Bundesliga-Auftakt 2021 – ONEKiel und Neuruppin gewinnen in Überlingen

Knappe Führung

Geduld war gefragt beim Liga-Auftakt in Überlingen. Glühende Hitze, über lange Zeit ein betonglatter See – und am Ende waren es doch sieben Flights in der 1. Liga sowie sechs in der 2. Liga. ONEKiel holte sich mit überlegenem Speed einen knappen Sieg vor dem Württembergischen YC sowie dem Flensburger YC und unterstrich damit die Ambitionen auf den Titel 2021. In der zweiten Liga überraschte Neuling RS Neuruppin vor dem Düsseldorfer YC und dem ASV Warnemünde.

An der Leetonne noch der Württembergische YC vor ONEKiel, dann zwickt ONEKiel den WYC kurz vor der Luvtonne ab und holt den letztlich entscheidenden Punkt.
Foto: Volker Geobner

Lange mussten Segler wie Wettfahrtleitung auf Wind warten. Am Freitag waren es nicht einmal zwei Flights, die gesegelt werden konnten, am Samstag nur wenig mehr – dafür wurde bis in den späten Abend bei rund vier Knoten Wind gesegelt. Auch am Sonntag foppte der Wind zunächst Segler und Helfer. „Um 13.30 Uhr kommt ein schöner Nordost“, versprach Konrad Huther, Vorsitzender des gastgebenden SMC Überlingen, der den Event zusammen mit dem Bodensee YC Überlingen ausrichtete. Es dauerte ein halbes Stündchen länger, aber dann baute sich der Nordost immer mehr auf. Hängewind versöhnte so manchen Kritiker. So konnten insgesamt sieben Wettfahrten für alle Clubs durchgeführt werden.

„Wir haben das erwartet“, sagte ONEKiel-Steuermann Magnus Simon zu den Bedingungen auf dem Schwäbischen Meer. „Wir wollten es konservativ angehen und uns keine dicken Böcke erlauben“, schilderte er die Strategie des amtierenden Vizemeisters. „Uns war wichtig, in der Nachstartphase schnellstes Boot zu sein“, sagte Simon. Das gelang dann auch: Fünf Siege in sieben Rennen für Magnus Simon, Matti Cipra, Max Kleinsorg und Silas Oettinghaus.

Die Tabelle der 1. Liga.

Den Erwartungen auf dem Bodensee wurde auch der Württembergische YC (Dennis Mehlig, Lukas Ammon, Yannick Hafner und Justin Venger) gerecht. Mit einem Sieg im ersten Lauf kamen sie gut in den Event, mussten dann aber erst einmal einen Frühstart wettmachen. Am Sonntag lief es dann wieder optimal: Gute Starts und die Plätze zwei und eins. „Wir haben an mehreren Wochenenden hier in Überlingen trainiert. So waren es für uns gewohnte Bedingungen. Es war dann wie ein Heimspiel. Denn wir wollten sowohl gut auf dem eigenen See segeln wie auch gut in die Saison kommen“, kommentierte Dennis Mehlig.

Titelverteidiger NRV kam nur auf Rang acht. „Unsere Vorbereitung war nicht optimal“, gab Steuermann Johann Kohlhoff zu, der zum ersten Mal für den Multimeister steuerte und gleich mit ungewohnt schwierigen Leichtwindbedingungen konfrontiert war. „Bei so wenigen Renen schlägt jeder Punkt zu Buche.“

„Wir Überlinger sind gute Gastgeber“, meinte Oberbürgermeister Jan Zeitler. aber man habe wenigstens wieder eine Regatta segeln können. Der SMCÜ kam auf Rang 15, unmittelbar gefolgt von Aufsteiger BYCÜ.

Die Tabelle der 2. Liga.

In der 2. Liga überraschten die neu in der Liga vertretenen Regatta-Segler Neuruppin. Christoph Pawlowski-Hegermann, Tobias Klabunde, Felix Mosebach und Maik Seifert lieferten mit vier ersten und zwei zweiten Plätzen ein sensationelle Vorstellung ab. An die acht Punkte der Neuruppiner kam kein anderer Verein heran. Die Düsseldorfer (Steuermann Alexander Swade) auf Rang zwei hatten bereits 15 Zähler, die ASV’ler aus Warnemünde (mit Johanna Meier am Steuer) bereits 16 Zähler. BYCÜ-Präsident Erich Frieling lobte schließlich nicht nur die „fantastische Zusammenarbeit der beiden Überlinger Vereine“, sondern auch die Roboter-Bojen: „Wir hätten ohne diese wahnsinnig flexiblen Bojen nicht so viele Wettfahrten durchziehen können – angesichts 150 Meter Wassertiefe.“ Denn die Winddreher in so mancher Wettfahrt waren nicht gerade kleinlich. Doch mit bis zu sechs Knoten Fahrt durchs Wasser wurden die Tonnen schnell auf neue Positionen geschickt – und so manches Rennen noch innerhalb des Zeitlimits ins Ziel gebracht.

Kurz nach der Siegerehrung signalisierten die wild aufblitzenden Warnlichter am Ufer aufkommenden Sturm – die angesagten Unwetter hatten den Liga-Event abgewartet.

Volker Goebner

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