Brest Atlantique: “Sodebo” gibt auf und segelt doch weiter – “Macif” startet Extremschlag

Auf dem Heimflug

Die große Atlantik-Schleife der Ultim Trimarane ist nicht mehr so richtig spannend, seit “Sodebo”in Kapstadt aufgegeben hat und “Macif” einen weiteren Stopp einlegte. Setzt Gabart deshalb nun alles auf eine Karte?

Nach wie vor sind die Drohnen-Bilder der fliegenden 100-Fuß-Trimane aus dem Südatlantik faszinierend. Besonders das “Gitana”-Team hat ausreichend Zeit, sich mit der Produktion zu beschäftigen. Denn das Rennen ist eigentlich kein Rennen mehr.

Nach der Umrundung von Robben Island vor Kapstadt liegt “Edmond de Rothschild” nun mehr als 200 Meilen vor dem 18 Jahre alten 2013 runderneuerten ex Sodebo-Trimaran “Acual Leader”, dessen Potenzial nicht zu einer echten Herausforderung reicht. Und “Macif” lag nach dem zweiten technischen Boxenstopp noch deutlicher zurück als zuvor. Inzwischen beträgt der Rückstand mehr als 600 Meilen.

Die neue “Sodebo” hat sich nach dem massiven Schaden am Ruder und Heck des Steuerbord-Schwimmers nun endgültig vom Rennen abgemeldet. In Kapstadt begutachtete das Team noch den Schaden, flexte die Reste vom abgebrochenen Heck weg und prüfte, ob eine Weiterfahrt im Rennmodus möglich ist. Aber offenbar ist es den Projektleitern doch zu gefährlich, das Schiff weiteren Risiken auszusetzen. Es ist nicht klar, wie sehr durch den Crash die Strukturen in Mitleidenschaft gezogen worden sind.

Allerdings hat Thomas Coville schon wieder abgelegt. Er will auf eigenem Kiel nach Frankreich segeln, und dort das Schiff wieder in Stand setzen. Der Start der neuen “Sodebo 3” war mit Spannung erwartet worden. Aber er endet nun als Enttäuschung.

Klar, dass man bei einem solch neuen Boot nicht permanent auf dem Gaspedal stehen darf. Aber bei guten Bedingungen hatten die Fans erwartet, dass Coville mögliches Potenzial im Vergleich zur direkten Konkurrenz zumindest kurz einmal andeutet. Er musste bisher allerdings den Beweis schuldig bleiben, dass der jüngste Ultim-Trimaran auf Augenhöhe mit den älteren Gegnern segeln kann.

Der Rothschild-Trimaran ist wieder auf dem Heimflug. Er scheint noch gut in Schuss zu sein. © Gitana

Der Skipper sieht das allerdings anders. “Das war ein großes Abenteuer für uns mit einem neuen Boot. Aber wir haben gesehen, dass es wettbewerbsfähig ist.” 

Gabarts Extremschlag

Für etwas Spannung bei der Regatta kann nun nur noch “Macif” sorgen. Francois Gabart hat den Blinker links gesetzt und steuert mit seinem Partner Gwénolé Gahinet einen krassen Schlenker gen Westen. Die nächsten Tagen müssen zeigen, ob diese Kurswahl eine Chance bietet, noch einmal Cammas und Caudrelier an der Spitze anzugreifen, die sich an der afrikanischen Küste hocharbeiten.

Macif blau) ist scharf nach Westen abgebogen und scheint einen Versuch mit der Brechstange zu unternehmen.

Ob es wirkliche eine Agriffsposition im Westen gibt? Bei dieser Regatta dürfen die Skipper-Duos von externen Wetterroutern beraten werden. Da sollte es wenig Spielraum geben für große Varianz bei der Routenwahl.

Brest Atlantiques Tracker

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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