Erste Klassen-Regatta in Corona-Zeiten: 102 Segler am Steinhuder Meer

"Ein bisschen stolz..."

Ein erster Schritt zur Normalität im Segelsport ist dem Schaumburg-Lippischen Seglerverein am Steinhuder Meer gelungen. Nach der Ausnahmegenehmigung vom Land Niedersachsen konnte Pfingsten die erste europäische Klassenregatta unter Corona-Auflagen stattfinden. 81 Boote waren am Start.

Die Wettfahrtleitung in Aktion beim Start der O-Jollen auf dem Steinhuder Meer. © HeinrichHecht

“Wir haben gezeigt, dass wir es trotz Corona hinbekommen”, sagt Wettfahrtleiter Bernd Bühmann. “Ein bisschen stolz sind wir darauf, das es die erste Regatta in Europa unter Corona-Bedingungen war.” Viele Augen waren an diesem Pfingstwochenende auf ihn und seine Mannschaft gerichtet, nachdem er bei der niedersächsischen Landesregierung um grünes Licht für die Pfingstwettfahrten auf dem Steinhuder Meer gekämpft und verständnisvolle Behördenvertreter getroffen hatte.

43 O-Jollen treffen sich zu den Pfingstwettfahrten. Vier Skipper aus Holland. © HeinrichHecht

Es wurde begutachtet, ob es tatsächlich möglich ist, eine Segelregatta mit minimaler Corona-Ansteckungsgefahr über die Bühne zu bringen. 102 Segler in vier Klassen nutzten die Chance, sich erstmals nach dem Lockdown wieder auf dem Wasser messen zu dürfen.

Besonders die O-Jollen-Segler schafften es, mit 43 Booten ein quantitativ wie auch qualitativ hochwertiges Feld an die Startlinie zu bekommen. Die besten Skipper der Klasse traten gegeneinander an, darunter auch Besuch aus den Niederlanden. Vier Segler aus dem Nachbarland gingen an den Start, und stellten mit Thies Bosch auch den Sieger. Sie freuten sich besonders über die Regatta-Möglichkeit, denn in Holland ist bis Ende August Segeln unter Wettkampfbedingungen nicht möglich.

Kurt Prenzler, das 76-jährige FD-Urgestein vom Steinhuder Meer steuert über die Startlinie. © HeinrichHecht

Insgesamt gingen bei wechselnden Winden 81 Boote in den vier Klassen auf den Kurs. Teilweise setzte der Wind aus, Rennen mussten abgebrochen und Tonnen neu platziert werden. Aber schließlich konnten vier Rennen stattfinden.

Bogumil/Lisken (l.) und König/Brack belauern sich schon beim Start. Schließlich siegt GER 199 mit einem Punkt Vorsprung. © HeinrichHecht

Im Abschlussbericht der Veranstalter heißt es: “Unser besonderer Dank gilt der Unterstützung der Wettfahrtvereinigung Steinhuder Meer und der anderen Vereine wie auch dem Seglerverband Niedersachsen für die Fürsprache bei der Erlangung der Genehmigung. Hoch zu bewerten ist das Engagement und der Mut der Region Hannover und der dort handelnden Personen, uns die Freigabe zu erteilen. Hier kann man nicht DANKE genug sagen.”

Die FD-Flotte unter Spinnaker. © HeinrichHecht

Das Interesse sei groß. Man habe Anfragen zum Hygienekonzept von über 15 Vereinen und Klassenvereinigungen aus ganz Deutschland erhalten. “Denen haben natürlich gerne unsere Konzepte zur Verfügung gestellt”, sagt Bühmann. Im Großen und Ganzen sei es wohl ein großer Schritt zur Normalität im Segelsport 2020 gewesen.

Ergebnisse Pfingstwettfahrten Steinhuder Meer

Foto-Galerie Sportbuzzer

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

2 Kommentare zu „Erste Klassen-Regatta in Corona-Zeiten: 102 Segler am Steinhuder Meer“

  1. avatar Frank Beier sagt:

    Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Regattapremiere 2020! Gut gemacht!!

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  2. avatar Reto Huber sagt:

    Die erste Regatta in Deutschland seit Corona war das Baltic 500, organisiert vom Yacht Club Strande. Danke nochmal!

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