BWR: “Neutrogena” holt auf, “Virbac” passiert drittes Eistor

Gemütliches Frühstück an der Spitze

Loick Peyron (l.) und Jean Pierre Dick frühstücken gemütlich auf ihrer "Virbac". Alles ist hübsch aufgeräumt. Das Segeln an der Spitze entspannt. © FNOB

Während Jean Pierre Dick und Loick Peyron das virtuelle Eistor bei den Crozet-Inseln nach einem großen südlichen Umweg passiert haben, kommen die Verfolger näher. „Mapfre“ legt schon seit Tagen einen mörderischen Speed vor im Vergleich zur Konkurrenz und steuert einen direkteren Kurs als „Virbac“. Aber der Rückstand von fast 500 Meilen bedeutet noch lange keine Schlagdistanz.

Boris Herrmann und Ryan Breymaier haben dagegen beim Zweikampf mit „Mirabaud“ in den letzten Stunden wieder Boden gut gemacht.. „Wir mussten die ganze Nacht am Wind segeln, aber das ist gut für uns, wenn es denn Wind gibt“, sagt Breymaier. „Dabei machen wir einige Meilen auf „Mirabaud“ gut.“

Situation am 2.2. "Virbac" hat nach großem Süd-Bogen das nächste Eistor passiert. "Neutrogena" (schwarz) rückt "Mirabaud" immer mehr auf die Pelle.

Die Nächte seien schwarz und kurz. „Es ist kein Mond zu sehen sondern nur das phosphorisierende Licht im Wasser um unser Boot herum. Es ist kalt und wir machen die Türen dicht, um die schlimmst Kälte draußen zu halten.“

Auch die Nachbarn auf „Mirabaud“ kämpfen. Ein Anruf an Bord lief gestern so ab: „Die See ist gerade ziemlich rau“, sagt Dominique Wavre. „Die Bedingungen sind echt hart.” Dann Stille – unterbrochen von Lärm im Hintergrund. Rauschen, Krachen, die Verbindung bricht ab.

Zweiter Versuch, eine halbe Stunde später: „Hallo Dominique, ist es jetzt besser?“

„Ja, Entschuldigung wegen vorhin. Aber es ist gerade sehr schwierig. Wir haben zwar nicht besonders viel Wind, aber die See ist sehr rau und es steht eine Kreuzsee. Bei dem ersten Anruf ist die Mirabaud seitlich von einer Welle getroffen worden, die sie quergelegt hat. Ich musste Michèle an Deck zur Hand gehen…“

ONSAILCTM
„Ist die Situation jetzt wieder unter Kontrolle?“ „Ja, es geht. Aber wir leiden schon … Wir können wenig machen wegen der Route, die uns von der Organisation aufgezwungen worden ist, um uns vor dem Eis zu schützen. Damit sind wir von des Wetters Gnaden abhängig.

Es gibt nicht den Hauch einer Alternative. Wir bewegen uns direkt auf schlechte Windverhältnisse zu und steuern dazu noch einen schlechten Winkel. Das ist so frustrierend. Und noch weiter vorne lauert ein fetter Tiefausläufer, was ehrlich gesagt, auch nicht besser ist …“

Dominique und Michèle wechseln sich alle zwei Stunden an der Pinne ab. „Wir müssen jetzt selbst viel steuern, denn der Autopilot kann bei dieser schweren See nicht eingesetzt werden.“

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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