America´s Cup: Venezia Challenge und Mirsky ausgeschlossen

Da waren es nur noch sieben

Das italienische AC-Team Venezia Challenge ist kein offizieller Herausforderer mehr.

Zwei Wochen vor dem Start der America´s Cup World Series hat sich die Zahl der Herausforderer auf sieben verringert. Das italienische Team Venizia Challenge ist vom Wettbewerb ausgeschlossen worden.

In einer Pressemitteilung teilt America´s-Cup-Management-Chef Iain Murray mit, dass die Italiener die Anforderungen an einen Teilnehmer beim 34. America´s Cup nicht mehr erfüllen. Sie hätten eine Deadline verstreichen lassen.

Dabei geht es offenbar um finanzielle Probleme, die in den Segelcamps der AC Teams im portugiesischen Cascais ein offenes Geheimnis sind. So berichtet die intalienische Zeitung Gazzetta dello Sport gestern, dass ein Teil des Teams im Begriff sei, Cascais zu verlassen. Allein das Segelteam solle vor Ort bleiben.

Offenbar plante das geheuerte australische Match Race As Torvar Mirsky entgegen aller Widerstände, mit dem ausgelieferten nagelneuen AC45 bei dem ersten Event der World Series teilzunehmen. Aber dem kamen die Veranstalter jetzt mit ihrem offiziellen Ausschluss zuvor.

Damit tritt jetzt schon ein, was viele Kritiker befürchtet haben. Einigen Teams wird nicht zugetraut, die erste Phase der America´s Cup Vorbereitung durchzustehen. Und nur wenige dürften in der Lage sein, tatsächlich einen AC72 zu bauen.

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Carsten Kemmling

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11 Kommentare zu „America´s Cup: Venezia Challenge und Mirsky ausgeschlossen“

  1. avatar Holger sagt:

    Sogar meine schlimmen Befürchtungen werden noch getoppt. Das AC 32 Feld wird halbiert!!!!

    Obwohl die Kosten sinken sollten und die mediale Aufbereitung besser ist. Was passt da nicht zusammen?
    Bitte lieber Larry Ellison: such dir ein anderes Hobby und lass den AC in Frieden, bevor er ganz in Frieden ruht.

    Bin ich froh, dass die TP52 und den MedCup gibt. Da gibts kein Generve, Gewese und großen Sprüche. Da wird einfach richtig klass gesegelt.

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  2. avatar stefan sagt:

    …ach, weil ja im MedCup sooo viel mehr Teams aktiv sind :-)))

    …Larry Ellison kann es doch egal sein, wie viele Teams sich mit den AC45 tummeln und wie viele dann einen AC72 bauen. OracleRacing darf und kann eh nur gegen eines der Teams segeln. Im AC gibt es nur zwei Teams: den Verteidiger und den Herausforderer.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 3 Daumen runter 7

    • avatar Holger sagt:

      Na Stefan, im MedCup sind immerhin 8 am Start – und davon würde Larry träumen. Außerdem segeln die und streiten sich nicht. Und prima Segler haben einen Job.

      Ich will AC und MedCup aber gar nicht vergleichen. Bin mir aber sicher, dass L.E. das nicht so sieht wie du. Natürlich tritt er nur gegen den LV Cup Sieger an (Schau mer mal ob überhaupt einen 72er Gegner gibt).

      Aber so einen jämmerlichen HerausfordererCup hat der AC nicht verdient. Sogar als sein Lieblingsfeind Bertarelli den AC 32 angeblich so schlecht organisiert hat, waren es doppelt so viele Starter. Komisch, da doch heute alles so viel billiger und besser ist.

      Ach ich vermisse Shosholoza.

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      • avatar stefan sagt:

        TP52 oder TP “Judel Vrolijk”?

        …ist eine schöne Veranstaltung, aber auch nur, weil es einen Sponsor für die Serie gibt. Ohne Audi hätte sich diese Serie so auch nicht gegeben.

        ….wann und wo L.E. allerdings behauptet haben soll, dass der AC32 “schlecht organisiert” worden sei, würde mich interessieren. Das wäre mir neu. Ich kenn nur die Kritik an dem ursprünglichen Konzept des ACM für den AC33.

