Drachen Grand Prix: 49er-Olympionike nutzt neues KO-Format – Nicola Friesen auf Platz vier

Drachen Finale

Im Finale der besten internationalen Drachensegler überzeugt Nicola Friesen als einzige Steuerfrau und beste Deutsche gegen Schümann, Gilmour und Co. Ein neues Format wurde von der Starboot-Klasse übernommen.

Die Internationale Drachenklasse hat 2019 mit dem Europapokal der Grandprix-Serie erstmals einen Preis geschaffen, der das beste Team einer gesamten Saison auszeichnet. Dieses wurde beim Finale in Puerto Portals vor Mallorca nach dem Modus entschieden, den die ‚Star Sailors League‘ entwickelt hat.

Die 20 besten Teams der Saison an einer Startlinie. © Elena Razina

Nach einer Saison-Serie mit vier Drachen Grand Prix in Frankreich (Cannes), Portugal (Cascais), Deutschland (Kühlungsborn) und Spanien (Puerto Portals) mit einem Streicher qualifizierten sich 20 Teams für das Finale. Darunter waren fünf deutsche Crews vertreten.

Die 20 Boote segelten dann vier Fleetraces, und der Cut erfolgte bei Rang zehn. Besonders unglücklich: Marcus Brennecke mit Jochen Schümann und Ingo Borkowski, die punktgleich auf Platz 11 landeten. Auch Link/Butzmann/Lipp fehlte auf Rang zehn nur ein Punkt.

Nach vier Fleetraces kamen nur 10 Teams weiter. Der Sieger qualifiziert sich direkt fürs Finale, Platz zwei fürs Halbfinale.

Danach entschied jeweils nur ein Rennen fürs Weiterkommen. Im Viertelfinale schied der Niederländer Pieter Heerema aus, der 2017 im Alter von 65 Jahren die Vendée Globe absolviert hatte und seitdem wieder im angestammten Drachen segelt. Aber selbst der mehrfache australische Match Race Weltmeister Peter Gilmour mit Sohn Sam und dem Japaner Yaji Ysuhiro musste die Segel streichen, wie auch der Russe Anatoly Loginov.

Nicola Friesen steuert das beste deutsche Schiff. © Elena Razina

Im Halbfinale komplettierte dann Nicola Friesen mit dem Klassen-Urgestein Vincent Hösch (62) und dem russischen Hünen Bushuev an Bord das Sechser-Feld, weil sie die Vorrunde auf Rang zwei beendet hatte. Die Kieferorthopädin aus Glinde bei Hamburg, die für den NRV startet, setzte ihren starken Auftritt fort und schnappte sich mit Rang drei den letzten Platz im vier-Boot-Finale.

Vincent Hösch zeigt, wo es lang geht. © Elena Razina

Dort war der Höhenflug aber dann doch beendet. Das Trio musste sich jüngeren Olympioniken geschlagen geben. So steuerte der ehemalige 49er Steuermann Bernado Freitas zum Sieg, der 2012 Portugal bei Oympia vertreten hatte und beim vergangenen Volvo Ocean Race mit Turn the Tide on Plastic segelte. Er übernahm das Steuer des Schweden Hugo Stenbeck, der für die beiden Finaltage verhindert war.

Farbenspiel beim Drachen-Finale. © Elena Razina

Medien-Unternehmer Stenbeck hatte 2003 seinen großenen Auftritt in der internationalen Segelszene als er nach dem Tod seines Vaters Jan das schwedische Syndikat Victory Challenge und zum America’s Cup führte und die Kampagne bis 2007 fortsetzte.

Enger Positionskampf an der Luvtonne. © Elena Razina

Freitas siegte im Finalrennen vor Evgenii Braslavets (47) dem 470er Olympiasieger 1996 für die Ukraine, der seit vielen Jahren in der Drachenklasse dominiert. Auf Platz drei segelte Dimitry Samokhin mit dem gestandenen Profi Andrey Kirilyuk, der schon dreimal für Russland bei Olympischen Spielen an den Start gegangen ist.

Für Nicola Friesen war es ungewohnt, das Finale im kleinen Feld mit vier Booten zu segeln. “Das war kein Matchrace, aber auch kein wirkliches Fleetrace, und genau da haben wir auch einen kleinen Fehler gemacht – nach der ersten Tonne hätten wir unseren dritten Platz verteidigen müssen, aber da waren wir zu sehr im Fleetmodus.”

Die Sieger mit dem portugiesischen Steuermann Bernado Freitas l.) © Elena Razina

Die Klasse wertet das erste Jahr der neuen Dragon Grand Prix Cup Serie als vollen Erfolg. Das Programm für die 2020er Serie wurde bereits bestätigt. Der Wettbewerb beginnt mit dem Dragon Grand Prix in Spanien, der vom 26. bis 29. März in Zusammenarbeit mit der Trofeo Prinzessin Sofia in Palma ausgetragen wird.

Vom 27. bis 30. Mai findet in Scarlino der Dragon Grand Prix Italien statt, und vom 19. bis 22. August treffen sich die Teams in Douarnenez zum Dragon Grand Prix Frankreich. Die Saison endet mit dem Dragon Grand Prix Portugal, gefolgt vom Dragon Grand Prix European Cup Finale in Vilamoura vom 2. bis 7. November.

Weitere Höhepunkte der Internationalen Drachensaison 2020 sind der Prince Philips Cup in Sandy Bay, Australien, im Januar, die Dragon European Championship in Puerto Portals, Mallorca, im April und der Dragon Gold Cup in Kinsale, Irland im September.

Internationale Drachenklasse

Deutsche Drachenklasse

Ergebnisse nach den Top 20 Fleetraces

Philipp Dohse mit Frau Nicola und Sohn Caspar sowie Volker Kramer (2.v.r.) behaupten sich als Amateure im Kreis der Besten. © Elena Razina

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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