

Besser präpariert dürfte Loick Peyrons Energy Team sein, für das wieder Yann Guichard an der Pinne sitzt. Der Franzose, dessen Freundin Donna Bertarelli den schnellsten Offshore Multihull der Welt “Banque Populaire” gekauft hat, konnte schon mehrfach mit den AC45 groß auftrumpfen, führt jetzt aber ebenfalls das Engery Youth America’s Cup Team an die Spitze heran.

Besonders heiß ist allerdings wieder einmal Ben Ainslie, der zwar von Oracle bezahlt wird aber immerhin mit seinem eigenen Team auf die große Bühne darf. Sobald Oracle seinen zweiten AC72 Katamaran fertig hat, darf er auch beim Two Boat Testing den Mega Kat steuern, aber ansonsten muss er sich vorerst mit der Rolle im Schatten von Spithill und Coutts begnügen.

Sang und klanglos ausgeschieden ist das Korea Team, das lange Zeit noch als offizieller Herausforderer geführt wurde.

Das Format sieht für Donnerstag drei Match Races und zwei Fleet Races vor.

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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