Arkea Ultim Challenge: Armel Le Cleac’h wieder los – Gleich zwei Ruder waren abgerissen

War es wieder ein Wal?

Der Ultim Banque Populaire ist nach einer 48-stündigen Reparatur in Rio wieder auf dem Weg. Armel Le Cleac’h erklärt, wie es passieren konnte, dass er gleich zwei Ruderblätter ersetzen musste.

BP vor dem Corcovado-Berg in Rio. © BP

Wenn bei einem Nonstop-um-die-Welt-Rennen Bilder eines Teilnehmers auftauchen mit dem Corcovado-Berg von Rio im Hintergrund, ist das kein gutes Zeichen. Andererseits hilft die 30 Meter hohe Christusstatue Cristo Redentor auf dem Gipfel vielleicht dabei, ausreichend Segen für die restlichen knapp 5000 Meilen der Arkea Ultim Challenge zu spenden.

Nur ein Fetzen des Backbord-Ruders hängt noch am Leeschwimmer.

48 Stunden lang lag der 100-Fuß-Trimaran Banque Populaire unter den ausgebreiteten Armen des (neuen) Weltwunders, das neben dem Zuckerhut als Wahrzeichen der Stadt gilt. In dieser Zeit reparierte das fünfköpfige Shore-Team von Banque Populaire fieberhaft die schweren Schäden am Ultim von Armel Le Cleac’h, die er Mitte vergangener Woche erlitten hatte.

Sie reisten mit einem Linienflugzeug nach Rio und hatten zwei Ruderblätter im Gepäck. Dabei spielte die Logistik eine entscheidende Rolle. Das Team erhielt Unterstützung auf höchster politischer Ebene – von der französischen Botschaft in Brasilien, dem Außenministerium
und dem brasilianischen Zoll. “Alle haben es uns ermöglicht, dass wir
so schnell über die Ruder verfügen zu können”, erklärt Le Cleac’h kurz vor dem erneuten Ablegen am Sonntag. “Ich möchte mich bei allen, die uns in den letzten zwei Tagen geholfen haben, herzlich bedanken.”

Die Unterwasser-Konfiguration von BP. Zwei Ruder rissen ab. © BP

Zuvor hatte das Team beschrieben, wie es zu dem Schaden gekommen ist, der den Skipper gleich zwei Ruder gekostet hatte. Gegen Mittag sei es am Dienstag zu einer Kollision am Backbordschwimmer gekommen. Der Maxi Banque Populaire XI war mit mehr als 30 Knoten und Wind von Steuerbord unterwegs.

“Ich segelte nahe der Küste von Argentinien vor dem Wind unter sehr schnellen Bedingungen”, sagt Le Cleac’h. “Ich hatte gerade ein sehr anstrengendes 24-Stunden-Tief hinter mir gelassen, das sich mit sehr instabilem Wind und Böen von bis zu 50 Knoten verstärkt hatte. Ich hörte einen heftigen Schlag am Backbord-Ruder und sah kurz einen Holzklotz im Wasser. Der Aufprall war sehr heftig; das Ruder riss weitgehend ab. Ein echter Rückschlag! Aber auch wenn das ein schwieriger Moment war, wäre es wohl möglich gewesen, ohne dieses Ruder weiterzusegeln. Das Wetter hätte es erlaubt, so bis nach Brest zu kommen.”

Maxi Banque Populaire XI bei der Arkéa Ultim Challenge. Gut zu sehen das geschlossene Cockpit. © Jeremie Lecaudey

Der Trimaran kann alleine mit dem Ruder unter dem Mittelrumpf sicher auf Kurs gehalten werden. Allerdings hätte er langsamer segeln müssen, weil er nicht mehr im Foilmodus zu kontrollieren gewesen wäre. Der Weg mit Wind von Steuerbord im Nordost-Passat hätte sich noch weit in den nördlichen Atlantik fortgesetzt. Erst am Ende wäre Le Cleac’h im starken Nordwest eine Wende Richtung Brest möglich gewesen, nach der er auf dem intakten Bug hätte segeln können.

Aber so weit ist es nicht gekommen. Eineinhalb Tage nach dem ersten Crash kam es zu einem zweiten. Am 15. Februar brach gegen 8.30 Uhr UTC vor der brasilianischen Küste auch das mittlere Ruder. “Ich hörte ein lautes ‘Knacken'”, sagt der Skipper. Eine Kollision soll es diesmal aber nicht gegeben haben. “Das Ruder ist einfach gebrochen. Danach ist alles viel komplizierter geworden.” Das Boot war nur noch mit dem Steuerbord-Steuer kaum zu manövrieren, der Stopp in Rio nicht mehr zu vermeiden.

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Carsten Kemmling

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