America’s Cup Yacht auf den Steinen: Coutts-Cupper ohne Ruder – Von Italienern disqualifiziert

Ein Stück Segelsport-Geschichte

Ob Russell Coutts ein Tränchen vergossen hat, als der das Foto vom alten gestrandeten Cupper sah? Auf NZL20 startete er seine America’s Cup Karriere – wenn auch nicht so, wie er es sich gewünscht hätte.

NZL 20 gestrandet bei Auckland. © Salmon

Russell Coutts ist einer der berühmtesten – und vermögendsten – Segler aller Zeiten. Der Erfolg des 61-jährigen Neuseeländers, dieser Tage wieder bei dem von ihm organisierten SailGP in Los Angeles im Einsatz, basiert auf seinen Siegen beim America’s Cup. Deshalb mag es ihm im Herzen weh getan haben, das Schiff, mit dem er die ersten Regatten um den Cup segelte, auf den Steinen von Tindall Bay zu sehen unweit des Manly Sailing Clubs, wo er seine Russell Coutts Sailing Foundation zur Förderung des Jugendsegelns betreibt. Coutts befand sich gerade erst im italienischen Cagliari auf Sardinien, wo er eine Gruppe neuseeländischer O’Pen Skiff Segler bei der WM trainierte.

Als die IACC-Designs noch so breit waren, das Crewgewicht auf der Kante Sinn machte.

Bei dem gestrandeten Cupper handelt es sich um ein Stück Segelsport-Geschichte, die nun offenbar ihr Ende gefunden hat. NZL-20 lag mehr als ein Jahrzehnt lang in der Gulf Harbour Marina auf der Halbinsel Whangaparāoa bei Auckland, bevor sie nun aus ungeklärter Ursache auf den Steinen gefunden wurde. Möglicherweise hat sie sich von einer Mooring abgerissen.

Gesegelt wurde das Schiff schon lange nicht mehr und stand seit einiger Zeit zum Verkauf. Dabei war NZL-20 eine Berühmtheit als Louis-Vuitton-Cup-Finalist 1992 in San Diego. Sie wurde danach in den USA verkauft, 2000 restauriert und segelte als Privatyacht in San Francisco. 2005 kehrte sie nach Auckland in Neuseeland zurück, hatte lange Zeit einen Liegeplatz im Viaduct Basin an einer Boje und geriet später in der Gulf Harbour Marina auf einem Stellplatz an Land offenbar in Vergessenheit. Vor einem Jahr wurde sie für umgerechnet 16.000 Euro zum Verkauf angeboten.

NZL 20 im Duell mit Russell Coutts am Steuer von NZL 14, die schon 2022 auf der neuseeländischen Südinsel in Queenstown nach langjährigen Touristenfahrten abgewrackt wurde. © Team NZL

Dabei mochte sie einen Platz im New Zealand Maritime Museum verdient haben so wie NZL-32. Allerdings steht “Black Magic” für den glorreichen Sieg 1995, NZL-20 dagegen für große Kontroversen und eine schmerzliche Niederlage.

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „America’s Cup Yacht auf den Steinen: Coutts-Cupper ohne Ruder – Von Italienern disqualifiziert“

  1. avatar o nass is sagt:

    Das waren meine Lieblings-AC-Boote. Naja, vielleicht nach den Fahrwassertonnen (12er). Schade, dass man sowas dann nicht mehr pflegt.

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