BWR: “Virbac” segelt 516 Meilen in 24 Stunden. Eiswarnung im Süden.

Wilde Jagd zum Klassenrekord

"Virbac" bricht mit einem 22,51 Knoten Durchschnitt den Open60 Rekord. © Y. Zedda

Jean-Pierre Dick and Loick Peyron haben den 24-Stunden-Rekord für 60 Fuß Einrumpf-Klasse unterboten. Die Franzosen segelten mit ihrer „Virbac Paprec 3“ ein Etmal von 516 Meilen und schoben sich damit bis auf 20 Meilen an die führende „Foncia“ heran. Das ergibt einen Durchschnitt von 21,51 Knoten.

20 bis 30 Knoten Wind mit einer moderaten Welle von zwei bis drei Meter Höhe aus nordwestlicher Richtung halfen bei der Beschleunigung. Der alte Rekord der „Hugo Boss“ von 2007 liegt bei 501 Meilen.

„Die segeln ihr eigenes Rennen. Momentan doppelt so schnell wie wir“, kommentiert Boris Herrmann von Bord der „Neutrogena“ auf Rang acht. Noch vor drei Tagen lag er nur knapp 100 Meilen hinter der Spitze zurück, nun sind es 530 Meilen.

Die Situation am 22.1. Die westliche Außenkurve hat sich ausgezahlt. "Mapfre" (grau) hat Probleme, den Anschluss zu halten. Das restliche Feld liegt in der Mitte eng beisammen.

„Ich ziehe meinen Hut vor deren Strategie. Bin aber happy mit unserer sicheren Position im Hauptfeld, nur 130 Seemeilen hinter unserem Anführer, da ist noch alles drin, was dieses Feld angeht.“

In einem langen, spannenden neuen Blog Eintrag beschreibt Herrmann, wie das Wetter an Bord kommt und macht deutlich, dass für die „Neutrogena“ die West-Option wohl nicht funktioniert hätte. „Wir lassen lieber die drei Top-Favoriten im Westen vorbeisegeln und konzentrieren uns auf unsere direkten Gegner, wie “Renault”, “Mirabaud” usw. Kurz vorab: Es sah nie so aus, als hätten wir diese Westoption nutzen können. Und die drei Westschiffe schnappen den Wind dort auch nur sehr knapp.“

Nach Eis-Sichtungen im Süd-Atlantik wurde das erste virtuelle Tor weiter nach Norden verschoben. Schon am 12.1. beschloss die Wettfahrtleitung aus dem selben Grund, dass Gough Island an Steuerbord zu bleiben hat.

Tatsächlich segelt das Mittelfeld ein enges Rennen aus. Und es sieht so aus, als könnten die 49er Olympiasieger mit „Mapfre“ vielleicht doch noch Probleme bekommen vor dem Feld durchzurutschen und den dritten Platz zu manifestieren. In den letzten Positionsreporten gehörten sie zu den langsamsten Booten im Feld.

Die Spanier sind nicht weit genug im Süden, um von den extremen Westwinden zu profitieren. Sie können auch nicht noch weiter abtauchen, weil die Wettfahrtleitung am 12. Januar kurz vor der Äquatorpassage den Kurs so geändert hat, dass die kleine Vulkaninsel Gough Island an Steuerbord gelassen werden muss. Südlich davon wurden schwimmende Eisberge gesichtet. Dazu wurde aus dem gleichen Grund heute das erste virtuelle Tor südwestlich vom Kap der Guten Hoffnung weiter nach Norden verschoben.

Die Crews dürften sich aber kaum beschweren wollen. Es könnte wenig Spaß machen, mit über zwanzig Knoten durch ein Eisfeld zu rasen.

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Carsten Kemmling

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