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        • avatar Holger sagt:

          Stefan: nun schlägts mir um die Ohren, dass ich die Quelle nicht griffbereit habe. Nach dem AC 32 hat Ellison kräftig kritisiert. Über den peinlichen AC 33 brauchen wir sowieso nicht zu reden. E. meinte aber, dass der AC dringend reformiert und modernisiert werden müsse. Übrigens: in Europa (sein Versprechen). Zudem sei das technische Reglement zu teuer. (Reglement unfair, Jury auch, und die Schiffe veraltete Konzepte…und überhaupt).

          Der AC 32 war sicher das Beste, was bisher im Segelsport auf die Beine gestellt wurde – bis dahin. Übrigens auch mit der besten Mediapräsenz aller Zeiten, tolle Stories und super Infrastruktur. (Von der ich in der nächsten Saison an profitieren werde 🙂

          Deine Anmerkung zu Audi als Sponsor springt zu kurz. Sieh es anders: weil das Format gut ist, ist auch ein Sponsor da und weitere Teamsponsoren. Gegenbeleg: weil der AC 34 kein gutes Format ist, sind keine Sonsoren da. Sogar BWM wurde weggeekelt und der Challenger of Record steigt aus.

          Der MedCup bietet einen guten Werbewert und ist auf einem guten Weg. Aber natürlich sollte der AC die Krone sein.

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          • avatar John sagt:

            Hat jemand heute das Spiegel-Interview mit Russell Coutts (oder wie man den schreibt) gelesen?

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          • avatar stefan sagt:

            …Zitat aus dem Spiegel-Interview:

            “Zahlreiche Reformen im Regelwerk sollen den America’s Cup, der 2013 vor San Francisco ausgetragen wird, auch für Nichtsegler attraktiv und weltweit zu einem “Fernseh-Sport” machen. Dies sagte Russell Coutts, der erfolgreichste Skipper der Gegenwart und Chef des Titelverteidigers Oracle Racing, in einem SPIEGEL-Gespräch: “Es war offensichtlich, dass wir Segler Veränderungen brauchen. Ein junges Publikum. Die Facebook-Generation.” Gesegelt werde in Küstennähe, “direkt unter der Golden Gate Bridge und in der Bucht, vorbei an Alcatraz”. Um den Wettbewerbscharakter zu verstärken, “ziehen wir elektronische Grenzen, verengen die Bahnen, so dass die Schiffe gezwungen werden, sich immer wieder zu begegnen”, sagte Coutts. Es werde Kameras an Bord geben, jedes Crewmitglied werde ein Mikrofon tragen, Computer würden perfekte Kurse berechnen und die Positionen der Boote vergleichen. Coutts: “Segeln erreicht eine neue Dimension, und nur die, die es nicht ausprobiert haben, nörgeln.” Früher seien Match Races, die Duelle eins gegen eins, “Wasserschach” gewesen. “Jetzt werden wir Wasserblitzschach erleben”, sagte Coutts. Kritik, dass der finanzielle Aufwand für Entwicklung und Bau der 72 Fuß langen Katamarane zu groß sei, die 2013 beim America’s Cup segeln werden, wies Coutts zurück: “Sie können für 40 oder 50 Millionen Euro eine konkurrenzfähige Kampagne formen; es gibt keine Entschuldigung, wenn Sie es für dieses Geld nicht schaffen.” Coutts bedauerte, dass sich kein deutsches Team als Herausforderer angemeldet habe: “Die Deutschen verpassen etwas.” Zum Ausstieg des langjährigen Oracle-Partners BMW sagte der Neuseeländer: “Ein großartiger Partner in großartigen Jahren. Wir konnten uns nicht über die Bedingungen eines neuen Vertrags einigen, so ist es halt manchmal.”

            http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,776108,00.html

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      • avatar Marc sagt:

        Fairerweise muss man sagen das im Medcup nur 7 Schiffe im Moment starten und zwei Teams quasi Audi Werksteams sind. Von daher ist das für mich kein Argument für oder gegen den AC. Und auch die Kosten finde ich nun nicht übertrieben hoch.
        Was fehlt und da gebe ich Holger vollkommen Recht: Ein deutscher Teilnehmer. Nur so interessiert es hier auch jemanden. Wer hätte denn z.B: ohne Jörg Riechers z.B. die Route du Rhum verfolgt? Oder ohne Boris Herrmann das Barcelona World Race?

