Brest Atlantique: Rothschild-Tri zuerst aus der Boxengasse – Nun stoppt auch “Sodebo”

Lieber abwarten

Während Francois Gabart beim Stopp in Olympiahafen von Rio das von “Banque Populaire” geliehene Ruder einbaut, zieht der Rothschild-Trimaran nach seiner Reparatur-Pause wieder vorbei. “Sodebo” liegt vorne, muss aber auch auf die Bremse.

Es ist eine Situation wie bei der Formel eins. Das führende Gitana-Team kommt zuerst an die Box, um das beschädigte Schwert im Hauptrumpf zu reparieren. Alle drei verbliebenen Trimarane ziehen vorbei. “Actual Leader” ist schnell wieder eingeholt als es auf die Wendemarke vor Rio de Janeiro zugeht. Dort dreht dann “Macif” ab, um das gebrochene Ruder mit dem vom “Banque Populaire”-Team geliehenen Profil zu ersetzen.

Kommt Franck Gabart wieder aus der Box bevor Cammas und Caudrelier vorbei ziehen? Er schafft es nicht. Das Gitana Team rundet die Wendemarke auf Platz zwei hinter “Sodebo”. Der neue Trimaran von Thomas Coville, der 100 Meilen hinter “Macif” segelte, hat nun freie Bahn an der Spitze – eigentlich.

Anstatt  die Situation aber auszunutzen, hat Coville nun auch das Ruder wieder herumgeworfen. Er hält auf die Küste zu.

Pit-Stopps in Salvador de Bahia und Rio.

Sodebo ist wieder Richtung Küste umgedreht.

In einer kurzen Twitter-Mitteilung heißt es vom Team: “Wegen der aktuellen Wettersituation haben Thomas Coville und Jean-Luc Nélias  entschieden abzuwarten. Sie studieren nun mit den Wetterroutern an Land die beste Route nach Kapstadt und suchen nach dem besten Kompromiss zwischen Sicherheit und Leistung.”

Was für eine komische Regatta. Es scheint so, als wollten alle Team in der Nähe zueinander zu bleiben, um einen spannende Regatta zu kreieren. Der Rothchild-Trimaran ist der Schnellste. Das hatte sich laut seinem ex Skipper Sébastien Josse schon bei der Route du Rhum und beim Training gezeigt. Er segelte immer ein wenig schneller und tiefer als “Macif”.

Edmond de Rothschild legt in Salvador de Bahia wieder ab nach dem Boxenstopp. © Maxime Horlaville / PolaRYSE / Gitana SA

Das sei aber auch erwartet worden, auch wenn “Macif” nach seinem Refit und mit neuen Tragflächen deutlich effizienter segele. “Gitana 17 ” sei aber eben das neuere und größere Boot. Es misst 32 Meter und ist damit zwei Meter länger.

Ankerpause für Caudrelier und Cammas. © Maxime Horlaville / PolaRYSE / Gitana SA

Der neue Sodebo Ultim dagegen sollte eigentlich mithalten können. Aber bisher ist die Leistung auch für Josse enttäuschend. Er führt das Defizit auf eine Strategie zurück. Coville habe vor zwei Jahren einmal gesagt, dass der Trimaran eben für einen Einhand-um-die-Welt-Rekord konstruiert werde, der eigentlich für das Ende dieses Jahres geplant war. Dafür wolle er ein verlässliches Boot haben.

“Macif” hat in Rio festgemacht. © Team Macif

So ganz sicher ist er sich aber auch nach den ersten Atlantik-Meilen offenbar nicht. Sonst würde er wohl nicht dem Starkwind von vorne aus dem Weg gehen. Es steht allerdings auch viel auf dem Spiel. Sollte “Sodebo” den extremen Bedingungen nicht gewachsen sein, und ein größerer Schaden entstehen, mag es das Ende für dieses Projekt sein, und es wäre ein Desaster für die gesamte Ultim-Flotte.

Tracker Brest Atlantique

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „Brest Atlantique: Rothschild-Tri zuerst aus der Boxengasse – Nun stoppt auch “Sodebo”“

  1. avatar besserwisser sagt:

    Franck Gabart?

    Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *