eSailing: Türken dominieren Piraten-World-Cup – 42 Teilnehmer aus 6 Nationen

Chance in der Krise

Auf politischer Ebene mag es zwischen der Türkei und Deutschland nicht  zum Besten stehen. Dass der Sport solche vermeintlichen Grenzen mühelos überschreitet, hat eine Initiative der Piraten-Klassenvereinigung bestätigt. Ihr gelang in Corona-Zeiten ein schönes Stück Völkerverständigung.

Während auch in der Piraten-Klasse das Wettkampfgeschehen auf dem Wasser brach liegt und zuletzt die Deutsche Meisterschaft am Dümmersee auf den September verschoben werden musste, hat sich die Community einen hübschen Nebenschauplatz gesucht. Das virtuelle Wasser.

© Enno Beuing (StPauli_Segeljugend)

Die Berliner Andi Ebel (Tegeler Segel-Club) und Klaus Ewert (Segler-Club Oberspree) mit Unterstützung von Linda van der Wal (Tegeler Segel-Club) hatten die Idee, unter den internationalen Mitgliedern der Piraten-Klasse einen eSailing-Worldcup auszusegeln und bekamen positives Feedbeck insbesondere aus der Türkei. Kerem Kilic, einer der besten türkischen eSailor übernahm die technische Organisation mit dem Virtual Regatta Inshore Programm und prompt meldeten 41 eSkipper aus fünf Ländern.

Dabei waren insbesondere Deutschland mit 14 und die Türkei mit 15 Teilnehmern die aktivsten Länder. Je weitere vier eSkipper kamen aus der Schweiz, Ungarn und Chile, wo der Pirat einige Fans gefunden hat und auch schon die SegelReporter-Flagge gesetzt wurde.

Nach einer heiß umkämpften Gruppenphase zeigten insbesondere die Türken, dass sie im eSailing eine Macht sind. Kein Wunder. Insbesondere Kaan Mazlumca (Nickname: Havuc) erzeugte in der türkischen Segel-Community 2019 Aufmerksamkeit für die virtuellen Segelei, nachdem er als Führender der WM-Serie die Bermuda-eSailing-WM-Finals der besten acht eSailor der Welt bestritten hatte.

Beim Pirat-Corona E-Worldcup erreichten jedenfalls 13 Türken das Finale der besten 20. Sechs deutsche eSailer qualifizierten sich und ein Schweizer. Es siegte schließlich Mit-Organisator Kerem Kilic vor Landsmann Eren Can Altun, die andererseits auf dem echten Wasser der deutschen Übermacht im Piraten noch wenig entgegenzusetzen haben. Bei der Piraten-EM 2019 im türkischen Bayramoglu segelten sie auf die Plätze 41. und 33.

Das beste deutsche eBoot steuerte die Hamburgerin Svenja Thoroe auf Rang drei. Sie ist die amtierende Pirat-Vize-Europameisterin und Ranglisten-Erste 2019 mit Klassen-Urgestein Karsten Bredt an der Vorschot. Auch der Berliner Andreas Ebel, der beim Corona E-Worldcup Rang vier belegte, gehört zur Piraten-Spitze mit dem 5. EM-Platz bei der Euro 2019 und Platz drei der Rangliste.

Das Treffen auf dem virtuellen Wasser half dabei, die bei der Piraten-EM in der Türkei frisch geknüpften Kontakte zu festigen. In Bayramoglu waren 45 Crews an den Start gegangen (Ergebnisse).

Die Piraten-Flotte bei der EM 2019 in der Türkei. © piratturk

Auch wenn die gute Stimmung diesmal nur in der für den E-Worldcup eingerichteten WhatsApp-Gruppe zum Tragen kam, so haben die Beteiligten dieses virtuelle Treffen als Chance in der aktuellen Krise wahrgenommen. Es soll nicht das letzte gewesen sein.

Die Finalrennen – mit türkischem Kommentar 🙂

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