+++ Anna Tunnicliffe: Die wohl beste Seglerin der Welt hört auf +++

Überraschender Abgang

Der Olympische Segelsport verliert eine Gallionsfigur. Die amerikanische Olympiasiegerin Anna Tunnicliffe beendet überraschend ihre Karriere im Alter von 31 Jahren.

Anna Tunnicliffe beim nackt im Laser beim ESPN Foto Shooting. © Lippman/ESPN

Anna Tunnicliffe beim nackt im Laser beim ESPN Foto Shooting. © Lippman/ESPN

Die vielleicht beste Seglerin der Welt Anna Tunnicliffe hat in einem Statement auf ihrer Homepage verlautbart, dass  sie ihre 49er FX Olympia-Kampagne für 2016 und ihre Segel-Karriere beendet.

Die zweimalige ISAF Weltseglerin des Jahres fühlt sich ausgebrannt. “Ich weiß um die notwendige Hingabe und Disziplin. Und ich weiß, wie sich das Feuer anfühlen sollte, das in einem brennt. Aber es ist schwach. Und trotz meiner Versuche, es wieder zu entzünden, funktioniert es nicht. Das sagt mir, dass die Zeit gekommen ist.” [digimember_preview]

Sie werde nie ganz mit dem Segeln aufhören. Olympia habe sie zwölf Jahre lang unglaublich viel Energie und Zeit gekostet. Jede Minute ihres Lebens sei dem Ziel gewidmet gewesen. “Nun muss ich etwas anderes segeln.”

Anna Tunnicliffe. Das Lächeln einer Match Race Weltmeisterin. © Team Alpha Graphics

Anna Tunnicliffe. Das Lächeln einer Match Race Weltmeisterin. © Team Alpha Graphics

Was das genau sein soll, lässt Tunnicliffe im Dunkeln. 2013 hatte sie einige Einsätze an Bord des Alinghi Katamarans bei der Extreme Sailing Series. Zuletzt war sie aber mehr mit ihren Erfolgen beim Cross Fit in den Schlagzeilen. Bei der Weltmeisterschaft in dieser populären Fitness-Sportart belegte sie auf Anhieb Rang neun.

Der Einstieg in die 49er FX Klasse verlief nach dem Rauswurf der Frauen Match Race Disziplin erst schleppend. Aber mit ihrer Match Race Vorschoterin Molly Vandemoer arbeitete sie sich mühsam Richtung Spitze und schien nach Rang 14 bei der EM in Aarhus und Platz 11 bei der folgenden WM in Marseille auf einem guten Weg.

Die Frau hat Bums. Anna Tunnicliffe an der Hantel bei einem Cross Fit-Wettkampf.

Die Frau hat Bums. Anna Tunnicliffe an der Hantel bei einem Cross Fit-Wettkampf.

Umso erstaunlicher ist jetzt der Abschied des US Duos. Möglicherweise saß die tiefe Enttäuschung über Platz fünf bei Olympia noch zu tief. Tunnicliffe war als eine der größten Gold-Favoritinnen aller Olympiadisziplinen nach Weymouth gereist.

Eineinhalb Jahre lang führte sie bis kurz vor den Spielen die Weltrangliste an und war 2011 in Perth Weltmeisterin geworden. Aber bei den überraschenden Ergebnissen in der Damen-Konkurrenz strauchelte die Amerikanerin schon beim verpassten Einzug ins Halbfinale.

Anna Tunnicliffe Interview 2012:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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