America’s Cup: Wie viel Wind können die AC75 aushalten? – Erste Starkwind-Einheit der Kiwis

Cupper am Limit

Wohlweislich ist im America’s Protokoll bisher kein oberes Windlimit angegeben. Wie würden sich die futuristischen AC75 Designs verhalten? Die Neuseeländer testen gerade die Grenzen aus.

Die Daten der Designer mögen theoretisch vorhersagen, bei welchen Lastspitzen die neuen AC75 Cupper kollabieren. Und sie werden immer verlässlicher. In ihren Simulatoren haben die Segler schon zahlreiche Abstürze erlebt. Aber wie sieht es in der Praxis aus?

Die Kiwis rasen am 49er-WM-Kurs vorbei. © Matías Capizzano/49er Nacra Worlds

Was passiert, wenn sich die Kraken-Cupper bei 30 Knoten Wind und starkem Wellengang aufs Wasser wagen? Wenn sie mit 50 Knoten Speed von ihren Tragflächen “fallen”?

Kleine Fock bei hohem Speed. © Matías Capizzano/49er Nacra Worlds

Die Neuseeländer sind schon dabei, diese Limits auszutesten. Es heißt, die Windlimits für die Regatta sollen erst offiziell verkündet werden, wenn alle Teams genug Erfahrung mit ihren neuen Rennmaschinen gesammelt haben.

Die Kiwis wurden nun gefilmt, als sie sich bei mehr als 25 Knoten Wind auf einem der möglichen Cup-Kurs aufs Wasser wagten. Das Renngebiet war von Schaumkämmen übersät. “Te Aihe” musste zeigen, wie sie auf Wellengang reagiert, der durch Wind-gegen-Strömung-Bedingungen entsteht.

Die Neuseeländer sind nicht untätig, müssen nun allerdings auf ihr Steuer-Duo Burling/Tuke verzichten, die im 49er aktiv sind. © ETNZ

Vom Team war nach der Trainingseinheit naturgemäß zu hören, dass der Tag erfolgreich verlaufen sei. Man habe einige gute Läufe absolvieren können. Dabei zeigte sich, dass sich auch Abstürze aus der Flugphase nicht dramatisch auswirken. Das Schiff stoppte kurz ab und hob sich wieder über das Wasser.

Die Neuseeländer auf dem America’s Cup Revier für 2021.© ETNZ

Die Neuseeländer trainierten in unmittelbarer Nähe der 49er Trainingsgruppen, die sich auf die Weltmeisterschaft in einer Woche vorbereiten. Inzwischen haben auch Peter Burling und Blair Tuke den AC75-Cupper gegen ihr Skiff getauscht. Sie starten bei der dreitägigen Ozeanien-Meisterschaft vor Auckland, die dem Gros der Teilnehmer als WM-Warm-Up dient.

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „America’s Cup: Wie viel Wind können die AC75 aushalten? – Erste Starkwind-Einheit der Kiwis“

  1. avatar Andreas Borrink sagt:

    Das fährt ja sehr beeindruckend! Es scheint keine Neigung zum Nosedive zu geben, wie noch bei den Kats. Interessant wäre mal der Speed; anhand der Aufnahmen und des Speedbootes würde ich mal auf um die 40kn tippen.

    Jetzt bin ich mal gespannt auf die performance von Martin Fischer’s Italian Baby – da ist ja leider z.Z. noch eher wenig von zu sehen. So anders, wie das Gerät aussieht, ist da immer eine Überraschung drin (in beide Richtungen). Zumal die Italiener ja dem Vernehmen nach schon an Baunr. 2 arbeiten……

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 10 Daumen runter 0

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