Boris Herrmann: Talk-Show bei Markus Lanz im ZDF – PR für den Klimaschutz

"Kleinliche" CO2-Debatte

Boris Herrmann bei Markus Lanz in seiner ZDF Talkshow:

Boris Herrmann, Markus Lanz

Boris Herrmann bei Markus Lanz. (Für Video Bild klicken) © ZDF

Boris Herrmann hat im ersten großen Interview nach seinem Atlantik Törn bei Markus Lanz über die Zeit mit Greta Thunberg gesprochen. Er konnte auch andere Botschaften loswerden.

Wird sie nun seekrank oder nicht? Das schien eine der wichtigsten Fragen zu sein im Zusammenhang von Greta Thunbergs Törn über den Atlantik. Und für nicht wenige Greta-Hasser wäre es wohl ein großer Spaß gewesen, wenn die junge Schwedin den harten Kampf mit der Geißel der Seefahrer hätte ausfechten müssen.

Aber nein, dieses Mädchen, das offenbar so vielen Menschen ein schlechtes Gewissen macht, gehört nun auch noch zum verschwindend geringen Anteil der Bevölkerung dieses Planeten, der nicht seekrank wird.

So scheint es wenigstens, wenn man Boris Herrmann glaubt, der in der ZDF Talkshow von Markus Lanz von seinem Törn berichten durfte. Er beschreibt es als “ein Wunder”, dass Thunberg gänzlich von Symptomen verschont wurde, während alle vier Männer an Bord – ihn eingeschlossen – mit der Bewegungskrankheit zu kämpfen hatten. Schließlich seien die Bedingungen auf der Nordatlantik-Route durchaus anspruchsvoll gewesen.

“Kleinliche” Debatte

In der Runde mit Star-Geigerin Anne-Sophie Mutter, Thomas Oppermann (SPD) und ex-“Tagesthemen”-Moderator Ulrich Wickert bekam er insbesondere vom Politiker Rückendeckung, der die CO2-Debatte um Thunbergs Reise als “kleinlich” empfand. Auch der PR-Vorwurf greife nicht. “Natürlich hat es sich um PR gehandelt. Aber PR für Klimaschutz ist doch völlig legitim.” Wickert dagegen schien etwas neben der Spur, als er in höchsten Tönen den “abenteuerlichen” Törn lobte, so als sei noch nie jemand über den Atlantik gesegelt, und als sei es nicht Herrmanns Job.

Aber der Profi-Segler konnte sich wieder gewohnt souverän vor der Kamera präsentieren, eine Rolle, die er mehr und mehr zur persönlichen Stärke ausbaut. Bei Lanz passierte genau das, was ihm für seine Vendée-Kampagne nutzt. Herrmann erntete Ahs und Ohs, als die spektakulären Bilder eines Video-Shootings vor der französischen Atlantik-Küste gezeigt wurden.

Beim deutschen Mainstream-Publikum ist längst nicht angekommen, wie spektakulär dieser Sport sein kann. Der Greta-Coup gibt dem deutschen Segler nun die Bühne, die Faszination des Hochseesegelns zu präsentieren. Es ist nicht nur PR für den Klimaschutz, sondern für eine faszinierende Sportart.

Bekanntheitsgrad gestiegen

Vielleicht zahlt sich das aus. Sein Bekanntheitsgrad, der wichtigste Wert für Sponsoren, dürfte jedenfalls gestiegen sein. Vielleicht hilft ihm das für ein Upgrade von “Malizia”. Angesichts der vielen IMOCA-Neubauten und der Foil-Nachrüstung von älteren Designs droht das deutsche Schiff immer mehr den Anschluss zu den Besten zu verlieren.

Die Budget-Aufbesserung gestaltete sich zuletzt wohl auch deshalb schwierig, weil es für einen 08/15-Sponsor etwas mühsam sein mag, als Geldgeber neben dem monegassischen Fürstenhaus  eine gewisse Sichtbarkeit zu bekommen. Aber Herrmann dürfte nun bei zukünftigen Verhandlungen eine deutlich stärkere Position haben.

“Malizia” war eigentlich schon wieder am 2. September in New York abgelegt, um die Rückreise anzutreten. Arno Böhnert, Stuart Mclachlan, Sharon Ferris-Choat, Shane Diviney und The-Ocean-Race-Reporter Brian Carlin haben sich auf den Weg gemacht, um den IMOCA in Rekordzeit in Frankreich abzuliefern.

Aber das Team musste inzwischen in Saint-Pierre und Miquelon festmachen südlich von Neufundland. Herrmann hat inzwischen bestätigt, dass sich ein Teammitglied verletzt hat. Er sagt aber, alle an Bord seien Okay und bedankt sich bei den Einheimischen, die bei der schwierigen Anlege-Prozedur geholfen hätten. Nun gehe es darum, wie man dem Hurikan Dorian am besten aus dem Weg gehe, der sich an der Küste hoch bewege.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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