America’s Cup Update: Luna Rossa und die Briten – Verbotenes gemeinsames Training?

Flugmeilen sammeln

Eigentlich ist es beim nächsten America’s Cup strengstens verboten, dass die Herausforderer miteinander oder überhaupt mit zwei Booten trainieren. Nun erscheinen aber erstmals zwei AC75 auf einem Bild.

Luna Rossa (l.) und INEOS Team UK gemeinsam vor Cagliari. © sardinia it

Das letzte offizielle Lebenszeichen vom britischen America’s Team INEOS Team UK liegt gut einen Monat zurück. Die Briten filmten, wie sie ihren Cupper verpackten und auf die Reise nach Sardinien schickten, um Stürmen und Kälte auf der Kanalinsel zu entkommen.

Nun sind sie offenbar wohlbehalten dort angekommen und haben neben Luna Rossa Quartier bezogen. Sie bereiten sich auf das erste Kräftemessen mit der Konkurrenz bei der America’s Cup World Series  23-26 April in Cagliari vor.

Der britische AC75 Cupper. © INEOS Team UK

Ein aktuelles Bild zeigt sie nun Seite an Seite mit den italienischen Herausforderern, und das dürfte insbesondere den Cup-Verteidigern aus Neuseeland überhaupt nicht schmecken. Sie hatten im das Protokoll vermerkt, dass es den Teams nicht erlaubt ist, mit- und gegeneinander zu trainieren. Schließlich hat man anders als der letztmalige Verteidiger Oracle ausdrücklich davon abgesehen, selbst an der Herausforderer-Serie Anfang 2021 teilzunehmen. Um diesen Nachteil des fehlenden Vergleichs auszugleichen, dürfen die Kiwis parallel zum Prada-Cup (ex Louis Vuitton Cup) mit ihren dann zwei AC75 Yachten testen.

Luna Rossa im Speed Rausch© Luna Rossa

Das Bild beweist allerdings längst noch nicht, dass sich Briten und Italiener tatsächlich auf dem Wasser vergleichen. So etwas wäre auch heimlich nicht zu machen. Denn es gehört inzwischen zum Standard, dass alle Cup-Teams jeweils Fulltime-Beobachter zur Konkurrenz entsandt haben. Diese sind jeweils mit eigenen Gummibooten präsent, wenn die Crews ihre Kreise drehen und versuchen, Details zu erspähen, die den eigenen Technik-Crews helfen können.

Die Spione können insbesondere sehr genau notieren, welche Foil-Konfigurationen getestet werden. Das ist einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren bei diesem Cup – neben der Energiebereitstellung oder den mechanischen Entwicklungen zum Trimmen der beweglichen Teile wie Segel und Foils.

Denn anders als speziell in Bermuda, oder auch bei den vorherigen AC-Regatten besteht diesmal weitaus weniger Spielraum beim Tuning der Hardware für eine bestimmte Windstärke. 2017 konnten die Teams zum Beispiel noch zwischen verschiedenen Foil-Paaren wählen. Bei leichtem Wind wurden größere Tragflächen gewählt als bei starkem Wind.

Diesmal heißt es in der Ausschreibung, dass 12 Stunden vor dem Start des ersten Matches die Konfiguration der Yacht vermessen sein muss. Deshalb müssen insbesondere das Foils einen sehr großen Windbereich abdecken. Auch deshalb ist der Streit über die Wind-Limits strategisch sehr wichtig.

Konkurrenten geben Gas

Auch die Konkurrenz ist nicht untätig. American Magic das vom mächtigen New York Yacht Club unterstützte Syndikat, hat wieder Newport, Rhode Island verlassen und das Winterquartier in Florida (Pensacola) aufgeschlagen. Dort werden fleißig Flugmeilen gesammelt:

Die Cup-Verteidiger aus Neuseeland haben über Weihnachten einige Modifikationen vorgenommen und befinden sich wieder im Trainingsmodus:

Dabei arbeiten sie auch am Sound:

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „America’s Cup Update: Luna Rossa und die Briten – Verbotenes gemeinsames Training?“

  1. avatar uws sagt:

    Ich freue mich eigentlich immer darüber, dass ich hier solche Infos und Videos gesammelt finde, aber finde es schade, dass offenbar niemand Korrektur liest.
    Inhaltliche wie auch Rechtschreibfehler sind ja auf FB etc. noch tolerabel, aber auch einem ‘seriösen’ Medium mit Bezahlschranke einfach nur schade.
    American Eagle soll wohl American Magic sein… Pansacola Pensacola…

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 16 Daumen runter 1

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *