Surf WM: Toni Wilhelm 4., Moana Delle 8.

Deutsche Olympia-Surfer plötzlich in der Weltspitze

Von Ralf Abratis

Toni Wilhelm gelingt mit Platz vier bei der Surf WM eine Sensation © R. Abratis

Nach Olympia ohne deutsche Beteiligung in Qingdao 2008 trumpften die Brett-Artisten jetzt bei der Weltmeisterschaft in Kerteminde/Dänemark mit Top-Ten-Platzierungen bei den Frauen und Männern groß auf und machen Mut für die Spiele in zwei Jahren. Toni Wilhelm gelang mit Platz vier eine große Überraschung. Und die Kielerin Moana Delle bestätigte mit Rang acht eindrucksvoll ihren fünften EM-Platz vor zwei Monaten.

Moana Delle hat sich mit WM Platz acht und EM Rang vier in der Weltspitze festgesetzt © Delle

Für die 21-jährige Moana Delle war das WM-Finale nach Spitzenresultaten bei Worldcup und EM der Schlusspunkt unter einer perfekten Saison. „Ich habe alle meine Ziele erreicht, vielleicht sogar noch mehr. Der Trainingsplan passte exakt, das gibt Selbstvertrauen für die Zukunft“, sagte die Athletin des Segelklubs Bayer Uerdingen.

Den letzten Worldcup in Weymouth hatte sie noch zum Aufbau genutzt, jetzt war sie voll da. Ob bei Stark- oder bei Schwachwind, die ehemals erste Schülerin des Kieler Sportinternats war fast beständig in der Spitze der 66 Teilnehmerinnen zu finden, lag zeitweise in Medaillennähe. Zwei 21. Ränge ließen sie zwischenzeitlich zwar um den Einzug ins Medal Race zittern, doch rechtzeitig fand sie wieder in die Spur und fuhr so außerplanmäßig ein A-Kader-Kriterium ein.

„Wie ich damit umgehe, muss ich noch entscheiden. Für eine langfristige Planung über 2012 hinaus könnte die Beibehaltung des B-Kader-Status sinnvoller sein. Auf jeden Fall werde ich jetzt erst einmal zwei Wochen Pause machen und dann die Planung für das Winterhalbjahr angehen. Ich werde weiter intensiv an der Fitness arbeiten, und auch im Board-Handling und Startverhalten habe ich noch Potenzial.“

Toni Wilhelm hatte nach seiner examensbedingten Wettkampfpause und dem Umzug in die Schweiz zwar betont, dass er sich konsequent auf die WM vorbereiten wolle. Dass es im WM Feld von 113 Teilnehmern dann aber so gut lief, beeindruckte ihn selbst: „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich das erwartet hätte, aber ich habe mich schon beim Worldcup in Weymouth sehr gut gefühlt und einen Platz unter den Top-15 erhofft“, erklärte der 27-Jährige.

Bei allen Bedingungen war der Olympia-Teilnehmer von 2004 vorn dabei, landete in den zehn Rennen zwei Tagessiege und Platz zwei im Medal-Race. „Ich habe mich in den vergangenen Monaten technisch weiterentwickelt und surfe jetzt eher eine konservative Taktik. Die Zusammenarbeit mit den Franzosen und Griechen und das Höhentrainingslager in der Schweiz haben sich ausgezahlt. Das war ein ganz wichtiger Meilenstein auf dem Weg nach Olympia. Aber es bleibt noch viel Arbeit, es gibt keinen Grund jetzt abzuheben.“

Als dominierende Surfnationen haben sich Spanien bei den Frauen und Polen bei den Männern erwiesen, die jeweils zwei Athleten in die Top-Ten brachten.

Ergebnisse: Frauen: 1. Blanca Manchon (Spanien, 45), 2. Alessandra Sensini (Italien, 46), 3. Charline Picon (Frankreich, 52), … 8. Moana Delle (Deutschland, 72).

Männer: Piotr Myszka (Polen, 37), Przemyslaw Miarczynski (Polen, 42), Nimrod Mashiah (Israel, 51), 4. Toni Wilhelm (Deutschland, 57).

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Carsten Kemmling

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