eSailing Champions League: Finn-Champ gewinnt für Palma – Schlei Segel-Club Sechster

Sieg der Einhörner

Der amtierende eSailing-Weltmeister Juan Cardona gewinnt die erste Champions League im eSailing für seinen Real Club Nautico de Palma. 170 Clubs aus 23 Ländern haben teilgenommen. Luke Willim bester Deutscher.

Eigentlich sollte Cardona (r.) aus dieser Position nicht gewinnen können. Er schafft es dennoch. © Virtual Regatta/SCL

Beim eSailing helfen Juan Cardona seine 1,90 Meter Körpergröße und 101 Kilogramm Muskelmasse nicht wirklich. Die benötigt er als Grinder beim spanischen SailGP-Foiler-Team und zum Finn-Dinghy-Segeln, um sich möglicherweise noch den letzten europäischen Olympia-Platz  zu sichern, der beim Gold-Cup (4.–12. Mai) in Porto vergeben wird –  4. nach zwei Rennen bei der Finn-EM. Aber der 22-jährige Spanier aus Mallorca hat auch Nerven aus Stahl. Bei der Premiere der „eSAILING Champions League powered by BAY” hat er für seinen Real Club Nautico de Palma den Titel in einem Herzschlagfinale gewonnen.

Zweimal entschied er die beiden Finalrennen der besten Vier auf den letzten Metern und  holte sich die nötigen beiden Siegpunkte.

Die entscheidende Szene im zweiten Finallauf:

Die Entscheidung kurz vor dem Ziel im ersten Finalrennen:

Die Premiere der „eSAILING Champions League powered by BAY“ (eSCL) versammelte 170 Clubs aus 23 Ländern und vier Kontinenten an den virtuellen Startlinien. Zur Finalrunde qualifizierten sich nach drei Vorrundenregatten schließlich 46 Vereine aus zwölf Nationen. Zwölf Clubs schafften es ins Halbfinale und vier zogen in das Superfinale ein.

Der Finalmodus © SCL

Dabei zeigte sich unter anderem, wie sich die weltweite Hierarchie im eSailing manifestiert. Der Erfolg von Cardona ist kein Zufall. Er gehört dem E-Sport-Team Unicorns of Love an, das eigentlich bei Online-Spielen wie dem im Monat von mehr als 100 Millionen Menschen gespielten League of Legend oder dem Ego Shooter Counter Strike aktiv ist. Es hat 2021 eine eigene eSailing Mannschaft mit fünf Spielern gegründet, in der der unter anderem der beste deutsche eSegler Jonathan Koch vom Bodensee-Yacht-Club Überlingen aktiv ist.

Kurz vor dem Ziel beim Finale der besten Vier © Virtual Regatta/SCL

So kam sich der portugiesische Skipper vom Clube Naval de Cascais im Vierer-Finale ziemlich verloren vor gegen die Übermacht der drei klassisch pink gefärbten UOL-Spieler aus Spanien, Frankreich und Portugal, die schließlich auch die ersten drei Plätze belegten.

Cardona konnte sich schließlich nur hauchdünn gegen den gleichaltrigen eSailing Vize Weltmeister von 2019 Tristan Péron (WM-Teilnehmer im 420er) durchsetzen, der für den Verein Brest Bretagne Nautisme startet. Dessen Fehler kurz vor der Ziellinie brachte dem Finnsegler aus eigentlich aussichtsloser Position den Sieg. Einhorn-Teamgefährte Martim Fernandes, portugiesischen Laser- und Moth-Segler für den Clube Internacional da Marina de Vilamoura, wurde Dritter.

Ergebnisse des Halbfinals. Die besten Vier kommen ins Finale.

Luke Willim (Schlei Segel-Club) und Lukas Feuerherdt (Blankeneser Segel-Club) hielten die deutschen Fahnen hoch, die sich im Halbfinale punktgleich auf den Plätzen sechs und sieben einordneten und damit das Finale um drei Punkte verpassten. Beide Segler sind für ihre Vereine in der realen 1. Segel-Bundesliga am Start. Willim war einer der besten 49er Nachwuchssegler und steuert jetzt auf eine mögliche 470er-Mixed-Kampagne für 2024 zu. Feuerherdt war schon Deutscher Meister im Laser.

Der Schlei Segel-Club im Halbfinale © Virtual Regatta/SCL

Die Veranstalter der eSCL sind sehr zufrieden mit der von der BAY GmbH präsentierten Premiere: „Das war ein unglaubliches Finale! Die letzten Rennen entschieden Millimeter. Großartiger eSport, den die Spieler gezeigt haben und es ging in der Community sehr freundschaftlich und respektvoll zu. Wir sind stolz, ein solches eSport-Event auf die Beine gestellt zu haben. Wir freuen uns aber auch sehr darauf, unserer eSegler im Laufe des Jahres bei unseren Liga-Events auf dem Wasser wiederzusehen“, erklärt Oliver Schwall, Geschäftsführer der SAILING Champions League GmbH.

In der Finalrunde starteten 46 Clubs. Sie segelten in drei Gruppen jeweils vier Rennen. Aus der Gruppenphase zogen die besten vier Clubs aus jeder Gruppe in das Halbfinale mit den besten Zwölf ein. Nach drei weiteren Rennen kämpften wiederum die besten vier Clubs im sogenannten „Final Four“ um den Titel. Der erste Club, der zwei Rennsiege einfährt, gewinnt – wie in der richtigen SAILING Champions League (SCL).

Gewinner Cardona freut sich über ein iPad und eine passende Tasche aus altem Segeltuch, das bei den SCL-Regatten ausgedient hat. Der Zweit- und Drittplatzierte gewinnen ebenfalls eine Tasche aus recycelten Segeln.

Die gesamte Übertragung:

Tipps vom Weltmeister:

Eventseite eSailing Champions League mit ausführlichen Ergebnissen

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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