MX700-Sportboot: Russen bauen sich ihre eigene J/70 – Mastbruch bei Krim-Regatta

J/70 Kopie? - egal

Segelpause wegen Corona? Nicht bei den Russen. Die organisieren eine neue Wettfahrt-Serie mit neuem Boot, das verdächtig der J/70 ähnelt. Ausgerechnet in Sewastopol, auf der Krim.

 

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von SECRETSAILING (@secretsailing) am

Was macht man, wenn ein Schiff gut aber zu teuer ist und man über handwerkliches Kow How verfügt? Man baut es selbst. So machen es jedenfalls die Russen mit der J/70. Die erfolgreichste Onedesign-Kielboot-Konstruktion der vergangenen Jahre – mehr als 1500 verkaufte Boote in 25 Ländern – wird auch in Russland erfolgreich gesegelt.

Aber nun hat man dort offenbar eine Alternative gefunden. Sie sieht aus wie eine J/70 heißt aber MX700. Die technischen Daten sind nahezu identisch, nur der Rumpf weist einen kleinen Knick im Achterschiff auf. Seit 2019 wird das Schiff in St. Petersburg von der Werft Mobile Group gefertigt, die zu UdSSR-Zeiten High-Tech-Yachten baute und aktuell Speed-Schlauchboote.

Sieht aus wie eine J/70 ist aber keine. © Max700

Das Projekt ist in Russland aus einer Club-Idee entstanden, der die in St. Petersburg verwirklicht wurde. Der Verein sollte mit einer eigenen Flotte von Segelyachten punkten und sportliches Segeln anbieten. Aber die Gründung geriet ins Stocken, als kein passender Bootstyp gefunden wurde. Die J/70 wäre ideal, sei aber zu teuer gewesen, sagt der Initiator Dmitry Zhaivoronok, selber ein russischer Spitzensegler.

Erst der Kontakt mit Alexander Filippov, dem Werft-Eigentümer von Mobile Group habe die Idee vorangetrieben. Der Club ZigZag wurde gegründet und die MX700-Flotte gebaut. Im Sommer 2019 liefen acht Sportboote vom Stapel. Es sollen die ersten Segelboote dieser Art sein, die in Russland in Sandwich-Bauweise aus einem Glasfaser-Epoxy-Laminat hergestellt werden.

Hersteller-Preis für MX700

Dass es sich offenbar um eine J/70-Kopie handelt, spielt im Land keine Rolle. Im Dezember 2019 wurde die Werft mit einem Hersteller-Preis geehrt. Und die MX700 verbreitet sich offenbar rasant. Die Flotten-Idee hat nach dem Verein von St. Petersburg nun auch in Sewastopol, Krasnodar und Abrau-Djurso am Schwarzen Meer Einzug gehalten. Die nächste Initiative entsteht in Moskau. Ende 2020 sollen 30 Yachten ausgeliefert sein.

Die Flotte in Sewastopol. © ZigZag

Sie alle treten bei einer Rennserie gegeneinander an. Der Höhepunkt hat gerade in Sewastopol stattgefunden, der größten Stadt auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim.

Dort segelten 17 Teams gegeneinander und erlebten jede Menge Segel-Action. Bei starkem Wind hielt ein Rigg nicht stand. Schluss ist die Saison noch lange nicht. Von Oktober bis Mai soll die Regattaserie in Sewastopol fortgesetzt werden. Zielgruppe sind mittlere bis fortgeschrittene Segler.

Die neue MX700 Flotte in Russland. © ZigZag

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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