America’s Cup: Schaden beim Schleppen wirft Artemis zurück

Nächster Rückschlag

 Die Hiobsbotschaften aus dem die America’s Cup Lager reißen nicht ab. Nun hat der schwedische Challenger of Record Artemis Racing seine Taufe verschoben, weil bei Strukturtests im Schleppmodus Geräusche gehört worden seien. Das Team berichtet, dass ein Schaden am vorderen Beam aufgetreten sei.

Der Artemis AC72 erleidet Schäden beim Schlepptest in San Francisco. © Sander van der Borch / Artemis

Der Artemis AC72 erleidet Schäden beim Schlepptest in San Francisco. © Sander van der Borch / Artemis

Dieser Vorfall verzögere das geplante Segelprogramm erneut. Artemis COO Laurent Esquier sagt, dass es eine große Verantwortung sei, diese Boote erst zu Wasser zu lassen, wenn man sich der Haltbarkeit der Struktur absolut sicher sein könne. Man befinde sich schließlich in fast allen Bereichen auf unbekanntem Gebiet.

CEO Paul Cayard kommentiert: “Alle Teams erleiden Rückschläge. Aber der entscheidende Faktor wird sein, welches Team am besten zurückschlägt.”

Der Artemis Kat wird wieder in die Halle geschoben. Die Schwert-Konfiguration ist schwer zu erkennen. © Sander van der Borch / Artemis

Der Artemis Kat wird wieder in die Halle geschoben. Die Schwert-Konfiguration ist schwer zu erkennen. © Sander van der Borch / Artemis

Artemis war das erste Team, das mit einem AC72 Flügel segelte. Es testete ihn schon im Mai in Valencia auf einem modifizierten 60 Fuß Trimaran, beschädigte ihn dort aber erheblich. Dieser Schaden soll ein schwerer Rückschlag gewesen, der das Timing der des Teams um Skipper Terry Hutchinson erheblich verzögerte.

Der aktuelle Schaden am Beam ist bei Schlepptests erfolgt. Die Bilder zeigen absolute Flaute und wenig Wellengang. Eigentlich sind die Katamarane nicht auf die Zugbelastung eines Motorbootes ausgelegt. Deshalb wurde wohl eine Art Mast geriggt, um die Kräfte besser aufnehmen zu können. Es ist aber ein Rätsel, wie der vordere Beam Schwierigkeiten machen konnte.

Terry Hutchinson kann endlich an der Pinne des großen Kats stehen, wenn auch nur im Schleppmodus. © Sander van der Borch / Artemis

Terry Hutchinson kann endlich an der Pinne des großen Kats stehen, wenn auch nur im Schleppmodus. © Sander van der Borch / Artemis

Wenig Aufschluss geben die neuen Bilder auch über das Schwert-System. Es war spekuliert worden, ob Artemis hinter einer Anfrage an das AC Vermessungskomitee bezüglich einer neuartigen Foil-Konfiguration stecken könnte. Auf den freigegebenen Fotos ist davon allerdings nichts zu sehen. Nicht einmal ein L-Flügel zum Abheben wird gezeigt.

Wie schwer der aktuelle Rückschlag für Artemis wirklich ist, kann schwer abgeschätzt werden. Aber es ist schon erstaunlich, dass Cayard und Co so spät mit ihrem Programm dran sind. Ist es vielleicht Taktik? Lernen aus den Fehlern der anderen? Erst die Konkurrenz begutachten und dann selber reagieren?

Ein kleiner Mast steht immerhin schon zum Auffangen der Schleppkräfte. Artemis zeigt zwei Grinder statt drei bei der Konkurrenz.  © Sander van der Borch / Artemis

Ein kleiner Mast steht immerhin schon zum Auffangen der Schleppkräfte. Artemis zeigt zwei Grinder statt drei bei der Konkurrenz. © Sander van der Borch / Artemis

Am Geld dürfte die Verzögerung nicht liegen. Der gebürtige Schwede Torbjörn Tornquist hat es mit dem Unternehmen Gunvor in der Ölbranche zu Reichtum gebracht auch wenn er öffentlich Medienberichte bestritt, dass sein Unternehmen als Jahresgewinn mehrere Milliarden US-Dollar Gewinn mache. Es seien nur mehrere hundert Millionen.

Gunvor kam in die Schlagzeilen, als die WELT berichtete Wladimir Putin sei an Gunvor beteiligt. Der Russische Präsident und Tornquist selber bestritten das allerdings.

Tornquist ist als leidenschaftlicher Segler bekannt, der beim Audi Med Cup auf seiner TP52 stark segelte und in der RC44 Klasse als Owner Driver für gute Erfolge sorgte.

Weitere Land- statt Segel-Arbeit ist beim Artemis Team vonnöten, bevor es sich wieder aufs Wasser traut. © Sander van der Borch / Artemis Racing

Weitere Land- statt Segel-Arbeit ist beim Artemis Team vonnöten, bevor es sich wieder aufs Wasser traut. © Sander van der Borch / Artemis Racing

Artemis Tests mit dem neuen Flügel auf einem Trimaran in Valencia scheiterten im Mai.  © Sander van der Borch / Artemis Racing

Artemis Tests mit dem neuen Flügel auf einem Trimaran in Valencia scheiterten im Mai. © Sander van der Borch / Artemis Racing

Das gebogene Artemis Schwert vor der aufgehenden Sonne.  © Sander van der Borch / Artemis Racing

Das gebogene Artemis Schwert vor der aufgehenden Sonne. © Sander van der Borch / Artemis Racing

 

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden
http://blueocean.berlin/magicmarine-team-werden/

5 Kommentare zu „America’s Cup: Schaden beim Schleppen wirft Artemis zurück“

  1. avatar AC90 sagt:

    Das ist doch alles nur noch ein gespielter Witz. Ein Megamillionen-Dollarformat und die schleppen ihren Schlitten kaputt.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 1

    • avatar Stumpf sagt:

      Nein. Es ist der America’s Cup!

      Jetzt erzähl mir mal einer, dass es früher besser war.

      Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 2

      • avatar AC90 sagt:

        Interessante und auch bekannte Beispiele die du da ausgekramt hast. Allerdings sind die Schäden unter Segellast und/oder unter erheblichen Wellengang entstanden, und nicht, wie im Fall Artemis, bei Schleppversuchen und totaler Flaute.

        Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

    • avatar Stumpf sagt:

      oder fairer…

      Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 1

  2. avatar downburner sagt:

    Die Aussies versenken den Schrott kompromisslos, Larry sammelt alles wieder ein!

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *