Drachen WM: Sieg für die Türkei – Vendée-Finisher Hereema Fünfter vor Schümann

Zurück Downunder

Drachen WM nach der Weltumsegelung. Der Holländer Pieter Hereema (67) segelte vor Australien um den Titel, wo sein Vendée-Projekt fast gescheitert wäre.

Gut zwei Jahre ist es her, dass der Holländer Pieter Hereema den Bug seines 60 Fußers “No Way Back” Richtung Norden statt Osten gewendet hatte. Heiligabend 2016 schien sein Traum vom Vendée-Globe-Finish geplatzt, als er nach Problemen mit dem Autopiloten und der Motivation das australische Perth ansteuerte, wo schon der Mitfavorit Sebastien Josse gestrandet war.

Hereema dreht Heiligabend 2016 Kurs Richtung Perth auf, wo Seb Josse schon gestrandet ist.

Pieter Hereema

Pieter Hereema mit seinem 60 Fuß Foiler bei der Vendée Globe © Vendée Globe

Hereema fiel auf den letzten Platz der Einhand-Flotte zurück, obwohl er eigentlich einen schnellen, gebrauchten Foiler gekauft hatte. Er schien am Ende, dann aber er hielt das Abenteuer dennoch mit eiserner Disziplin durch. Und nun kehrte er zurück nach Downunder an den Ort des Geschehens, wenn auch mit deutlich anderen Vorgaben.

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Hereema vor dem Wind. © Tom Hodge Media

In Perth gut 300 Meilen nördlich der Position, wo der inzwischen 67-Jährige mit seiner IMOCA gestoppt hatte, ging es diesmal um den WM-Titel im Drachen. Diese Klasse ist seit vielen Jahren das eigentliche Zuhause des Holländers. Nach seinem Einhand-Projekt ist er wieder mit Vollgas zurückgekommen, führt inzwischen das internationale Ranking an und belegte beim Gold Cup 2018 Rang zwei.

So segelte er auch diesmal mit um die Medaillen und belegte seine Ansprüche mit zwei Tagessiegen im Starkwindrevier vor Perth. Aber schließlich musste er sich dann doch mit Platz fünf begnügen.

Der Titel ging an die Türkei, auch wenn Andy Beadsworth nicht gerade wie der typische Türke aussieht. Er ist eben auch ein Brite und wird seit vielen Jahren schon von dem Unternehmer Ergin Imre unterstützt. Eine Zeitlang leitete er für ihn das TP52-Projekt mit dem Provezza Team. Nun steuerte er im Drachen zusammen mit Simon Fry und Ali Tezdiker zum Titelgewinn.

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Das türkische Sieger-Team um Andy Beadsworth freut sich. © Tom Hodge Media

Bei einer Drachen WM in Australien, einem Land dessen Segler eher der ähnlichen Etchells-Klasse zugewandt sind, konnte man zwar nicht mehr als die 34 Boote erwarten. Aber an der Spitze sind dennoch zahlreiche Top-Teams angetreten.

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Beadsworth in der Fremantle-Welle. © Tom Hodge Media

So konnte man unter anderem mit Spannung den Auftritt der Match-Race-Legende Peter Gilmour erwarten, der seinen Sohn Sam und den langjährigen Mitstreiter Yasuhiro Yaji an Bord hatte. Er verpasste das Treppchen allerdings knapp auf Rang vier.

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Match Race Legende Peter Gilmour segelte mit seinem Sohn und dem Japaner Yasuhiro Yaji auf Rang vier. © Tom Hodge Media

Damit lag er hinter dem deutschen Bronze-Gewinner Klaus Diederichs, der 2013 den Titel geholt hatte und diesmal mit dem Starboot-Spezialisten Diego Negri antrat. Jochen Schümann ging an der Vorschot von Kai Michael Schaper an den Start und segelte auf Rang sieben. 

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Drachen im Fremantle Doctor. © Tom Hodge Media

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Das Feld der 34 Drachen in Australien.© Tom Hodge Media

Ergebnisse Dragon Worlds 2019

Die Top Ten bei der Drachen WM 2019

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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