Ersatz AC: Ehman’s Zwölfer Regatta – Kann man das Rad zurückdrehen?

Back to the Roots

Der vom America’s Cup Veteran Tom Ehman geplante alternative Cup mit aufgemotzten Zwölfern nimmt Formen an. Es gibt eine Frauen-, Oldie- und Youngster- Quote. 20 Interessenten soll es schon geben.

Zwölfer

Zwölfer beim Fleetrace. Vermisste Optik? © Rolex/Daniel Forster

Es scheint wie ein Versuch der ewig Gestrigen, die Zeit zurückzudrehen. Aber die Initiative des Golden Gate Yacht Club Vice-Commodore Tom Ehman (62), eine America’s Cup Alternativ-Regatta aus der Taufe zu heben, fällt auf fruchtbaren Boden.

Der langjährige Sprecher von Larry Ellisons Cup Kampagnen ist offenbar längst nicht mehr mit dem aktuellen Weg des America’s Cups einverstanden, und so bastelt er sich etwas Eigenes. Die erste Ankündigung war vielfach noch als Witz verstanden worden. Aber inzwischen ist klar, dass es Ehman ernst meint.

300.000 Dollar für den Ersten

Er stellte jetzt das Konzept seines SF Yacht Racing Challenge bei den Vereinen in San Francisco vor. Das sind die Eckdaten:

– Preisgeld: 500.000 Dollar. 1. Platz erhält 300.000 Dollar, 2. 150.000 Dollar, 3. 50.000 Dollar
– Klasse: “Super 12”. Ein neues Design, das den Zwölfern nachempfunden ist mit der klassischen Rigg-Silhouette.  Aber es weist Karbon-Masten und mit ein modernes Unterwasserschiff auf.- Einheitsklasse: Folgend dem Laser-Prinzip. Auch die Segel sind gleich.
– Kosten: Ein Schiff zwischen zwei und drei Millionen Dollar kosten, die Kampagne 500.000 bis eine Million (pro Jahr?)
– Revier: San Francisco
– Bedingungen: Starkwind. Zum Zeitpunkt der Regatta im Juli werden 13-30 Knoten erwartet
– Zeitpunkt: Einmal im Jahr. Premiere: 2017
– Format: Fleetrace/Match Race. Die besten vier Fleetracer duellieren sich im Match Race um den Titel.
– Kurs: Wie beim aktuellen Cup ist ein kurzer Raumschots-Start vorgesehen gefolgt von einem langen Vorwind, Upwind, Vorwind, Ziel.
– Crew: 12 Segler aus einem Land. Mindestens zwei U22,  zwei Frauen, ein Ü62
– Profiregel: Es gibt keine Restriktionen

Große Namen an der Linie

Ob diese Regatta wohl eine Chance hat? Spannend wird sie sicher, wenn tatsächlich genügend Teams an den Start gehen. Aber wird es auch gelingen, genügend große Namen an die Linie zu bringen?

Die besten Segler werden es nicht sein. Die sind im aktuellen Cup unterwegs. Und da wird schnell gesegelt. Die Zeit lässt sich nicht zurück drehen. Aber warum nicht die Stars des America’s Cup 2007 noch einmal wiederbeleben? Die segeln zurzeit eher in der TP52 Serie oder bei anderen Bigboat-Events nach Vergütung und müssen überwiegend das Steuer an die Eigner abgeben.

Eine Regatta mit Einheitsyachten könnte funktionieren. Und vielleicht formiert sich ja auch ein deutsches Team. Da wäre wohl Jochen Schümann gefragt. Genügend Landsleute sollte es geben für eine schlagkräftige Crew.

Das bisherig Feedback ist laut Tom Ehman hervorragend. 20 Interessenten aus 12 Ländern soll es bisher geben. Das obere Alterslimit ist auch mit Bedacht gewählt. Ü 62 würde ihm selber einen Platz gewähren oder einem potenziellen älteren Geldgeber.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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Ein Kommentar „Ersatz AC: Ehman’s Zwölfer Regatta – Kann man das Rad zurückdrehen?“

  1. avatar Fastnetwinner sagt:

    Spannendes Thema und Tom ist der richtige Mann dahinter. 12er faszinieren noch immer, denn im Gegensatz zu anderen Klassen, die sicherlich auch ihre Berechtigung haben (z.B. RC44 ist zwar kleiner ab ja nicht unähnlich), strahlen 12er was aus: Aura.

    Klassiker gehen eben immer, und Regatten kann man mit Ihnen auch fahren. Nicht umsonst ist die europäische Drachenszene heißer als z.B. die J/24, die J-Klasse strahlt mehr aus als Wallys und Folkebboote mehr als XYZ.

    Ich bin gespannt und drücke die Daumen!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 11 Daumen runter 0

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