Barcelona World Race: Boris Herrmann fällt mit Hydraulik-Problemen zurück, “Groupe Bel” ist dran

Was ist los mit „Neutrogena“?

Ryan Breymaier brütet mit heißer Suppe vor dem Rechner. © FNOB

Nach zwei Tagen mit großen Meilen-Verlusten fallen Boris Herrmann und Ryan Breymaier weiter zurück. Der Abstand zu „Renault“ beträgt nun 150 Meilen, und „Groupe Bel“ ist nach dem Überholen von „Mirabaud“ bis auf 140 Meilen aufgekommen.

Es ist nicht so ganz klar, wo die Probleme bei „Neutrogena“ liegen. Zwei im Gegensatz zu „Renault“ anders platzierte Halsen am letzten Pazifik-Tor haben wohl den Rückstand verursacht. Es ist schwer zu beurteilen, ob dem taktische oder technische Fehler zugrunde liegen.

Boris Herrmann hält sich in seinem Blog-Eintrag sehr bedeckt. Auf die Frage eines Lesers, wie der Abstand zu erklären sei und ob alles im Lot sei, sagt Boris: „Jau, alles im Lot“.

Situation am 6.3. "Neutrogena" (schwarz) hat verloren, liegt aber noch gut im Rennen. "Groupe Bel" (rot) kommt stark auf.

In der vergangenen Woche drehten sich seine Kommentare häufig darum, dass sie angesichts der Sturmlage einen sicheren Kurs bevorzugen. So schreibt er auch diesmal: „Wir haben eigentlich vom Routing her einen radikalen Südkurs. Nur aus Materialschongründen versuchen wir, den Kurs so abzustecken, dass wir immer möglichst vorm Wind segeln.“

Es ist nicht ganz klar, ob es ein echtes Problem gibt, das vielleicht vor der Konkurrenz nicht aufgedeckt werden soll. Die Kommentare drehen sich mehr und mehr um die Sicherheit: „ Am Ende zählt doch erstmal ankommen. Nonstop? Es ist mit diesen Yachten schwerer als gedacht. Kaum zwei Tage vergehen, ohne die Ersatzteilsäcke und die Werkzeugkiste zu öffnen.

Die Statistik zeigt den Verlust von "Neutrogena" (graue Linie) im Vergleich zur direkten Konkurrenz. "Groupe Bel" (obere Linie) war am schnellsten.

Ein kleines Wunder, wenn wir es schaffen, denken wir manchmal. Szenarien gehen durch den Kopf, doch aus dem Grau, der Feuchtigkeit, aus der nassen Bilge erheben wir das krause Haupt, heben unsere Hand – von der Öl und Harz, Fett und Sikaflex tropft – und richten uns aus dem entwürdigenden Kriechgang auf, in den uns der Sturm zwingt.“

Er redet sich und den Fans Mut zu: „Das wird schon, Freunde! Was genau passiert, weiß nur der liebe Gott. Aber im Moment hab ich ein gutes Gefühl mit unserer etwas südlicheren Position.“ Oder: „Wir flicken die Kiste schon immer wieder irgendwie zusammen. Es sei denn, der Kiel fällt ab – dann lässt sich nix mehr machen.“

Per Twitter hatte er einmal kurz geäußert: „Liebe Leute, wir hatten etwas technischen Trouble heute, keine Flaute, wie man vermuten mag. Wir konnten eine Lösung finden und nun wieder volle Segel setzen. Doch nun wird der Wind tatsächlich erstmal etwas flauer bleiben, bis wir morgen Abend halsen und dann geradewegs in bis zu 30 Knoten auf zum Kap segeln. Renault haben wir weiter auf dem Korn.“

Partner Ryan Breymaier spricht offener über den Rückstand: „Wir hatten einige technische Probleme, und dann hat uns eine Front passiert, die wenig und sehr drehenden Wind brachte. Zwei Tage kämpften wir mit der Technik. Nun sollte es mehr oder weniger besser gehen.“

CTMJessJob

Das Hydraulic System habe ein Leck gehabt. Und das sei die größte Bremse gewesen. Deshalb habe „Neutrogena“ eine Zeitlang“ nicht die großen Segel setzen können. Sie hätten Ratschläge von Technikern an Land eingeholt. Erst jetzt könne wieder das maximale Potenzial erreicht werden.

Der Amerikaner deutet aber an, dass es ein hartes Stück Arbeit wird, „Groupe Bel“ und „Estrella Damm“ nach dem Horn zu halten. „Es dürfte schwer werden die VPLP/Verdier Designs bei wenig Wind und Flachwasser zu halten.“

Aber nach wie vor liegt das Newcomer Duo hervorragend im Rennen. Es hätte vor dem Rennen wohl kaum davon zu träumen gewagt, noch am Kap Horn in den Kampf um Platz drei eingreifen zu können. Es bleibt spannend! Wir fiebern mit.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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