America’s Cup Update: Warten auf das Protokoll – der aktuelle Stand

Eckdaten

Seit Tagen warten viele Segelfans ungeduldig auf das Protokoll für den 35. America’s Cup, das für den März angekündigt war. In ihm legen der Verteidiger Oracle und der Challenger of Record vom Hamilton Island Yacht Club aus Australien die Eckdaten für die nächste Veranstaltung fest.

Americas Cup

Duell der Giganten. Oracle vs ETNZ. © ACEA Gilles Martin-Raget

Dabei sind schon einige Dinge durchgesickert…

Boote: Es wird natürlich wieder mit Katamaranen gesegelt. 62 Fuß werden die Katamarane wohl lang sein und sie sollen genauso schnell, wenn nicht noch scheller als ihre zehn Fuß längeren AC72 Vorgänger sein.

Crew: Zuletzt waren acht statt elf Segler im Gespräch. Die Reduktion gilt als größter erhoffter Faktor bei der Kosteneinsparung. Von einer viel diskutierten Nationalitäten-Regel war zuletzt nicht mehr viel zu hören. Die bisherigen Rekrutierungen deuten auch nicht darauf hin, dass es verpflichtende Einschränkungen zumindest bei den Schlüsselpositionen gibt.

One Design: Offenbar soll besonders die Segel-Flügelelemente im Einheitsmodus hergestellt werden, um die Budgets herunterzuschrauben. Die Design-Kreativität soll mehr in Rümpfe und Anhänge gehen. So soll auch die Rudertragfläche beweglich werden, was auch zur Sicherheit beiträgt.

Energie: Es ist im Gespräch, Apparaturen zuzulassen, die Grinderenergie für einen kurzen Zeitraum speichern können. Ansonsten wären die Boote mit der verminderten Crewstärke wohl auch kaum zu beherrschen.

Revier: Der nervigste Part der jüngsten Entwicklung betrifft die aktuelle Diskussion um den Ausragungsort. San Francisco hat sich zu einer Wiederholung bereiterklärt, aber die Zusagen gehen Ellison offenbar nicht weit genug. Deshalb hat er Hawaii ins Spiel gebracht, Newport und San Diego sollen Kandidaten sein und ein ganz heißer Tipp ist plötzlich Chicago.

Aber offensichtlich soll die Diskussion nur dazu dienen, um den Druck auf San Francisco zu erhöhen. Der Erfolg des 34. Cups hat massiv mit den perfekten Windbedingungen in der Stadt zu tun gehabt. Eine Flautenregatta in San Diego zum Beispiel würde der Regatta einen Großteil der Faszination nehmen. Die endgültige Entscheidung soll aber erst im September fallen.

Teams: Ellison sagt, dass er zwölf Teams erwartet, die um den 35. America’s Cup kämpfen wollen. Aber das ist wohl sehr optimistisch gedacht. Zurzeit sind sechs Teams relativ wahrscheinlich. Zwei weitere könnten dazu kommen.

Neben Oracle sind die Australier, Neuseeländer, Artemis und Luna Rossa sicher am Start. Sehr gut soll es auch für Ben Ainslies britisches Team aussehen. Dazu bewerben sich noch die Franzosen und ein russisches Team mit Gazprom im Rücken. Beides sind allerdings Wackelkandidaten.

Herausforderer-Regatta: Für große Diskussionen sorgen die Planungen um die Rennserie, die für den vergangenen Cup mit den kleineren AC45 Katamaranen ausgesegelt wurden. Die Rennen waren spekatkulär litten aber später an ihrer Bedeutungslosigkeit. Es heißt, dass die Organisatoren das nun ändern wollen und die Rennen eine Qualifikation für das tatsächliche Finale darstellen sollen.

