America’s Cup: Wie Cup-Rennen gewonnen werden – Luna Rossa Video mit Spezialmanöver

Airtime entscheidet

Der Australier Iain Murray ist 2021 zum dritten Mal Wettfahrtleiter beim America’s Cup. Er erklärt, welche Art von Rennen zu erwarten sind. Erstmals wird wieder klassisch gegen den Wind gestartet.

Die jüngsten Corona-Entwicklungen in Neuseeland deuten darauf hin, dass die Kiwis gewillt sind, den America’s Cup wie geplant im Februar 2021 starten zu lassen. Zwar steht nun auch der Zeitpunkt für das erste geplante World Series Event (17. bis 20. 9.2020) unter Druck. Und die Agentur für wirtschaftliche Entwicklung der Auckland-Region befürwortet schon eine Verschiebung in den Januar wegen der schwierigen Reiseplanung für Besucher. Aber am Start der Herausforderer-Serie am 15. Januar wurde bisher nicht gerüttelt.

Insofern schiebt sich die Antwort auf die Frage, wie denn so ein Match Race der neuartigen AC75-Boliden aussehen wird, weiter hinaus. Aber Wettfahrtleiter Ian Murray weiß schon, was ihn erwartet.

In einem Interview mit Tips&Shaft sagt er, dass es zwar durchaus spannende Duellen in der Vorstart-Box gebe. Er hält den Ausgang aber für nicht so rennentscheidend wie früher bei den 26 Meter langen IACC Yachten.

Luna Rossa bei einem Trainingslauf mit beiden Foils im Wasser vor der Gate-Rundung.

Die hohe Geschwindigkeit am Wind mit mehr als 29 Knoten sorge für eine völlig andere Wirbelschleppe, mit der man ein achteraus segelndes Boot nicht so effektiv bremsen kann. Sie wandert von schräg seitlich nach Lee mehr nach hinten ins Kielwasser und ist deutlich schmaler. Das führende Boot kann den Verfolger kaum noch in Schach halten.

Vielmehr spiele wie bei allen Foilern die Gesamtzeit auf der Tragfläche eine entscheidende Rolle. Wer es schafft gerade bei leichterem Wind früher in die Flugphase zu kommen, der darf sich einen schlechteren Start gerne erlauben.

Er rechnet damit, dass die neuseeländischen Titelverteidigern diese Kunst wieder gut beherrschen werden. Man munkelt unter den Teams, dass die Kiwis schon jetzt wieder eine große Leistungsfähigkeit erreicht haben, aber auch die Italiener gut dabei sind.

Amis und Briten sind noch dabei, den Rückstand aufzuholen, der zustande gekommen ist, weil Defender und Challenger gemeinsam die neue Formel entwickelt haben und entsprechend früh Zugriff darauf hatten. Man kann aber erst genauere Prognosen erstellen, wenn die jeweils zweiten Neubauten im Wasser schwimmen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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