Austrian Ocean Race Project: Mission erfüllt – Wie es für die jungen Österreicher weiter geht

"Wir sind bereit"

Die Österreicher ziehen Bilanz nach dem ersten großen öffentlichen Auftritt. Dem sensationellen ersten Etappensieg folgten zwar keine weiteren großen Euphorie-Momente, aber es überwiegt Zufriedenheit. Nun wartet die schwierigste Aufgabe.

Harte Arbeit an drei Grindern. © Austrian Sailing Project

“Ziel erreicht, Mission erfüllt” heißt es in der Pressemitteilung des Austrian Ocean Race Project. Tatsächlich haben die jungen Österreicher beim Ocean Race Europe das Maximum aus ihrem Low Budget Project herausgeholt. Zuvor konnten sie sportlich nicht viel erwarten. Wer in der VO65 Onedesign-Klasse aus Kostengründen auf einen A4 Gennaker verzichten muss, den die Konkurrenz besitzt, muss sehr kleine Brötchen backen.

© Austrian Sailing Project

Umso überraschender war der große Auftritt bei der ersten Etappe. Der Wettergott belohnte die Organisatoren der Kampagne für ihren Mut. Er schickte Bedingungen, die zu unerwarteten Chancen führten – und die Crew nutzte sie perfekt.

Danach wurde es schwieriger, auch weil das Team wie zuvor geplant auf vielen Positionen durchgewechselt wurde. Auf der dritten Etappe passten schließlich auch einig taktische Entscheidungen nicht. Das blaue Boot fiel in der Gesamtwertung nach einem vorletzten und letzten Etappenplatz auf Rang fünf zurück.

Aber der holländische Skipper Gerwin Jansen zieht eine positive Bilanz. „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben uns auf dieser Regatta als konkurrenzfähiges Segelteam etabliert. Jetzt gilt es, weiterzuarbeiten und Partner für die nächsten Schritte zu finden.“

Man habe nicht nur mithalten, sondern an manchen Tagen ganz vorne mitsegeln können. „Das Bild von uns hat sich komplett geändert. Das haben wir an den Reaktionen der anderen Crews gemerkt.” Von denen seien sie immer mehr als starke Gegner akzeptiert worden. “Für unser Team heißt es jetzt einmal regenerieren, danach werden wir ein paar kleinere Rennen bestreiten und das Team Building vorantreiben. Wir sind bereit!“

Auf der 3. Etappe war mehr drin und die späteren zweiten AkzoNobel lange in Sicht. © Austrian Sailing Project

Projektleiter Kobale betont die wichtigen Erfahrungen für die junge Crew. „Es waren einzigartige Erlebnisse und wir haben großartige Einzelergebnisse geschafft. Die Teams vor uns haben alle jahrelange Erfahrung, aber wir waren in Schlagdistanz.“ Jetzt gehe es darum, das Momentum mitzunehmen, Partner zu finden und die Mannschaft für das große Rennen vorzubereiten.

Dafür war dieses Rennen wichtig. Für das Austrian Ocean Race Project galt es genauso wie für das Offshore Team Germany, sich als starkes, hart arbeitendes Rennteam zu zeigen und wahrgenommen zu werden. Das ist die Basis, auf der die kommenden Sponsor-Gespräche aufgebaut werden. Es gilt nun Partner zu finden, um den großen Traum von der Teilnahme beim The Offshore Race (TOR) im nächsten Jahr verwirklichen zu können.

Aufräumen auf dem Vorschiff. © Austrian Sailing Project

Es ist die schwierigste Aufgabe bei diesem Projekt. Die Segler haben nun vorgelegt und sich als junge, hungrige Einheit präsentiert. “Wir wollen den Schwung mitnehmen, um einen Partner für TOR zu finden”, bekunden sie. “Die Europe Tour hat gut gezeigt, welche Wellen man als Segelteam im Ocean Race schlagen kann. Es gibt nicht nur Interviews auf verschiedenen Medienplattformen in Europa, sondern auch Berichte in russischen, brasilianischen und sogar japanischen Medien. Dieses große Medienecho bei der Europe Tour hat uns überrascht. Es zeigt, dass wir uns für den Ansturm beim großen Rennen wappnen müssen. Diese Popularität und das frische Auftreten auf den Social-Media-Kanälen sollte es aber nicht allzu schwer machen, einen Sponsor für das große Rennen zu finden. Auch auf dieser Ebene zählt: Wir sind bereit!”

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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