America’s Cup: Tom Slingsby unterschreibt bei American Magic – Veredelung einer Karriere

Die Krönung

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Tom Slingsby (37) endlich einen Steuermann-Job im America’s Cup ergattern würde. Er gilt als der dominierende Foiler-Pilot der vergangenen Jahre.

Tom Slingsby zeigt sein ansteckendes Siegerlächeln. © Matt Knighton for SailGP.

Als Tom Slingsby im Dezember 2021 zum Rolex World Sailor of the year gekürt wurde, rümpfte manch ein Betrachter der Segelszene die Nase. Wie kann in einem Olympia-Jahr kein Goldmedaillen-Gewinner ganz oben stehen? Stattdessen ein Moth-Weltmeister und SailGP-Sieger?

Aber bei der Wahl zum besten Segler der Welt gehen immer mehr auch Sympathiewerte ein. Und auf diesem Feld kann kaum ein Profi so punkten, wie der Australier. Keinen umgibt eine solch freundliche Aura, wie Slingsby, den Mann mit dem breiten Dauerlächeln.

Aussie-Skipper Tom Slingsby nach seinem großen Erfolg beim ersten SailGP. © Sam Kurtul / www.worldofthelens.co.uk

Viele Gegner mussten erfahren, dass sein Lächeln nicht mit Schwäche verwechselt werden darf. Die notwendige Wettkampfhärte holte er sich in der Laserklasse. Zwölf Jahre lang blieb er ihr treu und prägte seine Ära schließlich wie ein Robert Scheidt oder Ben Ainslie.

Fünfmal wurde er zwischen 2007 und 2012 Laser-Weltmeister und 2010 schon einmal Weltsegler des Jahres. Und dennoch blieb sein Name lange mit einem unglaublichen Misserfolg verbunden. 2008 reiste Slingsby als Doppelweltmeister und großer Favorit zu den Olympischen Spielen in Peking. Doch er versagte bei den Flautenrennen auf rätselhafte Weise: Platz 22. Platz. Der Siegertyp fiel in ein tiefes Loch, tauchte fast ein Jahr lang ab, wurde bei einem halbherzigen Comeback 2009 noch einmal enttäuschender WM-17. und wollte schon mit dem Sport aufhören.

Slingsby bei seinem Laser-WM-Titel 2010. © Laser Worlds

Er besann sich anders. London 2012 sollte seine Wiedergutmachung werden. Er hängte sich noch einmal voll rein, holte gleich drei WM-Titel (2010/11/12) in Folge und feierte vor Weymouth schließlich überlegen den Olympiasieg.

Der Laser-Superstar Tom Slingsby. Endlich hat er sein Gold. © Marina Könitzer

Er war auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft und das Karriere-Timing passte. Der schwierige Schritt auf die große Bühne des bezahlten, technischen Segelns gelang – nicht selbstverständlich für einen Lasersegler. Slingsby ergatterte einen Job beim America’s Cup Siegerteam Oracle Team USA und erhielt als Stratege auf Anhieb eine verantwortungsvolle Rolle neben dem erfahrenen Landsmann James Spithill am Steuer. Er arbeitete Taktiker John Kostecki zu.

Aber es lief nicht 2013 in San Francisco. Die Neuseeländer waren im Cup-Finale schneller. Dazu kamen taktische Fehler. Kostecki wurde mitten in der Serie von seinem Job entbunden. Ein Eklat.

Ben Ainslie an der Oracle-Kurbel mit Tom Slingsby. Die beiden kennen sich gut aus der Olymischen Szene und gewannen beide in Weymouth Gold. @ACEA/ Gilles Marin-Raget

Russell Coutts begründete damals seine Entscheidung: “Die Kommunikation von JK mit Tom Slingsby war zusammengebrochen

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Carsten Kemmling

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