America’s Cup: Sorgen um INEOS Team UK – Ist Ainslies Cupper wirklich eine “lahme Ente”?

Die ersten Duelle

Das INEOS Team hat erst am dritten Trainingstag vor dem Donnerstag beginnenden Christmas-Cup in den ersten Vergleich gegen die Konkurrenz absolviert. Dabei sah Ben Ainslie nicht gut aus.

Die britischen America’s-Cup-Fans machen sich Sorgen. Das INEOS Team UK hat bei den ersten Trainingstagen vor Auckland Schwächen gegenüber der Konkrrenz gezeigt. Gestern und heute zeigten sich Probleme, bei leichtem Wind in den Flugmodus zu kommen. Ainslie konnte sich kaum auf den Foils halten.

Der elektronisch definierte Sicherheitsbereich rund um die AC75. Kontakte in diesem Bereich werden bestraft.

Die ersten Vergleiche sind Wasser auf die Mühlen der Beobachter, die behaupten, dass der britische Cupper aktuell nicht konkurrenzfähig ist. Das erste Trainingsrennen am Donnerstag brach INEOS ab, nachdem Luna Rossa einen Vorsprung von mehr als 30 Sekunden herausgesegelt hatte.

Danach blieben sie zwei Tage lang blieben sie in der Halle, weil es ein Problem mit dem Mast oder/und ein Hydraulik-Problem gegeben haben soll.

Der langjährige Cup-Spezialist und jetzige Blogger Magnus Wheatley schrieb:

“Man stelle sich das Gefühl vor, wenn man gerade 120 Millionen Pfund von jemand anderem verprasst, die besten Segler des Planeten versammelt hat, einen oder zwei Supercomputer eine Milliarde Datenpunkte pro Tag messen lässt und immer noch weit von der Geschwindigkeit der Gegner entfernt ist.”

Ob das wirklich so ist? Die Leistungsfähigkeit der Briten scheint sich tatsächlich noch nicht auf Höhe des Verteidigers Emirates Team New Zealand zu bewegen. Aber die Kiwis dominieren derzeit aber auch alle anderen Herausforderer vor Auckland.

Luna Rossa und American Magic im Vergleich. Die Amerikaner überholen auf dem Vorwindkurs:

Dahinter scheint vorerst Luna Rossa zu rangieren. Die Italiener gewannen gestern ein einigermaßen aussagekräftiges Rennen gegen die Amerikaner. American Magic sah aber heute auch gegen die Kiwis gut aus.

American Magic im Zweikampf mit Luna Rossa. © Sailing Energy / American Magic

Ainslie und seine Männer waren heute ernsthafter im Einsatz und sollen sich auf gerader Strecke durchaus schnell gewesen sein. Aber bei den Manövern zeigten sie Schwächen.
Kritiker Wheatley will zwar schon von Unstimmigkeiten im Team gehört haben. Ob es mehr als ein Gerücht ist, lässt sich aber schwer sagen. Teamsprecher weisen die Vorwürfe zurück.

© Sailing Energy / American Magic

Ab Donnerstag wird sich mehr über die Leistungsfähigkeit der Teams sagen lassen. Aber auch diese Rennen müssen noch nicht viel aussagen. Denn anders als in den Jahren zuvor, zählt die America’s Cup World Series nicht für den im Februar beginnend echten Wettkampf. Bis zum Start das Prada Cups ist also auch für die Briten noch Zeit, an ihrer technischen Abstimmung zu feilen.

Die Rennen sind frei per YouTube-Kanal, Facebook oder auf der America’s Cup Webseite zu verfolgen.

Die ausführliche Preview:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

2 Kommentare zu „America’s Cup: Sorgen um INEOS Team UK – Ist Ainslies Cupper wirklich eine “lahme Ente”?“

  1. avatar LahmeEnte sagt:

    Interessant, zwei Veranstaltungen im Vergleich zu sehen…
    America’s Cup: Sinnloses, dummes Verprassen von Geld mit einer Öko-Bilanz jenseits von Gut und Böse. Da segeln ein paar von Luxus-Marken finanzierte Menschen auf Dingern, die nicht mehr wie Yachten aussehen und haben so null mission. Außer Umwelt versauen. Während es früher im AC irgendwie noch echte Geschichten gab mit Drama, Eleganz und Persönlichkeiten, ist da nur noch kalte Technik, die dem Carbon auf dem man unterwegs ist alle Ehre machen. Auf dem Weg dahin, unbedingt, eine ähnlich TV-attraktive Veranstaltung zu schaffen wie die Formel 1, ging so ziemlich alles an Seele verloren…

    Dagegen:
    Vendee Globe: Echte Heroes, Herausforderung auf den Ozeanen, geile Boote und alle Segler(innen) mit einer Mission unterwegs. Von Boris mit seinem Kampf gegen die Klimakrise bis Sam Davies mit Initiatives Coeur bewirken alle Teilnehmer etwas. Grandios.

    Fazit: Der AC steht gerade während so einer Pandemie komplett nackt da und passt null mehr in die Zeit. Bei mir verursacht er nur noch Ekelgefühl…. Ignore-Button drücken und ausblenden. Die Vendee Globe hingegen… Wow. Ich hoffe, dass Boris mit seiner Botschaft zur Rettung der Ozeane weiter durchdringt. Fantastisches Rennen!

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 17 Daumen runter 28

    • avatar PL_nikolaus.knabl sagt:

      Nun, man muss es ja erstmal sehen, um beurteilen zu können dass es Scheisse ist.
      Bis jetzt waren viele bei den letzten AC-Ausgaben skeptisch, z.B. bei den foilenden Monster-Cats.
      Am Ende wurden es die spannendsten Rennen die man je gesehen hat.
      Und wo wenn nicht beim AC kann der Segelsport mehr oder weniger unabhängig von Geld die technischen Grenzen ausloten und zeigen was heutzutage möglich ist?
      Auch wenn da mal daneben gegriffen wird: Solche Formate sind wichtig, um erkennen zu können, ob und wie neue Wege begangen werden können.
      Gleichzeitig stehen auch noch die größten Taktiker und Matchracer der Welt am oder neben dem Ruder und das verspricht viel eindrucksvolles Segeln.

      Bei der Vendee wird auch viel Geld verblasen. Und letzten Endes rauschen die dann auch oft auf einen Container und das wars. Hinterfragen kann man alles. Aber solange es nicht unser Geld ist, kann es uns ja herzlich egal sein. Natürlich könnten solche Summern sozialer und für die Allgemeinheit investiert werden.
      Aber noch viel mehr Geld wird für noch viel größeren Unsinn ausgegeben. Da ist mir der Cup schon um einiges lieber… Ich freu mich drauf!

      P.S.: Früher war alles besser, aber irgendwann ist “jetzt” auch mal “früher” 😉

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 22 Daumen runter 2

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