Arkea Ultim Challenge vor dem Sturm: Ein Rekordbrecher-Oldtimer sorgt für Aufsehen

"Es wird kompliziert werden"

Nach der zweiten Nacht beim “Jahrhundertrennen” um die Welt segeln die fünf führenden Boote auf der Höhe von Gibraltar noch erstaunlich nahe beieinander. Dabei ist die Leistung eines Trimaran-Skippers besonders erstaunlich.

Actual Ultim 3 (ex Macif) im vollen Foiling-Modus. © Thierry Martinez

Vor fast genau einem Jahr sorgte der Franzose Anthony Marchand für eine kaum wahrgenommene Meldung, als es hieß, er übernehme den Ultim Actual als Skipper. Man mochte sich wundern, dass der Trimaran, der schon 2015 als Macif für Francois Gabart vom Stapel lief, angesichts der übermächtigen deutlich jüngeren Konkurrenz überhaupt noch betrieben wurde. Zwar stellte Gabart damit den unglaublichen Einhand-Rekord um die Welt in 42 Tagen auf, aber diesem liegt insbesondere eine perfekte Wetterkonstellation zugrunde.

Technisch hatte sich das Rad längst weitergedreht. Während Macif noch als Semifoiler konzipiert war und mit kleineren Tragflächen für Stabilität sorgte, begann der Gitana-Rennstall die Welt des Fliegens neu zu definieren. Der Maxi Edmond de Rothschild wurde dramatisch modifiziert und es war nur eine Frage der Zeit, wann Macif achteraus bleiben würde.

Francois Gabart auf seinem Ultim Macif. © macif

So lancierte Gabart Ende 2018 einen Neubau, um der Entwicklung zu folgen. Aber das Projekt stand unter keinem guten Stern. Das Verhältnis des Skippers zu Sponsor Macif schien zu bröckeln und Gabart kündigte im Februar 2020 überraschend an, früher als geplant das Steuer des Macif-Trimarans an Pascal Bidégorry abzugeben . Der Grund: Er sei zu erschöpft.

Im Juni 2020 Jahr  beendete die Versicherungsgruppe Macif gleich das gesamte Engagement nach zehn Jahren als Sponsor. Dabei war der Mittelrumpf des neuen Trimarans gerade erst geliefert worden. Gabart stand vor dem Aus seines Ultim-Projektes, auch wenn sich Macif vertraglich verpflichtet hatte, das Boot zu Ende zu bauen.

Aber es dauerte gut ein Jahr, bis er einen 24-Millionen-Euro-Deal mit der Kresk-Gruppe abschließen konnte, der schließlich den Betrieb von SVR Lazartigue ermöglichte. Im Juli 2021 lief das Boot vom Stapel.

Tom Laperche mit SVR Lazartigue. © Alexis Courcoux

Im selben Jahr wurde auch Gabarts alte Macif für rund 5 Millionen Euro an Actual verkauft. Der Skipper hieß Yves Le Blevec. Aber trotz eines Relaunches inklusive Foil-Update segelte er gegen die konkurrierende neue Generation der vier Ultim-Foiler Maxi Edmond de Rothschild, Sodebo, SVR Lazartigue und Banque Populaire chancenlos hinterher.

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Carsten Kemmling

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9 Kommentare zu „Arkea Ultim Challenge vor dem Sturm: Ein Rekordbrecher-Oldtimer sorgt für Aufsehen“

  1. avatar jorgo sagt:

    Irgendwie kann ich diesem Wahnsinn nichts abgewinnen. Mir fehlt einfach das Verständnis für dieses “Immer grösser, immer schneller, immer höher, immer spektakulärer, immer teurer.” Die französische Marine auf Stand-by – 24h Shoreteam Fernsteuerung usw usf. .
    Haben die Franzosen nicht wirklich andere Sorgen?
    Die seglerische, sportliche Leistung bespielweise eines Wilfried Erdmann …. oder auch aller Golden Globe, Minitransat oder Figaro Teilnehmer ist ungleich höher zu bewerten.

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    • avatar Andreas Borrink sagt:

      Finde ich auch! Das ganze ist völlig abgedreht; gefährlicher Irrsinn. Das VG ist schon verrückt genug, aber so eine Imoca ist wenigstens einigermassen seetüchtig und – allein! – wohl gerade so beherrschbar. Wenn ein 100′ Tri in schweres Wetter gerät, hilft nur noch beten. Da bin ich als Zuschauer raus und freue mich auf den SailGP am Wochenende.

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  2. avatar Bob sagt:

    Schade, die Überschrift mit dem Oldtimer fuer Aufsehen ist nichts als Klick bait , nichts darüber im Artikel.

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  3. avatar Tom sagt:

    Nur zur Info: Die Regatte heißt nicht Arkema Ultim! Sorry, aber die Häufigkeit von Fehlern in Euren Artikeln ist erschreckend hoch.

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