Big Picture America’s Cup: Luna Rossa und sein kleiner Flieger – AC75-Stapellauf steht bevor

Es wird ernst

Ende August wird Luna Rossa den ersten echten AC75-Cupper der Öffentlichkeit zeigen. Bis dahin müssen noch die Mini-Krakenfoiler herhalten. Die Italiener präsentieren ihren stylischen Flieger.

Man hört und sieht nicht viel von den Vorbereitungen zum 36. America’s Cup, der im Februar 2021 startet. Das Feld der Teilnehmer ist mit der neuen Monohull-Klasse auf fünf geschrumpft. Dabei wird dem zweiten US-Team Stars&Stripes kaum zugetraut tatsächlich ein Boot an die Startlinie zu bringen geschweige denn konkurrenzfähig zu sein.

 Luna Rossa

Nach den Briten und Amis haben auch die Italiener einen Mini-Foiler im Angebot. © Luna Rossa

Außerdem wird inzwischen nicht nur das Gros der Design-Arbeit am Computer-Bildschirm erledigt. Weil es so effektiv wie nie ist. Und weil der Konkurrenz möglichst wenig verraten werden soll. Auch das Training der Segler findet bisher überwiegend am Simulator statt.

Luna Rossa

Luna Rossa beim Training vor Cagliari. © Luna Rossa

Da hat es den Anschein, als würden den Bauten der maximal erlaubten 12 Meter kleinen Mini-Cupper nur noch psychologische oder PR-technische Erfordernisse zugrunde liegen. Man zeigt damit den Fans, dass das Prinzip tatsächlich funktioniert. Und der Konkurrenz, dass man auf Augenhöhe agiert.

Luna Rossa

Drei Mann testen das Foilen auf nur zwei Punkten. © Luna Rossa

Aber bald wird es ernst. Hinter den Kulissen des 36. America’s Cups sind die Vorbereitungen für die ersten von jeweils zwei erlaubten Neubauten pro Team in vollem Gange. Luna Rossa hat den Stapellauf seines AC75 für den 25. August angekündigt. Ab dem 2. Februar 2020 darf dann aber auch schon ein zweites Boot gewassert werden.

Luna Rossa

Cup Veteran Francesco Bruni bewegt das Steuer. © Luna Rossa

Die Italiener sollen den ersten Satz der Onedesign Foil-Arme geliefert bekommen haben, deren Versagen bei den ersten Belastungstests die Zeitpläne so dramatisch durcheinander gebracht haben. Die Briten und Amerikaner haben die Bauteile noch nicht erhalten. Die Kiwis werden erst als letztes Team an der Reihe sein. Sie haben den Vorteil, dass sie ihren neuen AC75 im Sommer der südlichen Hemisphäre auf dem Cup-Revier testen können.

Luna Rossa

Balancieren auf der Lee-Stütze. © Luna Rossa

Die erste Regatta der AC World Series findet in Cagliari unweit der Luna Rossa Teambasis statt vom 23. bis 26. April 2020. Es gibt noch keine Informationen über das Format. Fleetrace oder Match Race? das ist noch nicht klar. Bestätigt ist aber der Kurs. Es wird tatsächlich klassisch gegen den Wind gestartet – man wird wieder Vorstart-Duelle sehen – und mit Luv- und Leetor gesegelt.

So soll der Kurs vor Cagliari aussehen. Amwind-Start und Ziel im Hafen.

Längst hat Luna Rossa Besitzer Patrizio Bertelli zugegeben, dass er sich die Rückkehr des Einrumpfers nach der Katamaran-Ära beim America’s Cup anders vorgestellt hat. Die Kiwis hatten ihm für seine Unterstützung in Bermuda im Falle ihres Sieges einen Einrumpfer versprochen und Bertelli hatte eine Art modernen Volvo 60 maximal mit Tragflächen an den Rudern im Kopf gehabt.

Luna Rossa

Luna Rossas Modell-Präsentation mit Patricio Bertelli. © Luna Rossa

Luna Rossa

Luna Rossas Modell-Präsentation mit Patricio Bertelli. © Luna Rossa

Die Neuseeländer hielten ihr Wort dann mit dem AC75, der allerdings noch radikaler als die Kats. Und Bertelli fügte sich. Inzwischen hat er sich aber offenbar damit abgefunden.

 

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *