Bilder-Geschichte: In der “Zone” beim “Reinwenden” erwischt

Böses Foul

SegelReporter Andreas John hatte beim Laser Masters Finale auf dem Wittensee eine interessante Begegnung an der Luvtonne, die auch noch fotografiert wurde. Was sagen die Regeln?

Der International Judge Klaus Lahme hat sich die Bilderfolge angesehen und diskutiert die relevanten Regeln. Dabei geht es insbesondere um das so genannte “Reinwenden” an der Luvtonne. Anders als sonstwo auf dem Kurs reicht es laut Regel 18.3 (a) nicht, seine Wende zu beenden, um Wegerecht gegenüber dem von rechts kommenden Boot zu haben.

In der Zone (drei Bootslängen um die Tonne) darf das Boot mit Wind von Steuerbord auch nicht zur Kursänderung – zum Beispiel luven über den richtigen Kurs – gezwungen werden. Die klassische Situation wird in Bild 5 gezeigt.

Laser Masters

1. Sportliches Anfahren der Luvtonne vom Laser Masters Euro Bronze Gewinner (l.). Knapp unter der Anliegelinie schnell noch mal einen Gegner zur wende zwingen. © Udo Hallstein

© Udo Hallstein

2. © Udo Hallstein

Laser Masters

3. So, jetzt selber zur Luvtonne wenden. © Udo Hallstein

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4. Es wird aber eng zur Luvtonne. © Udo Hallstein

Wenn da nicht die andern alle mit Vorfahrt ankämen. Und dann auch noch dieser doof SegelReporter (l.). Was schreit der denn so? © Udo Hallstein

5. Wenn da nicht die andern alle mit Vorfahrt ankämen. Und dann auch noch dieser doofe SegelReporter (l.). Was schreit der denn so? © Udo Hallstein

Könnte hinhauen... © Udo Hallstein

6. Könnte hinhauen… © Udo Hallstein

Laser Masters

7. …tut es aber nicht. Tonne berührt! Gegner berührt!! © Udo Hallstein

Oops, das ist danndoch blöd gelaufen. Da sind wohl Kreise fällig. © Udo Hallstein

8. Oops, das ist danndoch blöd gelaufen. Da sind wohl Kreise fällig. © Udo Hallstein

Laser Masters

9. Und nun erst einmal sortieren. © Udo Hallstein

Klaus Lahme sagt zu der Situation, dass die Wende in Bild 6 vermutlich gerade beendet ist (Abfallen auf Amwindkurs) Aber der Abstand zur 155 ist vermutlich zu eng. Das allein verletze schon Regel 13 (Freihalten in der Wende).

Aber wichtiger sei noch die Wende in der Zone. “Das wendende Schiff darf den mit Wind von Steuerbord kommenden Gegner nicht durch seine Anwesenheit veranlassen, über Amwindkurs zu segeln.”

Die Situation in der Entwicklung. © Christoph Zeiser

Die Situation in der Entwicklung. © Christoph Zeiser

Allerdings gelte nach der Beendigung der Wende immer noch Regel 11 (Lee vor Luv). Deshalb mag auch das Luvboot auf Bild 7 eine Regelverletzung begehen, als es abfällt den Baum auffiert und eine Berührung verursacht.

“Andererseits muss man sich erst zu dem Zeitpunkt freihalten, wenn das wendende Boot sein Manöver beendet und dann Wegerechtsboot wird. Man muss seine Wende nicht antizipieren.”

Das wendende Boot muss demnach zwei Strafen ausführen. Einmal für das “Reinwenden” und einmal für die Bojenberührung.

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Carsten Kemmling

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8 Kommentare zu „Bilder-Geschichte: In der “Zone” beim “Reinwenden” erwischt“

  1. avatar Reinhard aus MeckPom sagt:

    Sehr schöne Analyse. Gern mehr davon!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 11 Daumen runter 1

  2. avatar Ballbreaker sagt:

    Hier noch ergänzend der Bericht von

    http://www.laserklasse.de/pages/posts/laser-masters-finale-auf-dem-wittensee-24.25.8.2013-873.php

    auch mit der Auflösung wie die Frage: “Und was machen wir jetzt” in der Wettfahrt beantwortet wurde

    🙂

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

  3. avatar Lasse sagt:

    Gilt das Selbe auch für die Zielkreuz und das Ziel?

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  4. avatar Regel Lerner sagt:

    Es gibt eine schöne App für alle lernwilligen Androider: Sailing Rules Guide. Leider nur auf englisch…

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  5. Es ist in Bild 6 eher weniger Regel 13 als mehr 18.3, die verletzt wird (Wenden in der Zone und anschließendes Zwingen zur Kursänderung über Amwind)
    Ob die Tonnenberührung und die Verletzung von 18.3 in einem Vorfall geschehen sind (Regel 44.1a) kann kontrovers gesehen werden. Jedoch wird sich die Jury aufgrund der zeitlichen und räumlichen Nähe eher dafür entscheiden. Daher Anwendung von 44.1a), Folglich nur 720° Kringel.

    Ausführliche Zeichnung des Vorfalls auf Facebook.

    Regelkunde- und Taktikseminare sowie Printmaterial zum Regeln lernen auf
    http://www.sailing-media.com/

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  6. avatar Arme Segelwelt sagt:

    Dann bin ich eher für 44.1 b) DSQ, da wohl deutlicher Vorteil dadurch erlangt wurde, oder?

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    • avatar Willii Gohl sagt:

      Liebe Arme Segelwelt,
      das Dumme an Ihrem Beitrag ist nur, dass WR 44.1b überhaupt nicht von “DSQ” spricht. Es lohnt sich schon immer genau zu lesen und präziese zu beschreiben. Aber das gilt für den ganzen Artikel, denn was der “richtige Kurs” in der einleitenden Beschreibung zu suchen hat, entzieht sich jeder fachkundigen Beurteilung.
      Seis drum, wie im richtigen Leben bedarf eine Diskussion ja nicht unbedingt der Fachkunde.

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 3 Daumen runter 6

  7. avatar sailer29190 sagt:

    Andreas muss trotz der Wende nicht über einen Amwindkurs anluven (siehe http://game.finckh.net/situat/tit_ger/s83.htm) und darf m. E. daher nicht protestieren. Im Gegenteil, er hat durch das Öffnen der Schot auf Bild 7. ohne Not eine Bootsberührung herbeigeführt und müßte eigentlich selbst kringeln. Ausser Frage, die beiden Reinwender haben sich aus oben beschriebenen Gründen sicherlich ebenfalls einen Doppelkringel “verdient”.

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