Für die Cup-Fans mag so ein System interessant sein, weil es bis zum voraussichtlichen Cup-Finale 2017 einen spannenden Rennzirkus garantiert auf vermutlich fliegenden AC45 Kats. Die Teams selber dürften allerdings schwer zu überzeugen sein, dass nur die besten vier tatsächlich mit den AC62 Kats im Cup Revier segeln dürfen.

Wie will man so einen Sponsor überzeugen? Und soll Oracle mitsegeln während es für die Herausforderer um Entscheidungen geht? Diese Idee wollte schon Alinghi  durchsetzen. Besonders das Oracle Team war erzürnt. Auch deshalb eskalierte der Streit damals vor Gericht.

Nun ist es aber langsam an der Zeit, dass das Spekulieren ein Ende hat. Das Protokoll muss für Klarheit sorgen. Es wird sich zeigen, ob wirklich potenzielle Teilnehmer mit einem geringeren Budget ein konkurrenzfähiges Team stellen können und ob die Marke America’s Cup an dem hohen Niveau anknüpfen kann, das sie 2013 erreichte.

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Carsten Kemmling

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21 Kommentare zu „America’s Cup Update: Warten auf das Protokoll – der aktuelle Stand“

  1. avatar Jürgen sagt:

    “wenn nicht noch scheller wie ihre zehn Fuß längeren AC72 Vorgänger sein”
    Ich mag diese “schneller wie” Formulierung einfach nicht. Ich bin konservativ und meine, dass “schneller als” passender wäre!!!

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  2. avatar Yachti sagt:

    Warum legt man sich nicht einfach mal für 3-4 Jahre auf eine Form fest und ändert nur die Austragungsorte.
    Ich weiß, dass der Vergleich etwas hinkt aber trotzdem halte ich es für gut, wie es in der Formel 1 läuft.
    Alle paar Jahre werden die Motoren geändert, es gibt einheitliche Reifen, gleiche Getriebe…..
    Mit dieser Taktik könnte man es schaffen ein Boot aus dem letzten Jahr lediglich zu modifizieren, was eine extreme Kosteneinsparung wäre.
    Und sind wir ähnlich, ein richtiger Matchrace Charakter kommt mit den Kats nicht auf.

    DESHALB NOCH EINMAL EINE ABSTIMMUNG
    (Ich bin mit Sicherheit nicht der einzige den es Interessiert)

    LIKE(Daumen hoch) : Ich finde die Katamarane gut

    DISLIKE(Daumen runter) : Ich wünsche mir schnelle Einrumpf-Boote

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    • avatar yuammy sagt:

      ….warum man sich nicht für 3-4 Jahre auf eine Form festlegt?

      …nun, 3-4 Jahre würde ja auch nur 1-2 Events umfassen. Und eine solche Festlegung, hat es im AC, ausser in der Ära der 12er nie gegeben. Auch unter der IACC-rule hat es zu jedem Event gravierende Änderungen gegeben, die dazu geführt haben, dass nicht mehr mit den gleichen Yachten gesegelt wurde.

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      • Naja aber die alten IACC Boote konnte man immerhin noch als Trainingsboot nutzen. Zum Teil konnte man doch auch modifizieren um auf dem Level zu bleiben.

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        • avatar yuammy sagt:

          …ach und du glaubst nicht, dass die 4 Teams, die ein oder zwei AC72 haben, diese in der kommenden Zeit zum Testen und Trainieren nutzen werden?

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  3. avatar Backe sagt:

    Das Wichtigste am Protokoll: Großzügigere Zeitlimits ;.)

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  4. avatar anarchy sagt:

    Kein Matchracecharakter? Schau dir vielleicht zur Sicherheit nochmal die Finalrennen an!
    Das war mit Abstand das abgefahrenste was der Segelsport in den letzten Jahren in die Öffentlichkeit transportiert hat. Klassisches Matchrace ist verglichen dazu wie 5. Kreisliga Fussball im Vergleich zu modernem Fussball a la Barcelona oder Bayern.