        Vor Michael Schumacher und Boris Becker hat auch niemand Formel1 und Tennis geguckt. Von daher finde ich z.B. den Einstieg der Container ziemlich wichtig für den MedCup. Schümi muss natürlich auch weiter dabei sein. Und genau da ist für mich der Fehler von Orcale/Larry: Sie haben quasi alle Teams durch ihr langes Gerichts hin und her zerschlagen und abwandern lassen(als Profisegler muss man auch seine Brötchen verdienen). Sonst gäbe es vielleicht noch ein AC Team welches für Deutschland angetreten wäre.

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  3. avatar Wilfried sagt:

    Das ist ja typisches Gesundbeten. Und natürlich sind alle kritischen die nicht mitmachen wollen weil sie das Format nicht gutfinden oder nicht glauben den Designvorsprung einholen zu können die Miesmacher. Alle Versuche Katamransegeln als Matchrace prickelnd zu machen beruhen doch auf Einheitsklassen in denen es wirklich um Taktik, Bootsbeherrschung und Trimm geht. Aber genau das ist der Ac nicht. Bei den Bleitransportern waren die Geschwindigkeitsunterschiede so klein, dass sie sich zum Teil durch Taktik kaschieren liessen. Bie Katamaranen wird das nicht funktionieren. Und das Argument das eine Wende bei einem Katamaran genauso schnell geht wie bei einem Einrümpfer ist Blödsinn, weil es nunmal nicht um Zeit sondern um verlorene Distanz geht. Aus diesem Grund wird ja auch mit einem Laser mehr gewendet als mit einem Contender.
    Abschliessend noch etwas zum Thema Blitzschach. Speziell auch für Schach gilt, dass Blitzschach für keinen normalen Zuschauer auch nur im entferntesten nachvollziehbar ist. Den Schluss zu ziehen, dass Schach spannender wäre wenn die Figuten schneller über das Spielfeld ziehen ist schon abenteuerlich. Das aber noch auf das Segeln zu übertragen läuft gänzlich fehl.

    Gruß Wilfried

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    • avatar Holger sagt:

      Wie erwähnt, die Technik hätte auch den Monohuls genutzt.

      Der Denkfehler des Herr Coutts: reichweitenstarke Mediapräsenz bedeutet Fernsehen. Fernsehen bedeutet Sponsoren.
      Und in Deutschland wird es den AC 34 sicher nicht im TV geben und auch in sehr vielen anderen Ländern nicht. Der AC hat die Chance auf TV Präsenz vermasselt, die der AC 32 noch aufgebaut hat.

      Was war denn zuerst? Huhn oder Henne. Übertragen: Schiffe/Segler oder Zuschauer?

      Ohne volles Feld – und damit meine ich Zahlen des AC 32 – kann der technisieren wie er will. Bilder brauchen auch Persönlichkeiten und Identifikation. Gibts aus den Zuschauerländern keine Yachten, gibts keine Zuschauer. Und umgekehrt: keine Zuschauer – kein Fernsehen – keine Sponsoren – kein Team.

      Ich halte es einfach nur für eine dumme Fehleinschätzung von Coutts, das es nur über den Hebel Internet funktionieren wiil. Das ist gar nicht die Kernzielgruppe des Segelsports. Sicher eine Teilmenge, aber das wird nicht gehen.

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      • avatar Marc sagt:

        Naja den Audi Medcup gucken auch alle über das Internet. Olympia wurde bis auf wenige Rennen auch nicht von ARD und Co übertragen. Dazu ist Segeln allgemein in Deutschland zu unwichtig. Dies sieht aber z.B. in England und Frankreich wieder anders aus.

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