Barcelona World Race: Zusammenschluss an der Spitze, Boris Herrmann schnell unterwegs

Nichts für weiche Hände

Das Barcelona World Race befindet sich in einer spannenden Phase. An der Spitze liegen die 49er Olympiasieger Iker Martinez und Xabi Fernandez mit ihrer „Mapfre“ nur noch 24 Meilen hinter „Virbac“. Die Spanier sind das schnellste Boot im Feld und haben sich konstant an die französischen Gegner herangearbeitet.

Harte Arbeit. "Groupe Bel"-Co-Skipper Sébastien Audigane zeigt seine aufgeplatzten Hände. © FNOB

Außerdem konnten Boris Herrmann und Ryan Breymaier den Rückstand auf die drittplatzierte „Renault“ mit 130 Meilen konstant halten, weil sie zurzeit einen direkteren Kurs steuern. Die Spanier halten aber eine deutlich südlichere Position, die ihnen Vorteile bringen könnte. Allerdings naht ein Tiefdruckgebiet aus dem Norden, dessen Ansteuerung in den nächsten Tagen taktisch sehr anspruchsvoll wird.

Die Karte vom 23.2. "Neutrogena" segelt einen direkten Kurs und macht deshalb Boden auf "Renault" (grün) im Süden gut. "Groupe Bel" (rot) und "Estrella" halten nach Norden auf ein Tief zu. "Mapfre" setzt vorne "Virbac" mächtig unter Druck.

Davon dürften besonders „Estrella Damm“ und „Groupe Bel“ profitieren, die das Rennen nach ihrem 48 Stunden Stopp wieder aufgenommen haben. Sie liegen 330 Meilen hinter „Neutrogena“ steuern aber jetzt schon Bord an Bord einen höheren Kurs, der sie mit Rückenwind nördlich am Tief vorbei bringt.

Inzwischen hat auch „Hugo Boss“ die Cook Strait passiert und dabei überraschend auf einen Stop verzichtet. Nach wie vor können sie durch den Schaden an der Mastspur nicht das volle Groß setzen, aber sie hoffen, die Reparatur vielleicht doch noch später ausführen zu können.

Ryan sieht dem abfliegenden Helikopter hinterher. Nun kämpfen sie wieder alleine. © FNOB

Unterdessen beschäftigt sich Boris Herrmann auf seinem Blog gedanklich mit den Chatham Islands, die sie gerade in einem Abstand von 100 Meilen südlich passieren und der Vendee Globe. „Abgelegene Inseln haben etwas Mystisches, Geheimnisvolles. „Wenn ich keinen Vendee Globe-Sponsor finde“, sagt Boris, will er ein Buch über Inseln übersetzen.

Zu den Chathams fällt ihm eine Geschichte von Josh Hall ein, dem Renndirektor des Portimão Global Ocean Race. Der sei 1997 auf den Inseln gelandet nach einem Mastbruch im Around Alone-Rennen.

Boris und Ryan sind bester Laune. Die Newcomer haben sich mit ihrem alten Schiff bisher bestens geschlagen. © FNOB

Zwei Wochen habe er auf einen Schlepp nach Wellington warten müssen und sei dabei den Einheimischen nahe gekommen. Es soll sich überwiegend um Japaner handeln, die „tonnenweise Geld” mit dem Thunfischfang scheffeln „Sie besitzen allesamt Harleys und treffen sich mit den Motorrädern jeden Sonntag zum Show-off auf dem einzigen asphaltierten Straßenkilometer, den die Inseln vorzuweisen haben.“

ONSAILCTM

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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9 Kommentare zu „Barcelona World Race: Zusammenschluss an der Spitze, Boris Herrmann schnell unterwegs“

  1. avatar Dirk M sagt:

    Kennt jemand das Buch von dem Boris schreibt?
    Meine Amazon und Google Recherche bliebt bisher leider erfolglos 🙁

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  2. avatar T.B. sagt:

    Ich weiß nicht welches Buch Boris meint, aber wenn Du dich für Bücher über “verwunschene Inseln” interessierts habe ich einen Tipp:

    http://www.mare.de/index.php?article_id=1578&setCookie=1

    “Atlas der abgelegenen Inseln” vom Mare Verlag, hört sich gut an…

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    • avatar Dirk M sagt:

      Danke, T.B., das von dir vorgeschlagene Buch habe ich schon hinter mir. Ist mE etwas dünn und die wirklich abgelegegen Inseln kommen darin auch nicht vor…

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  3. avatar Götz sagt:

    Die Schmach mit dem nicht funktionierenden Tracker hat die
    Organisatoren des BWC dann doch getroffen.
    Jetzt gibt es gleich mehrere (auch endlich für das Ipad):
    http://tracking.barcelonaworldrace.org/track-en.html

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  4. avatar enzo sagt:

    Mmmhh Foto der Hände spricht aber nicht für den Sponsor;-)

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  5. avatar Marina sagt:

    …deshalb hatte ich ja alle Crews in Barcelona vor dem Start aufgefordert, ihre Hände zu zeigen!
    (siehe Foto)
    Ich hoffe, die unserer Jungs sehen besser aus! Dank Neutrogena? Wer weiß…
    Weiterhin toi-toi-toi – und zwar auf die Hände gespuckt 😉 Marina

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