Big Picture: Das ist der Mini-Spirit – Segler feiern mit einarmigem Chinesen

After Sail Party

Xu Jingkun

Die Mini Community feiert mit dem einarmigen Chinesn Xu Jingkun dessen Ankunft. Vorne mit dabei die Deutschen Heinze, Lenk und Lükermann. © Mini Transat

Die Mini Transat ist mehr als nur eine Regatta. Dieses Statement füllt sich mit Leben, wenn man das Foto von der Begrüßung des einarmigen Chinesen Xu Jingkun betrachtet, der auf Platz 39 das Ziel erreichte.

Natürlich geht es bei der Mini Transat Regatta auch um das Gewinnen. Für einige Segler kann ein Erfolg der Start einer großen Hochsee-Karriere werden. Aber das eigentliche Wesen der Veranstaltung zieht die Veranstaltung aus dem Zusammenhalt seiner Teilnehmer.

Alle Segler sind alleine unterwegs und benötigen umso mehr Hilfe an Land. Bei der einwöchigen Vorbereitung im Starthafen von Douarnenez wachsen sie zusammen. Alle fühlen einander enger verbunden als bei einer Wochenend-Wald-und-Wiesen-Regatta. Da draußen auf dem Teich kann schließlich eine Menge passieren.

Umso größer ist der Zusammenhalt, wenn die Segler wieder gesund im Hafen angekommen sind. Das zeigte sich bei der spontanen After Sail Party mit dem Chinesen Xu Jingkun. Mitten in der Nacht wurde er von seinen internationalen Segel-Freunden begrüßt, darunter die Deutschen Jan Heinze, Chris Lükermann und Dominik Lenk.

Sie würdigten mit dem Empfang auch die besondere Leistung des Chinesen, der ein echter Einhandsegler ist. Ihm fehlt der linke Unterarm. Das  hat ihn aber bisher nicht von Segel-Abenteuern abhalten können. Auf einem kleinen Boot segelte er lange Törns im Süchinesischen Meer. Und 2008 nahm er für sein Heimatland auch an den Paralympics Teil (Platz 10).

Die 1250 Meilen nach Lanzerote hat er in 10 Tagen und 10 Stunden absolviert, er brauchte also gut drei Tage länger als die ersten Serienboote. Besonders die letzten 30 Meilen haben genervt. In der Flaute benötigte er für das kurze Stück 12 Stunden. “Das Ende war schrecklich”, erzählt Jingkun. “Die Segel schlugen, und es ging einfach nicht vorwärts. Ich fiel immer wieder erschöpft in tiefen Schlaf.” Ansonsten sei das Rennen wundervoll gewesen. Auch wenn er niemanden gesehen oder über Funk gehört habe. Deshalb sei es fantastisch, wie alle ihn empfangen hätten. “Ich dachte schon, ich sei alleine auf dieser Welt.”

Xu Jingkun

Xu Jingkun segelte mit diesem Boot einhand im Südchinesischen Meer. © Xu Jingkun

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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