Barcelona World Race: Nur noch 22 Meilen Rückstand für Boris Herrmann

"Das Ballast-System gibt langsam den Geist auf"

"Neutrogena" steckt bei Neuseeland den Bug in eine Welle. © Chris Cameron/BWR

An der Spitze des Barcelona World Races hat die zweitplatzierte „Mapfre“ Boden verloren und liegt jetzt wieder 60 Meilen hinter „Virbac-Paprec“ zurück. Die spanischen 49er Olympiasieger investierten in einen südlicheren Kurs, und das hat sich bis jetzt noch nicht ausgezahlt.

Dafür spitzt sich der Kampf um Platz drei zu. „Neutrogena“ war in der Nacht das schnellste Boot und liegt auf dem Weg zum vorletzten Pazifik-Tor nur noch 22,6 Meilen hinter der „Renault“ zurück.

Karte vom 1.3. Die Verbindungsausfälle von "Mapfre" sind markiert. Die Spanier wagen einen Split nach Süden, der bisher noch nicht aufgeht. Das Verfolgerfeld hangelt sich im Gänsemarsch durch die Tore. "Neutrogena" (schwarz) setzt "Renault" schwer unter Druck.

Die taktischen Optionen sind in dieser Phase des Kurses durch Gates sehr eingeschränkt. Es geht um Vorwind-Speed und maximale Tiefe. Dabei lässt auch „Mirabaud“ nicht locker. Knapp 140 Meilen hinter Boris Herrmann und Ryan Breymaier verkürzen auch sie permanent den Rückstand und liegen weiter in Schlagdistanz.

Die Frauen an Bord der „Gaes“ konnten ihre tatkisch günstige Nord-Position gegenüber „Hugo Boss“ nicht ausnutzen. Sie berichten von einer Patenthalse bei 40 Knoten. Der Autopilot sei ausgefallen, zwei Segel hingen über Bord und und zwei Relingstützen brachen. „Alles sehr aufregend“, schreiben sie von Bord.

So sieht es besser aus. "Neutrogena" hebt den Bug. Erstaunlich, wie gut das sieben Jahre alte Schiff gegen die jüngere Konkurrenz mithält. © Chris Cameron/BWR

Derweil beschreibt Boris Herrmann in einem älteren Blog Beitrag vom 25.2. dass es auch bei technisch nicht optimal läuft. „Wir segeln in circa 26 Knoten Wind mit einem Durchschnitt von 18,9 Knoten, genau halbwinds unter Solent und zweitem Reff im Groß – ohne Wasserballast, weil das ganze System langsam den Geist aufgibt. Mit Ballast und einem Reff weniger wären wir wohl einen Knoten schneller, aber die Lasten auf dem Schiff wären enorm viel höher. Ich bin daher so zufrieden, wie es ist.“

Der aktuelle Stand

Und weg sind sie wieder. Großer Gennaker, maximale Power. © Chris Cameron/BWR

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Carsten Kemmling

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