Club Swan 50: 18 Onedesign-Schwäne an der Startlinie – Bronze für Meier-Sawatzki

Erstaunlicher Erfolg

Die Club Swan 50 Klasse hat drei Jahre nach ihrer Einführung erstmals 18 Yachten an die Startlinie gebracht. Ein erstaunlicher Erfolg. Und drei deutsche Teams spielen ganz vorne mit.

Es hat schon viele Versuche gegeben, den vermögenden Eignern das Portemonnaie zu öffnen, und sie für eine Einheitsklasse zu begeistern. Eine Zeitlang ist das der Farr 40 Klasse sehr gut gelungen. Und die TP 52 bezeichnet sich als “world’s leading high-performance monohull circuit”, auch wenn zuletzt kaum acht Schiffe an den Rennen teilnahmen. Aber diese Rolle übernimmt mehr und mehr die Club Swan 50.

Die unglaubliche Flotte der Club Swan 50 an der Startlinie vor Palma. © Nautor’s Swan / Studio Borlenghi

Das etwa 1,1 Millionen teure Boot ist zur Wahl der Waffe geworden, mit dem sich immer mehr Owner Driver im direkten Vergleich messen wollen. Normalerweise neigt der mit einer gut gefüllten Börse ausgestattete Eigner eher dazu, solchen Wettkämpfen aus dem Weg zu gehen. Er engagiert sich lieber in Vergütungsklassen mit unterschiedlichen Yachten und hat bei Misserfolg dann auch die natürliche Ausrede parat, dass die Bedingungen nicht zum Handicap seiner Yacht gepasst haben. Aber die Swan 50 zeigt, dass es auch anders geht. In nur drei Jahren hat Swan erstmals 18 50 Fußer an eine Startlinie gebracht – ein von vielen nicht für möglich gehaltener Erfolg.

Enge Kämpfe unter Gennaker. © Nautor’s Swan / Studio Borlenghi

Beim Nations Cup vor Palma de Mallorca gingen bei den Club Swan 50 Crews aus elf verschiedenen Nationen an den Start. Darunter auch drei deutsche Skipper, und alle platzierten sich unter den besten sieben Booten.

Allen voran Sönke Meier-Sawatzki aus Kiel, der mit “Niramo” auf Rang drei einen herausragenden Erfolg feierte und um nur einen Punkt Rang zwei verpasste. Er ließ sich vom erfahrenen Holländer Bouwe Bekking den Weg weisen. Dabei sehen die Regeln vor, dass der Eigner steuert und nur maximal fünf Profis an Bord sein dürfen. Je nach Gesamtgewicht sind insgesamt bis zu 13 Segler an Bord.

Stefan Heidenreich mit seiner “One Group”. © Nautor’s Swan / Studio Borlenghi

Auf Platz sechs landete Stefan Heidenreich mit seinem jungen One Team, das in dieser Saison auf Anhieb als Tabellenführer den Aufstieg in die erste Segelbundesliga geschafft hat. Jochen Schümann wird als Taktiker geführt. Hendrik Brandis segelte mit seiner “Earlybird” und dem Amerikaner Chris Larson als Wegweiser zwei Punkte dahinter auf Platz sieben. Der Sieg ging nach Russland an Dmitry Rybolovlev mit dem spanischen Tornado Olympiasieger und Nacra17 Steuermann Fernando Echávarri auf der Taktik-Position.

Bei allem Erfolg der Club Swan 50, die auch durch das anspruchsvolle Rahmenprogramm der Swan-Events bei den Eignern punktet, ist die Organisation noch weit davon entfernt, die Idee des “Nation Cups” zu beleben. So wurde parallel zu den 50ern mit der Club Swan 42 (12 Boote), der Swan 45 (7 Boote) und der neuen Club Swan 36 (4 Boote) vor Mallorca gesegelt. Aus den Ergebnissen sollte eine Nationenwertung entstehen, und offenbar schielen die Organisatoren auf eine Wertung, die einmal dem Admiral’s Cup zu einer großen Popularität verholfen hat. Das funktioniert aber längst noch nicht.

Die neue Club Swan 36. © Nautor’s Swan / Studio Borlenghi

Ungewöhliche Unterwasser-konfiguration der neuen 36. © Nautor’s Swan / Studio Borlenghi

So verblassen etwas die Erfolge von Klaus Diederichs in der Swan 45 und Pit Finis auf Rang vier in der Club Swan 42  angesichts der erstaunlichen Präsenz der 50 Fußer.

Swan hofft, den Erfolg der 50er auch auf die neue Club Swan 36 ausdehnen zu können. Vor Palma gingen vier Boote an den Start. Aber es scheint fraglich, ob die neue Konstruktion ebenfalls Fuß fassen kann. Einige potenzielle Eigner halten das Schiff mit den gebogenen Seitenschwertern für zu kompliziert.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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