Match Race Germany: Minoprio-Team gewinnt und verliert eine Unterhose

Kathrin Kadelbachs persönliche Bilanz

Dumm gelaufen. Minoprios Vorschiffsmann Nick Blackman wird von seiner Crew zum Feiern des Sieges über Bord geworfen und bleibt mit der Unterhose an der Relingstütze hängen. © Gareth Cooke/Subzero Images/WMRT

Die Neuseeländischen Weltmeister können auch anders. Sie schreien empört über eine vermeintliche Regelverletzung des Gegners. © Gareth Cooke/Subzero Images/WMRT

Läuft doch eigentlich gar nicht so schlecht. Eine Minute vor dem Start blockiert zwar Segelikone Peter Gilmour eine mögliche Wende, aber wir könnten ungehindert abzufallen und halsen. Oder lässt er uns den Weg absichtlich frei?

Ein Schrei von vorne klärt das. Vorschiffsmann Wolfi Dietz, der bereits beim America`s Cup für das deutsche Team segelte, ist taktisch gänzlich anderer Meinung und macht das lautstark klar. Zu spät. Gilmour wartet bereits auf der Layline zum Startschiff und verzögert mit seiner Bavaria 35. Er will uns wohl in die Lücke zwischen ihm und dem Startschiff locken.

Zwar sind zwei Damen an Bord, aber diesen Vorurteilen wollen wir kein Futter geben, und verzögern selbst, um am Heck das Australiers die Startlinie zu überqueren. Läuft doch eigentlich gar nicht so schlecht, wenn man bedenkt gegen wen wir hier segeln. Zwar haben wir selbst einen facettenreichen Mix an seglerischem Können und Erfahrung an Bord, aber im Zusammenspiel lassen sich Unstimmigkeiten nicht von der Hand weisen.

Ganz vorne am Bug steht Wolfi Dietz, der nicht nur die anspruchvolle Aufgabe des Vordeckers übernimmt, sondern auch das rückwärts Einparken mit der Bavaria im Hafen, was mich vor größerem Spott der Gegner bewahrt. Es lauern schließlich einige Gefahren wie ein anderer SEGELreporter zu berichten weiß.

Außerdem haben wir Rigo de Nijs an Bord , einen der erfolgreichsten Trainer der Welt. Der kann zwar gut bei Verbänden anecken, ist jedoch als Coach und Mitsegler unbedingt zu empfehlen.

Die 18 Kilo, die Johannes Polgar seit dem Umstieg vom Tornado in das Starboot zugenommen hat, passen auch gut in unser viel zu leichtes Team. Und, ja, der hört auch manchmal auf mich. An der Großschot steht Ulli Schümann. Sie sorgt als weibliche Teilnehmerin im Männerfeld für Aufsehen, kämpft und zieht auf dem Boot aber wie ein ganzer Kerl. Erstaunlich, dass sie dabei noch Zeit findet, die Taktik zu machen und Einfühlungsvermögen beim Beruhigen der aufgeregten Steuerfrau beweist.

Die Wettfahrt gegen Gilmour verlieren wir am Ende deutlicher als den Start. Je stärker der Wind weht, umso größer wird der Unterschied zu den Profis. Aber es geht auch anders. Mit guten Starts und gutem Speed bei leichtem Wind gewinnen wir zwei Matches. Das ist mehr als wir erhofft hatten. Lief doch eigentlich gar nicht so schlecht.

Als einzige und erste Damencrew beim Match Race wurde uns immer wieder die Frage gestellt, wie es denn sei mit Männern zu segeln. Aber vielleicht ist doch die viel interessantere Frage, wie es den Männern ergeht, wenn sie mit und gegen Frauen segeln.

Vielleicht haben ja Björn Hansen und Mads Ebler etwas Interessantes dazu zu sagen. Die offizielle Pressemitteilung zum Sieg des Neuseeländers Adam Minoprio Ergebnisse der Round Robin Weitere Infos: www.ewesailingteam.de www.flightright.de www.matchrace.de

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