Barcelona World Race: Riechers Lebenszeichen von Bord

Das "MacGyver-Team"

Die notorische Flautenzone der Doldrums hat für Jörg Riechers und Sébastien Audigane  beim Barcelona World Race keine Möglichkeit zum Aufholen ergeben. Erste Videos von Bord.

Riechers Abstand zur Spitze wächst weiter, auch wenn er an Position zwei geführt wird.

Riechers Abstand zur Spitze wächst weiter, auch wenn er an Position zwei geführt wird.

Die vier Spitzenboote haben relativ unbeschadet den Kalmengürtel passiert und der auf Angriff sinnenden “Renault Captur” keine Chance gegeben, Meilen gut zu machen. Im Gegenteil. Ihr östlicher Kurs lässt sie länger in der Flautenzone verweilen.

Riechers führt die Kurswahl im Video auch auf die kleineren Probleme an Bord zurück. Er bezeichnet “Renault Captur” als das “MacGyver Team” – frei nach dem Serienhelden, der aus seiner Uhr und  Klebeband Atombomben bauen konnte – und bezieht sich dabei besonders auf das Problem der hochklappenden Ruderblätter, die jetzt schon mehrfach zum ungeplanten Sonnenschuss geführt haben sollen. In einer Flautenminute will das Duo die Blätter besser sichern.

Riechers mit dem ersten Video Interview von Bord. Der Bart wächst.

Riechers mit dem ersten Video Interview von Bord. Der Bart wächst.

Der ärgerliche Tracker führte das Team zwischenzeitlich sogar auf Rang eins. Sehr schmeichelhaft für den Um-die-Welt-Rookie Riechers, aber das hat mit dem aktuellen Rennen hat wenig zu tun. Riechers und Audigane müssen Meilen nach Westen gutmachen, denn besonders das St Helena Hoch liegt weit südlich so deutlich im Weg, dass eine Abkürzung im Osten kaum möglich scheint. Die Spezialisten erwarten, dass die Flotte bis auf 200 Meilen an Brasilien heransegeln muss, um die schnellste Route zu finden.

Aber zurzeit treibt “Renault Captur” mit einem Knoten durch die Doldrums. Von hinten schließen sogar die Spanier Aleix Gelabert und Didac Costa mit “One Planet, One Ocean & Pharmaton” auf. Sie liegen nur noch 160 Meilen zurück. Mit ihrem Schiff unter dem Namen “Kingfisher” segelte 2001 Ellen Mac Arthur zu Platz zwei bei der Vendée Globe

Das St Helena Hoch liegt ungewöhnlich weit südlich und erfordert wohl einen sehr westlichen Kurs.

Das St Helena Hoch liegt ungewöhnlich weit südlich und erfordert wohl einen sehr westlichen Kurs.

An der Spitze ist “Hugo Boss” gut 30 Meilen östlicher als die beiden ärgsten Widersacher platziert. Bernhard Stamm hat mit der von Riechers gepimpten ex “Mare” “Cheminées Poujoulat” viel in eine westlichere Route investiert und ist dabei sogar hinter “Neutrogena” zurückgefallen. Beide Teams haben sich aber eine gute Angriffsposition auf Thomson und Ribes erarbeitet.

Riechers gibt Vollgas:

“Renault Captur” vor dem Start:

 

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „Barcelona World Race: Riechers Lebenszeichen von Bord“

  1. avatar Lyr sagt:

    In der anderen Online-Zeitung eines ehemaligen Arbeitgebers wird ständig so geschrieben, als wenn Riechers im Führungstrio mitkämpfen würde. Dabei sieht es für mich eher so aus, als wenn die beiden hinter ihm bedrohlich nahe kommen werden.
    Ganz schön irreführend! Darunter leidet in meinen Augen die ganze Dokumentation der Regatta.

    Soviel zur Qualität des Trackers und schade, wie man sich davon anstecken lassen kann.
    Ich denke mal, die Verführung aus deutscher Sicht ist einfach zu groß 😀

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

    • avatar BWR-Experte sagt:

      O-Ton Riechers: “Wir sind mittlerweile wieder Dritter”

      Tatsächlich dackelte die Renault Captur zum Zeitpunkt der Aufzeichnung 200 sm hinter den vier Führenden hinterher. Inzwischen beträgt der Rückstand sogar 300 sm.

      Offen bleibt im übrigen die Frage, wie Riechers mit den hochklappenden Rudern die Roaring Fourties bestehen will.

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  2. Das mit dem – wir sind Dritte – sieht Jörg sicher genauso “humoristisch” … Tatsächlich ist die Frage nach dem Rückstand nicht so einfach zu beantworten, da ihr östlicher “Austrittspunkt” aus den Doldrums – wenn sie es denn raus geschafft haben – auch nicht schlecht, da sie mit einem wesentlich besseren Windwinkel fahren können als die wesentlich weiter westlich liegenden Schiffe – Wie Thomson schrieb – riskant, insbesondere in Bezug auf die folgenden Boote aber wenn es klappt, dann ist das ein tolles Husarenstück …

    Zum Thema der Ruderblätter – die klappen ja nur hoch, wenn die Sicherung kommt. D.h. sie können zur Not ohne Sicherung fahren – machen fast alle Schiffe (weil ohne aufholbare Ruder) so …

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  3. der einzige informative und objektive artikel war der von frank eckardt.
    die “segelreporter” sollten objektiv und mit weniger häme berichten!
    jörg und sep sind keine sind keine anfänger und neulinge (die deutsche übersetzung von rookie)

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