America’s Cup Streit: Neuseeländer knicken ein – Erster Speed-Vergleich Italien vs USA

Jetzt doch...

Der America’s Cup kann offenbar wie geplant auch direkt vor Auckland stattfinden. Die Hafenbehörde der Stadt hat im Streit um die Kurse nachgegeben. Derweil ist es zu einem ersten Showdown auf dem Wasser gekommen.

Die beiden Rennkurse vor Auckland waren gestrichen worden. © America’s Cup Media

Im Streit um die America’s Cup-Rennstrecken haben sich die Herausforderer gegen die neuseeländischen Cup-Verteidiger durchgesetzt. Per Pressemitteilung informiert das Emirates Team New Zealand, dass der Prada-Cup für die Challenger nun doch auch auf den Kursen direkt vor Auckland stattfinden darf.

Zuvor hatte die Hafenbehörde den Herausforderern verboten, ihre Vorrundenrennen auf den dortigen “Stadionkurse” genannten Gebieten direkt vor den Zuschauern abhalten zu dürfen, wo die finalen Cup-Rennen gegen das Team New Zealand stattfinden sollen. Damit wäre den Challengern der wichtige Vorteil abhanden gekommen, Regattapraxis auf dem Cup-Kurs zu sammeln. Erst für die jeweiligen Finals wären die Schiffahrtsrouten vor Auckland für die Cupper gesperrt worden.

Auf diese Ansicht vor der Auckland-Silhouette müssen die Cup-Fans nun wohl doch nicht verzichten. © ETNZ

Die Schlichtungskommission hatte geurteilt, dass der Prada-Cup wie auch der America’s Cup auf dem selben Kurs abgehalten werden müssen. Grant Dalton reklamierte, dass der Challenger of Record schon im März auf dieses Recht verzichtet hatte und wollte erneut das Arbitration-Panel anrufen. Aber mindestens eine Gegenstimme der Herausforderer verhinderte diesen zweiten Schlichtungsprozess.

Foiler statt Kreuzfahrtschiffe

Nun ist durch eine Neubewertung der Hafenbehörde wieder Bewegung in den Streit gekommen. CEO Tony Gibson sagt per Pressemitteilung:

“Wir wollten, dass die Öffentlichkeit die Rennen des America’s Cup so gut wie möglich genießen kann, daher haben wir uns erneut mit den Auswirkungen der Rennen auf den Betrieb des Hafens befasst.

Die Situation hat sich seit Januar erheblich verändert. Da Kreuzfahrtschiffe Auckland nicht mehr besuchen dürfen, glauben wir nun, dass wir den Frachtbetrieb trotz einer Sperrung des Schifffahrtskanals für die Rennen erfolgreich bewältigen können. Wir werden mit den Reedereien zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass es nur minimale Auswirkungen auf ihren Frachtbetrieb gibt. Wir freuen uns sehr, die Veranstaltung auf diese Weise unterstützen zu können”.

Warum er nicht vor der Eskalation des Streits zu diesem Ergebnis gekommen ist, ließ Gibson offen. Nun aber wurde offenbar der Druck zu groß, dass der erhoffte positive Werbeeffekt für den Tourismus ausbleibt, wenn die AC75 nicht vor dem Hintergrund Aucklands um die Wette rasen. Aber es war klar, dass sich die Herausforderer nicht ohne Widerstand von den Cup-Kursen verbannen lassen würden.

Neuer Ärger

Derweil droht neuer Ärger, weil auf dem Cup-Revier schon ein eigentlich unerlaubter Speed-Vergleich der Challenger stattgefunden hat. Im Protokoll für den 36. America’s Cup heißt es klar ” es darf kein Segeln oder Testen von Yachten der AC75 in koordinierter Art und Weise stattfinden…”. Aber Luna Rossa und American Magic haben erstmalig die Klingen gekreuzt.

Richard Gladwell vom Magazin Sail-World beschreibt, wie Luna Rossa bei seiner erst vierten Trainingseinheit offenbar nicht zufällig mit den Amerikanern zusammentraf. Bei Windbedingungen über dem 23.5 Knoten Windlimit absolvierten beide Teams mehrere Vergleichsfahrten. Gladwells Urteil: Es gab keinen wirklich erkennbaren Leistungsunterschied zwischen den Booten.

Man weiß natürlich nicht, wie sehr sich das eine oder andere Team aus taktischen Gründen zurückgehalten hat. Aber dieses erste Aufeinandertreffen deutet darauf hin, dass die Cup-Regatten spannender werden könnten, als viele Beobachter bisher erwartet haben.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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