Caribbean 600: “Maserati” gewinnt Tri-Duell – Gabart: “Nie wieder kentern”

Geschickt gewartet

Gegen einen gleichwertigen Gegner schmeckt ein Sieg besonders süß. Bei der Caribbean 600 hat Giovanni Soldini auf den gekenterten Tri “Argo” gewartet, um ihn dann in die Schranken zu weisen. Aber er verfügt über ein besonderes Gaspedal.

Maserati erzielt Lift unter dem Lee-Rumpf.© RORC

Argo mit vollem Druck auf dem Leeschwimmer. © RORC

Der Italiener Giovanni Soldini wird von Beobachtern für seine Fairness gefeiert, weil er bei der Caribbean 600 nach der Kenterung des einzigen Gegners auf Augenhöhe mit dem Start gewartet hat, bis die Crew die Reparaturen erledigt hatte. Aber die Wartezeit hat sich gelohnt. So konnte er seinem Sponsor Maserati ein attraktives Match Race bieten.

Er gewann das Duell und stellte für die karibische 600 Meilen-Strecke einen neuen Rekord auf: Ein Tag, sechs Stunden und 49 Minuten.  Die sportliche Bedeutung allerdings hält sich dann doch in Grenzen. Denn der gegnerische US-Trimaran mit dem Einhand-Star Francois Gabart an Bord mag zwar der ursprünglichen Onedesign-Idee der MOD70-Klasse einigermaßen entsprechen, “Maserati” weicht aber doch deutlich davon ab.

Maserati mit hochgezogener Ruderanlage und T-Foil. © RORC

Der Argo-Tri ohne T-Foils am Ruder und Standard-C-Foils am Schwert. © RORC

Der Italo-Tri ist ein echter Foiler, wie die großen 100 Fuß-Flieger. Er diente Sebastien Josse und dem Gitana-Team als Test-Plattform bevor es den großen Trimaran baute, der im November bei der Route du Rhum seine erste Regatta. Dabei brach ein Schwimmer ab.

Foil gebrochen

Das Maserati-Team bekam die Technik von Anfang an kaum in Griff. Gitana hatte zwar im April 2016 gezeigt, wie der 70-Fußer auch über einen längeren Zeitraum auf Tragflächen gehalten werden kann. Und Soldini wollte die Technik sogar verfeinern. Aber dann brach ein Foil, und es dauerte lange, das notwendige Budget für Ersatz zu organisieren.

Wie es sich afu Maserati segelt:
 

So segelte er 2017 die Caribbean 600 mit nur mit einem L-Foil und einem konventionellen Schwert. Das damalige Duell gegen den MOD70 “Phaedo”, der inzwischen als “Beau Geste” in Asien segelt, ging verloren.

Vorstart-Duell der beiden MOD70. © RORC

Inzwischen ist Maserati aber im Vollbesitz seiner Kräfte und zeigte das nun auch in der Karibik. Allerdings fiel der Vorsprung mit nur 7 Minuten dann doch knapp aus. Bei der finalen Kreuz wäre der Sieg fast noch aus den Fingern geglitten. Am Wind helfen die Tragflächen nicht. Nach berechneter Zeit lag “Argo”, die ehemalige “Musandam Oman Sail”, sogar etwas mehr als sechs Minuten vorne.

Aber die jeweils achtköpfigen Crews waren berauscht von dem intensiven Segel-Erlebnis, bei dem beide Boote Geschwindigkeiten von über 30 Knoten erreichten.

Francois Gabart in Antigua. © RORC / Arthur Daniel

Francois Gabart erklärt: “Das Rennen war einfach perfekt mit vielen wechselnden Bedingungen, hohem Speed, starkem Wind und wunderbaren Inseln. Ich habe die Argo-Crew erst vor ein paar Tagen kennengelernt, aber es ist eine wunderbare Crew. Dies war das erste Mal nach der Route du Rhum, dass ich wieder gesegelt bin. Und dafür war dieses Rennen einfach perfekt, um wieder mit einem schnellen Boot und auf einer schönen Rennstrecke zu segeln. Ich bin wirklich stolz darauf, was dieses Team nach der Kenterung geleistet hat. Ich denke, dass ein Segler einmal so in seinem Leben kentern muss – ich habe es nun erlebt und hoffe, es ist einfach erledigt und es passiert nie wieder!”

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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