America’s Cup: Peter Burling äußert sich zum Barker Rauswurf – Hält er dem Druck stand?

"Hoffentlich ist Dean an Bord"

Ob Peter Burling so richtig weiß, was ihm gerade geschieht? Der 24-Jährige segelt in Auckland bei einer 49er Regatta und wird von dem Wirbel um den America’s Cup überrascht.

Peter Burling

Peter Burling, der beste Schnellsegler der Welt. © Thierry Martinez./Moth Worlds

Burling ist nicht gerade als Strahlemann der Szene bekannt. Er bekommt die Zähne nicht so richtig auseinander – auch wenn er spricht – scheint häufig versunken in seine Gedanken und besitzt längst nicht die Aura der großen Seehelden.

Ben Ainslie war einmal so. Er hatte große Erfolge im Olympischen Segeln, dann holte ihn Peter Gilmour für das US Team One World in die Welt des America’s Cups und Ainslie scheiterte. Reumütig drehte er eine weitere Schleife über das Olympiasegeln und entwickelte zu einem eloquenten Segelstar und jetzigen America’s Cup Teamchef.

Das veränderte Haifischbecken

Blair Tuke und Peter Burling mit der 49er Silbermedaille in London.

Blair Tuke und Peter Burling mit der 49er Silbermedaille in London.

Wird es Burling genauso gehen? Ist es noch zu früh, in das Haifischbecken America’s Cup einzusteigen?

Die erste große Bewährungsprobe vor dem Mikrophon (Video oben) nach der unwürdigen Auseinandersetzung beim Team New Zealand mit Dean Barker besteht er.

Mit ehrlichem Respekt spricht er über seinen Vorgänger und lässt sich nicht aufs Glatteis führen. “Hoffentlich ist Dean an Bord.” Burling scheint die Situation zu meistern. Er kann aus einem großen Selbstbewusstsein schöpfen, verweist auf seine 49er Erfolge und kann sich sicher sein, dass sie auch direkt für den America’s Cup helfen.

Das war nicht immer so. Ein Ainslie hatte es schwerer. Die Zeiten haben sich geändert. Damals lag das durchschnittliche Alter eines America’s Cup Segler deutlich über dem jetzigen. Die großen, alten Männer des Sports hatten das Sagen. Sie standen gerne mit verschränkten Armen im Achterschiff und gaben den Weg vor. Junge Nachrücker mussten sich erst geduldig ihre Sporen verdienen.

Kurbeln, schwitzen, heizen

Auf den neuen  Tragflächen-Katamaranen wird gekurbelt, geschwitzt, geheizt. Physis und Reflexe sind gefragt. Die Segler sind jünger. Peter Burling verkörpert diese neue Art des Cupseglers, der sich gerade erst nach den Erfahrungen von 2013 herausbildet, perfekt.

Der Abstand zur Olympiaszene ist deutlich geringer geworden. Man muss keine Lehrzeit mehr auf großen Yachten und im Match Race Circuit absolvieren. Diese Erfahrungen helfen, aber der Fokus liegt mehr auf der Fähigkeit, diese neuen fliegenden Sportgeräte optimal über den Kurs zu bewegen.

Peter Burling

Peter Burling bei der Extreme Sailing Series, bei der er auf Anhieb schon gute Impulse setzen konnte. © Chris Cameron/TNZ

Genauso wie im 49er. Wer könnte da besser passen als der zurzeit mit Abstand beste 49er Steuermann. Die vergangene WM hat er mit einem Vorsprung von unglaublichen 46 Punkten gewonnen. Überlegen fiel auch der jüngste Sieg bei der Moth Weltmeisterschaft aus, bei der die gegnerischen America’s Cup Steuerleute ebenfalls am Start waren.

Der Überflieger

Burling ist ein absoluter Überflieger. Zweimal holte er den 420er WM Titel (2006/07) und war in Peking als 470er Vorschoter von Carl Evans mit 17 Jahren der jüngste neuseeländische Olmpiateilnehmer aller Zeiten. Schon vier Jahre später holte er als 49er Steuermann Silber in London und ist seitdem in dieser Klasse ungeschlagen.

Außerdem hat er mit Blair Tuke einen Mann zur Seite stehen, der fast ebenso gut ist. 2014 verwies er seinen Steuermann als Zweiter bei der A-Cat auf den Bronze-Platz und bei der Moth WM wurde er nach nur drei Monaten Training Sechster.

Zusammen holten die beiden mit dem Team New Zealand 2013 den Youth America’s Cup mit den AC45 in San Francisco. Tuke steht Burling auch beim Team New Zealand zur Seite. Beide sind gut befreundet. Sie werden das neue junge Gesicht des Teams prägen und könnten eine neue Dominanz der Neuseeländer als beste Segler der Welt einläuten.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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