Corona-Krise: Neuer Kiwi-Lockdown verbietet Segeln – Was das für den America’s Cup heißt

Wieder zuhause bleiben

Am Dienstag verhängte Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern nach neuen Corona-Fälle wieder einen Lockdown. Der wurde jetzt auf 12 Tage ausgedehnt. Ein Rückschlag für den America’s Cup?

American Magic segelt vor der Skyline von Auckland und darf es weiterhin tun. © American Magic

Neuseeland schien das Corona-Virus besiegt zu haben. Seit 1. Mai kamen zu den knapp 1500 Fällen kaum 100 dazu. Sie wurden jeweils an der Grenze als Einreisende aus Übersee identifiziert. Landeschefin Ardern war mit ihrer strikten Lockdown-Politik erfolgreich und wird weltweit für den Erfolg bewundert.

Insbesondere weil ihrer Regierung offenbar auch die Abwägung mit den wirtschaftlichen Interessen gelang. Nutznießer war unter anderem der America’s Cup, der für die Ökonomie in Neuseeland eine große Bedeutung hat. 8000 neuer Arbeitsplätze werden erhofft. So wurde im Zuge der vorsichtigen Öffnung den America’s Cup Teams die Einreise erlaubt. Das US-Team American Magic machte zuerst davon Gebrauch und segelt schon vor Auckland. Die Briten wollen bald folgen.

Bereits seit Ende Mai galt das Land als virusfrei. Unter anderem wird auch wieder vor vollen Rängen Rugby gespielt. Aber nun sind erstmals seit 102 Tagen wieder Corona-Fälle aufgetreten. Erst wurden vier Mitglieder einer Familie in Auckland positiv auf Covid-19 getestet, seitdem kamen 13 weitere Fälle dazu.

Verstöße gegen die Quarantäne

Die Ansteckungsketten konnten bisher nicht nachvollzogen werden. Einige Politiker vermuten eine Schwachstelle im Quarantänesystem, das für Einreisende gilt. Es sei mehrfach zu Verstößen gegen die Auflagen gekommen.

Als Reaktion auf die neuen Fälle hat die Regierung in ihrem vierstufigen Restriktionssystem Level 2 für das gesamte Land und für Auckland die zweithöchste Stufe (Level 3) verhängt und sie nun auf zwölf Tage ausgedehnt. Das bedeutet für die 1,7 Millionen Einwohner: Zuhause bleiben, nur für wichtige Einkäufe das Haus verlassen, Masken tragen.

Auch das Segeln ist nun wieder verboten. Aber es gilt eine ausdrückliche Ausnahme für professionelles Segeln. Dementsprechend dürfen das Emirates Team New Zealand und  American Magic weiterhin auf den America’s Cup-Kursen vor Auckland trainieren.

American Magic zählt sich zu “Team der Fünf-Millionen”

In einem Statement des Teams vom New Yorker Yacht Club heißt es: “American Magic setzt sich für den Schutz der Gesundheit und Sicherheit nicht nur unseres Personals, sondern der gesamten neuseeländischen Gemeinschaft ein. In diesem Sinne hält sich das Team bei den weiteren Vorbereitungen auf den America’s Cup gewissenhaft an alle Aspekte der WorkSafe-Richtlinien für Level 3.

Unser Team berät sich regelmäßig mit Emirates Team New Zealand über bewährte Praktiken. Im Rahmen von Level 3 dürfen kommerzielle Unternehmen wie American Magic Aktivitäten ausüben, die für ihre Geschäfte wesentlich sind. Für America’s Cup-Teams sind damit auch Einsätze auf dem Wasser erlaubt.

American Magic hat sich nun dem neuseeländischen Fünf-Millionen-Team angeschlossen. Wir werden jederzeit sichere Arbeitsplatzpraktiken anwenden und damit den herzlichen Empfang, den wir in Auckland erhalten haben, würdigen.”

Ardern nennt Neuseeland gerne “Team der Fünf-Millionen”, um den Zusammenhalt insbesondere im Kampf gegen das Virus zu beschwören. Sie ist bisher damit sehr erfolgreich.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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