America’s Cup: Zweiter italienischer Herausforderer angenommen – Superyacht-Spezialisten

Skurrile Vision

Die Zahl der America’s Cup Challenger ist auf vier gestiegen. Die Neuseeländer haben die Herausforderung aus Sardinien für valide erklärt. Die Sarden segeln für ihre ex Königin und die Superyacht-Wirtschaft.

Die Superyacht-Spezialisten wollen sich den Cup holen. © Adelasia di Torres Challenge

Das America’s Cup Syndikat Adelasia di Torres aus Sardinien hat dann doch mehr Substanz, als man zuerst annehmen konnte. Die Italiener sind vom Team New Zealand offiziell als Herausforderer akzeptiert worden. Damit gesellen sie sich zu dem Challenger of Record Luna Rossa (ITA), dem Ineos Team UK (GBR) und American Magic (USA).

In der offiziellen Mitteilung des zweiten italienischen Syndikats heißt es: “Die wunderschöne Insel Sardinien hat eine Herausforderung abgegeben, um den 36. America’s Cup zu gewinnen, und wurde akzeptiert. Der 37. America’s Cup soll nach Sardinien kommen, um vor dem malerischen Hintergrund der Costa Smeralda ausgesegelt zu werden.”

Superyacht-Regatta

Dabei führen die Italiener als Grund für die Cup-Teilnahme ein etwas skurriles Problem an: In den vergangenen Jahren habe der Cup in abgelegenen Orten der Erde stattgefunden und sei für die Superyacht-Flotte schwer zu erreichen gewesen. “Wir wollen den Cup nach Sardinien bringen, um die Kosten zu reduzieren und eine unglaubliche Superyacht-Regatta in einem Revier abhalten, das seit vielen Jahren ein Rückzugsraum für Superyachten ist.”

Renato Azzara hat das Steuer des neuen Cup-Syndikats in der Hand. © Adelasia di Torres Challenge

Es wäre eine fantastische Veranstaltung und so einfach zu erreichen. Teams aus Palma, Malta, Monaco etc. könnten teilnehmen. “Der AC würde in einem neuen Licht erscheinen.” Eine komische Vision. Wollen die Sarden dann neue 90 Fußer an den Start bringen?

So weit ist es auch erst einmal nicht. Den Ankündigungen ist noch nichts zu entnehmen, was den Kiwis Angst machen könnte. Renato Azzara, der Gründer von Sardinia Yacht Services bestätigt seine Führungsrolle. Er habe die volle Unterstützung der Regierung von Sardinien, und sein Superyacht-Wissen sei unvergleichbar.

Die Königin von Sardinien

Als Basis dient ein Gelände auf der Insel La Maddalena, das 2009 aufwändig für den G8-Gipfel vorbereitet worden war. Der damalige Präsident Silvio Berlusconi hatte aber schließlich das Treffen, an dem auch Barak Obama teilnahm, kurzfristig nach L’Aquila verlegt.

Der neue Herausforderer aus Sardinien. © adelasiaditorressailingteam

Namensgeber des Syndikats ist Adelasia, einer Richterin von Sardinien, die durch die Heirat mit Enzo, dem Sohn von Kaiser Friedrich II., zur Königin des Inselstaates wurde. Der Bau der Boote wird durch eine Partnerschaft mit der Wassersport-Wirtschaft-Vereinigung NAVIGO in der Toskana gewährleistet, einem Verbund in dem weltweit 30 Prozent aller Yachten über 30 Meter produziert werden.

Weiter heißt es offiziell: “Wir haben schon große Investitionssummen gesichert brauchen aber weitere Sponsoren. Wer interessiert ist, bitte melden.”

Die Aussagen der Italiener sind schon etwas gewöhnungsbedürftig. Und mit klingenden Namen aus der Szene, die für sportliche Qualität sprechen, können sie bisher nicht dienen. Aber den Organisatoren dürfte in dieser Phase der Regattavorbereitung jede Meldung recht sein. Die Australier um den Laser-Olympiasieger und Oracle-Taktiker Tom Slingsby haben ihre Bemühungen eingestellt, und so ist vorerst nur noch eine Meldung vom zweiten US-Team einigermaßen realistisch. Es gibt noch Gerüchte über eine chinesische Initiative, aber die haben sich noch nicht konkretisiert. Ein wenig Zeit ist auch noch bis zum Meldeschluss am 30. Juni.

 

 

 

 

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Carsten Kemmling

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