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    • avatar RM sagt:

      Also ich fand das eher Einbahnstraße aber ich bin mit der Meinung anscheinend ziemlich alleine. Ich denke das lag aber auch eher am Revier als an den Booten. Solange die dinger bei einer Wende nicht so viel verlieren ist das Ok, aber finde halt auch 505er und Laser besser als 49er oder 14fter einfach weil die dinger etwas mehr klassische Taktik fahren.

      Nen matchrace hat 10+ wenden zu haben und nicht 3.

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      • avatar Super-Spät-Segler sagt:

        Wenn Du Dir die Statistiken anschaust, wirst Du finden, daß es überwiegend zwischen sieben und zehn Wenden pro Rennen waren, also nicht ganz so schlimm, wie Du es darstellst 😉

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      • avatar yuammy sagt:

        …wieviele Wenden waren es denn mit den IACC?

        …ich denke wer sich hier beklagt, sollte sich einfach mal ein paar der Rennen mit den IACC (in ganzer Länge) anschauen.

        …vorsicht! Man kann Gefahr laufen einzuschlafen 😉

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        • avatar Trung sagt:

          Dies scheint im italienischen Fernsehen ohne großen Produktionsaufwand gesendet worden zu sein. Es entspricht dem Rohmaterial, das vom Veranstalter (Americas Cup Management) an die Lizenznehmer (Fernsehsender) geliefert wird und wird normalerweise von den Fernsehsendern noch aufwendig aufgewertet (Kommentare, Analysen, Taktische Erklärungen, Manöver Erklärungen, Hintergrundstorys). Ein Formel Eins Rennen ohne jegliche Kommentare werden auch nur die absoluten Enthusiasten spannend finden.

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  5. avatar yachtfilm sagt:

    1. Hawaii liegt im Passatgürtel und wäre in Sachen Windsicherheit eine realistische Alternative zur San Francisco Bay.

    2. Eine aufgewertete America’s Cup World Series wäre sportlich und medial eine gute Sache. Ein Blick auf den weiteren Aufwind der Extreme Sailing Series im Jahr 1 nach dem America’s Cup verdeutlicht das Potential. Die Schwierigkeit besteht darin, ein Reglement zu entwickeln, das dieses Dilemma überwindet:

    Szenario A: Es handelt sich nicht um eine echte Herausforderer-Qualifikation, sondern um eine Showserie wie 2012. Folge: der sportliche und mediale Wert wäre drastisch eingeschränkt. Die Syndikate würden die Prioritäten entsprechend setzen und nur begrenztes Engagement in diese World Series stecken.

    Szenario B: Es handelt sich um eine echte Herausforderer-Qualifikation, wie etwa bei der Fussball WM. In diesem Fall sind die Syndikate in der Zwickmühle: wenn sie für viel Geld das 62 Fuss Boot entwickeln und bauen, mit dem sie dann doch niemals antreten dürfen, wird das die Sponsoren nicht gerade erfreuen. Wenn sie bei der Entwicklung des Bootes auf der (Kosten-)Bremse stehen, bis sie sich qualifiziert haben, gehen sie mit einem kaum aufholbaren Nachteil in die Endrunde.

    Eine auf der Hand liegende Lösung wäre, den 62er Kat nicht als Konstruktionsklasse, sondern als One-Design (wie es die AC45 ja schon sind) zu projektieren. Ob das praktikabel ist? Viele – nicht zuletzt die Designer – werden aufschreien, dass der Wettstreit der Konstrukteure und Ingenieure ein unabdingbares Wesensmerkmal des AC sei. Auf der anderen Seite hat der AC in seiner letzten Auflage schon eine radikale Neuinterpretation erfahren. Warum sollte also die Konstruktionsklasse ein Heiligtum sein? Mit AC45 und VOR65 gibt es starke Trendsetter in Richtung One Design im Top-Segelsport. Ob das eine Lösung für den AC sein kann? Was meint ihr?

