Cape2Rio 2020: “Haspa Hamburg” First Ship Home nach fast 17 Tagen auf dem Atlantik

"Unbequem, anstrengend und holprig"

Als erster der Monohulls und nach derzeitiger Handicap-Berechnung Fünfter in ihrer Gruppe hat die Crew der “Haspa Hamburg” bei der diesjährigen Auflage des Transatlantikrennens Cape2Rio einen beachtlichen Erfolg erzielt. Das Fazit der jungen U-30-Crew: Gruppendynamik, Segelperfomance und Routing waren perfekt

Ziel vor dem Zuckerhut: Die “Haspa Hamburg” hat die Line Honours in der Gruppe der Monohullyachten beim Rennen Kapstadt-Rio 2020 gewonnen © Alec Smith Image Mundi

Langsam, ganz langsam schob sich die knallrote “Haspa Hamburg” über die Zielinie vor Rio des Janeiro. Nach 16 Tagen, 21 Stunden, 3 Minuten und 15 Sekunden auf See passierten Torben Mühlbach und seine junge Crew von der Segelgruppe Störtebeker, dem Kreis der aktiven Segler des Hamburgischen Verein Seefahrt (HVS),  um 09.03 Uhr UTC das Finish vor der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro.

Im Kielwasser über 3.500 Seemeilen, die in den letzten Tagen von den Ausläufern eines Tiefdruckgebiets, tropischen Squalls und quälender Flaute auf den letzten Meilen bis zum Ziel geprägt waren.

Die begeisterten Rufe vom Zielschiff und den begleitenden Motorbooten signalisierten den jungen deutschen Amateurseglern, dass ihnen etwas Besonderes gelungen war.  “Haspa Hamburg, this ist Cape2Rio Race Control, you won the line honours of the Monohulls, congratulations“ schallte es den deutschen Seglern entgegen.

“Die Line Honours zu erreichen, damit haben wir im Traum nicht gerechnet”, sagte Skipper Torben Mühlbach (33) nach dem Zieleinlauf gegenüber SegelReporter. “Was für eine große Ehre für uns. Vor allem, nachdem wir Stunden in der Flaute gebibbert haben und uns nicht sicher waren, ob wir gegen Mittag brasilianischer Ortszeit endlich das Ziel erreichen.  Nun müssen wir schauen, was der Wind für die anderen Teilnehmer noch bringt und wie sich das Gesamtranking entwickelt.” 

Bei sehr wenig Wind schob sich die “Haspa Hamburg” gen Ziel. Zweite Monohullyacht nach gesegelter Zeit war die Class 40 “Mussulo 40” © Alec Smith Image Mundi

Nach der Zielankunft betont Skipper Torben Mühlbach vor allem den guten Zusammenhalt innerhalb der Crew während der Reise und den immer vorherrschenden Teamspirit:” Wir haben letzte Woche gemeinsam überlegt, ob wir durch das Tiefdruckgebiet fahren. Und uns dann für ein ‘Go for it’ entschieden. Das war zwar ein wenig unbequem, anstrengend und holprig, hat sich aber gelohnt. Jeder hat dem anderen geholfen und wir haben uns immer gepusht.”

Die Haspa Hamburg im Licht der aufgehenden Sonne bei der Einfahrt in die Bucht von Rio

Die Haspa Hamburg im Licht der aufgehenden Sonne bei der Einfahrt in die Bucht von Rio_ © Alec Smith Image Mundi

Die Crew der “Haspa Hamburg”, bestehend aus elf Männern und einer Frau, setze sich aus jungen deutschen Hochseeseglern aus den verschiedensten Vereinen, unter anderem dem Mühlenberger Segel Club, dem Westfälischen Yachtclub Delecke und dem Schaumburg-Lippischer Segelverein zusammen.

Aus über 50 Bewerbern hatte Skipper Torben Mühlbach sein Team für diese Reise geformt, welches, nachdem sich Routine an Bord eingestellt hatte, so gut harmonierte, dass “ich als Skipper letztlich überflüssig war und nichts zu tun hatte”, wie Torben Mühlbach scherzhaft erzählt. 

Die Crew der “Haspa Hamburg” im Iate Clube do Rio de Janeiro, der dieses Jahr 100 Jahre alt wird ©Alec Smith Image Mundi

Ausführliche Berichte der Crew von den Tagen auf See, humoristische Sicherheitshinweise des Lokführers (=Skippers) an seine Crew und einen Erfahrungsbericht, warum Babypuder gegen salzwasserwunde Seglerhaut hilft, gibt es auf der Homepage des HVS.

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