America’s Cup: Zurück zu Monohulls – Italiener und Neuseeländer beschließen Abkehr vom Katamaran

„Kat(ze) aus dem Sack“

Patrizio Bertelli, Luna-Rossa- und Prada-Boss, will den nächsten AC auf Monohulls gewinnen © Luna Rossa/Carlo Borlenghi

Prada- und Luna-Rossa-Challenge-Boss Bertelli gab in einem Interview bekannt, dass der nächste America’s Cup auf Monohulls ausgefochten wird. Das neuseeländische AC-Siegerteam bestätigte nun das „Agreement“ mit den Italienern. 

Gemunkelt wird darüber schon lange. Nachdem der fanatische Cup-Jäger Patrizio Bertelli während des letzten America’s Cup empört seinen vorläufigen Ausstieg aus dem AC-Zirkus während der Vorrunden bekannt gegeben und kurz darauf überraschend das neuseeländische AC-Team finanziell, mit einem Trainings-Vergleichs-Boot und mit technischem Know-how unterstützt hatte, waren sich alle Beteiligten darüber im Klaren, dass so ein „Deal“ nicht ohne handfeste Bedingungen ablaufen wird. 

Prada-Patriarch Bertelli, immerhin bereits seit über 17 Jahren auf der Jagd nach der AC-Kanne und in diesem Zeitraum nahezu alleiniger Finanzier der jeweiligen italienischen Herausforderer-Teams, hatte sich bereits mehrfach über den von ihm nicht „goutierten“ Einsatz der Katamarane beim America’s Cup geäußert. In Interviews brachte er seine Überzeugung zum Ausdruck, dass man auf Monohulls eben im klassischen Regattasinne zwar ebenfalls möglichst schnell, aber auch taktisch segeln könne und müsse. Auf den AC-Katamaranen der letzten Generation komme es dagegen ausschließlich aufs Rasen und auf möglichst spektakuläre „Abstürze“ für die Medien an… 

America's Cup

Das Emirates Team New Zealand feiert den Gewinn der Kanne. Ob sie ihren Triumph auch auf Monohulls wiederholen können?  © ACEA 2017 / Photo Ricardo Pinto

Nachdem die Neuseeländer den 35. America’s Cup gewonnen haben und sich die Italiener erwartungsgemäß als „Challenger of Record“ meldeten, ist es nach den America’s Cup-Regeln den beiden „verbandelten“ Teams nun möglich, entscheidende Punkte bei der nächsten Auflage des America’s Cups neu zu bestimmen. (SR-Artikel „Wie es weitergeht“)

In den letzten Monaten wurde dabei häufig über eine Rückkehr zu Einrumpfbooten spekuliert. Befürworter der spektakulären Foil-Katamarane verwiesen jedoch auf die als besonders langweilig empfundenen, letzten AC-Rennen auf Monohulls vor Valencia (2007), Anhänger der Rückkehr zu den Monohulls argumentieren ähnlich wie Bertelli. 

Team New Zealand, Luna Rossa.

Team New Zealand vor Luna Rossa beim Cup 2013© ACEA/Abner Kningman

Vor allem unter den „jungen Wilden“ des America’s Cups war Kritik und Unmut zu vernehmen. So bezeichnete Peter Burling, erfolgreicher Skipper des neuseeländischen AC-Teams, eine Rückkehr zu den Monohulls als „Rückschritt“ (SR Artikel) – nahm dabei aber noch an, dass bei einem Monohull-Einsatz auch automatisch nicht mehr gefoilt werde. 

Zu dem Einsatz von Foils äußerte sich Bertelli bei seinem Interview mit der italienischen Tageszeitung „La Stampa“ jedoch nicht direkt. Der 71-Jährige sprach lediglich von neuen „powerful boats“, die auch die Möglichkeit zum Foilen haben werden. Mehr Details gebe es in dem für Ende September angekündigten, gemeinsamen Beschluss-Protokoll der italienischen und neuseeländischen America’s Cup-Teams. 

Werden die neuen America’s Cupper ähnlich wie die VO-Racer oder IMOCAs aussehen? © Volvo Ocean Race

Neben dieser grundlegenden Änderung kündigte Bertelli zudem eine striktere Nationenregel (in Bezug auf den Bauort der Boote und der Zusammenstellung der Teams) an und stellte Pre-America’s Cup-Rennen in Italien in Aussicht. Alle Aussagen des Prada-und Luna-Rossa-Challenge-Chefs wurden letzte Nacht vom AC-Team New Zealand in einer Pressemitteilung und durch Interviews in neuseeländischen Medien bestätigt. 

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2 Kommentare zu „America’s Cup: Zurück zu Monohulls – Italiener und Neuseeländer beschließen Abkehr vom Katamaran“

  1. avatar waterman2000 sagt:

    Jo, zurück in die bleihaltige Vergangenheit. Nun also wieder die passenden Boote zur häßlichen Silberkanne.
    Schade, den die spektakulären Multis hatten Segeln endich wieder zum medialen Ereignis werden lassen.
    Im Konvoi dahin verdrängende Monos dürften ein paar Insider aus dem konventionellen Seglerlager erfreuen, die Medien sind aber an spektakulären Bildern interessiert und die gibt es bei Monohull Regatten eigentlich nie.Selbst für segelkundige Zuschauer sind sie einfach nur laaaaaaaaaaaaaaaaagweilig und damit keine Werbung für den Sport

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 10 Daumen runter 13

  2. avatar Ton sagt:

    Naja wenn die Dinger zumindest richtig foilen (also nicht nur halb wie die aktuellen imoca) könnte das ganze doch spannend werden. Aber ich glaube günstiger wird der Cup für die Teilnehmer so nicht. Denn das wissen um Kats zum Fliegen zu bringen hat man so langsam. Jetzt geht das ganze mit monos von vorne los. Wenn die neuen Boote nicht foilen wird das ganze langweilig. Selbst die nacra 17 sind dann viel spannender.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 4

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