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    • avatar Sven-Hamburg sagt:

      Was man nicht vergessen darf:
      Der Americas Cup war noch nie eine Veranstaltung, die zum Ziel hatte besonders interessant für die NichtTeilnehmer (Zuschauer) zu sein. Es geht Hauptsächlich um das Ego der Millardäre und den Sieg!
      Das LE sein EGO auch damit pflegen wollte eine große KatShow zu bieten war ein Glück für den AC.
      Deswegen wird es eine Einheitsklasse nicht geben, denn damit kann sich ein Millardär nicht so einfach vom Rest abheben.

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      • avatar yachtfilm sagt:

        Ich gebe dir recht, dass das Ego der Milliardäre die Hauptrolle spielt. Aber ist eben auch ein erklärtes Ziel von Larry Ellison, den AC zu einem sich selbst (über externe Sponsoren) refinanzierenden Format auszubauen. Die Entscheidung für die Multihulls fiel nach einem mehrtägigen Kamera-Casting: immer wieder werden Formel 1 und NASCAR als Geschäftsmodelle angeführt. Die geplante zweigleisige Quali im AC45 mit Atlantik- und Pazifikschiene wäre hierfür hervorragend geeignet; aber nur wenn es gelingt, das oben skizzierte Dilemma zu lösen. Ich kann mir vorstellen, dass eine One Design Lösung für das 62er Boot die Zahl der Syndikate verdoppeln könnte (sagen wir mal von 4 auf 8). An einer solchen sportlichen und finanziellen Aufwertung käme Ellison wohl nicht vorbei.
        Wie wir gesehen haben kann er ja immer noch das Regelwerk zu seinem Vorteil biegen. Vielleicht wäre ja auch eine Mischform (z.B. Rumpf und Flügel One-Design, foils und Vorsegel frei) denkbar, die Raum für Entwicklungen lässt, ohne das jedes Syndikat das Rad neu erfinden muss?

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  6. avatar Kauni sagt:

    show jetzt entwickelt sich Segelreporter zu der Bildzeitung – nur Gerüchte nur bla bal bla – und voreilige Ankündigungen von Protokollen die wohl irgend jemand irgendwo aufgeschnappt hat…
    Das ist Kindergartenniveau!!!
    Qualität unterirdisch … da mach noch nicht mal mehr das Lesen Spaß

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  7. avatar Zündschnur sagt:

    …copy and paste…Schiffsverlängerungen, Yachtuntergänge und weitere Fundstücke aus dem Netz…Hubschrauberabstürze inbegriffen… Ist das nur fürs Volk und die richtig guten Geschichten, auf hohem Niveau (auch am Wochenende) recherchierten findet man in der Bezahlsektion?
    Ist das so? Oder soll das Alles Werbung sein um Abos zu bekommen?
    Merkwürdiges Konzept….
    …Crunshtime is getting closer…

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    • avatar Backe sagt:

      What you get is what you pay for.
      Wenn zu wenig, dann zu wenig.
      So einfach ist das.

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      • avatar yuammy sagt:

        …naja, das bekommen andere auch ohne “what you pay for” hin.

        …auf http://www.vsail.info gibt es immer gut recherchierte und aufbereitete Info, Ohne Club und ohne Pinge. Und flache Netzfundstücke muss man da auch nicht ertragen 😉

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        • avatar Sven-Hamburg sagt:

          Ich bin gespannt auf den Sommer, wie SegelReporter dann berichtet: ORCi und 505er Worlds in Deutschland dürften eine hautnahe Berichterstattung bringen und im Herbst gibt es dann etwas von den ISAF Worlds in Santander und dem VOR.
          Bisher hat SR bei solchen Events gezeigt, was sie können.

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          • avatar Zündschnur sagt:

            …im Sommer wird doch selber gesegelt…kann sein das an dem ein oder anderem Event teilgenommen wird, dann kann man ja mal berichten…
            …you get what you pay for…

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