eSailing: Wie Überlinger die Jugend bei Laune halten – Champions League mit 238 Skippern

Vorfreude auf die Saison

Es ist dieser Tage nicht einfach, das seglerische Clubleben aufrecht zu halten. Am Bodensee klappt das zumindest für die Jugend ganz gut – mit eSailing. Es geht um Eisgutscheine und Champions-League-Plätze.

Das erste Rennen der Überlinger eSailing Jugendmeisterschaft im Laser.

Trotz der Pandemie hoffen viele Segler auf eine einigermaßen unbeschwerte Saison 2021. Die Vorfreude stirbt zuletzt. Umso mehr, weil viele Segelvereine das eSailing entdeckt haben. Mit Virtual Regatta Offshore segelten mehr als eine Millionen Skipper bei der Vendée Globe mit. Und auf der Virtual Regatta Inshore Plattform loggten sich 2020 bis zu 200.000 Spielern im Monatein.

Nun entdecken immer mehr Vereine und Coaches, dass sich insbesondere das Inshore Game bestens dazu eignet, taktische Abläufe für das reale Segeln verständlich zu machen. So ist es kein Zufall, dass die besten eSeglern der Welt auch auf dem realen Wasser oft eine gute Figur machen. Der aktuelle eSailing-Weltmeister Joan Cardona (22) ist auch zweifacher Junioren-Weltmeister im Finn Dinghy und auf dem Sprung zu Olympia. Ebenso ist der gleichaltrige Holländer Bart Lambriex einer der besten 49er- wie auch eSailor der Welt.

Entsprechend größer wird die Attraktivität des Spiels. Der Weltseglerverband hat dem virtuellen Segeln seinen Segen gegeben, seit auch das IOC möglichen olympischen Ambitionen nicht mehr abgeneigt ist. So hat sich schon der Vorsitzende Thomas Bach positiv zu einer Integration der eSpiele als Olympische Disziplin geäußert, sofern es sich um echte Sportsimulationen handelt – wie etwa beim Segeln. Bei den Asienspielen 2022 gehört eSport als Disziplin erstmalig zum offiziellen Programm.

Taktik-Schulung mit eSailing

Solche Aussichten mögen in ferner Zukunft liegen, aber sie bestätigen die Ernsthaftigkeit beim Umgang mit dem Thema. Bei dem Segelspiel kommt dazu, dass es sich ausgezeichnet für die Taktik-Schulung eignet. Wie man diesen Effekt ausnutzen kann, um im Winter und speziell während der Covid-19-Pandemie die Jugendlichen bei Laune zu halten, zeigt der Bodensee-Yacht-Club Überlingen.

Der souveräne Aufsteiger in die erste Segel-Bundesliga hat den Schwung aus der realen Regattasaison genutzt, um eine eSailing Trainingsserie auszuschreiben. An sechs Tagen vermittelten Coaches über den spielerischen Umgang mit der Software taktische Grundlagen. Und am Ende konnte das Gelernte bei der Überlinger eSailing Jugendmeisterschaft gezeigt werden.

16 Jugendliche aus den Überlinger Segelvereinen nahmen teil. Der BYCÜ-Jugendleiter organisierte die Rennen per Zoom-Konferenz, die Rennen wurden von Marvin Frisch, (zweimaliger deutscher Meister im Optimisten, 5ter bei der Opti-Weltmeisterschaft) und Jonathan Koch (Vize-deutscher Meister im E-Sailing und aktuell bester Deutscher in der WM-Wertung) kommentiert. Im Livechat beantworteten beide die Fragen der Zuschauer.

Sieger Constantin Troeger und die punktgleiche Tamina Polte haben damit einen Startplatz für den Bodensee Yacht Club Überlingen bei der E-Sailing Champions League gewonnen. Die drittplatzierte Amelie sowie die viertplatzierte Lisa gewannen ein Schnuppertraining mit dem Bundesligateam des BYCÜ. Alle weiteren Teilnehmer erhalten einen Eisgutschein.

Ergebnisse

 


Damit tritt der BYCÜ mit drei Spielern bei der ersten eSailing Champions League Serie an, die von der Hamburger Konzeptwerft organisiert wird. Am 5. März starten die ersten Rennen 238 Skipper aus 23 Nationen sind dabei, darunter Südafrika, Australien und Argentinien. Das größte Kontingent stellt Deutschland mit 77 Skippern. Maximal drei Segler dürfen pro Verein an den Start gehen.

Das Feld wurde in 12 Gruppen eingeteilt, die sich bei drei Events für die nächste Runde qualifizieren können. Die besten zehn Spieler der Welt sollen für die Regatta gemeldet haben.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „eSailing: Wie Überlinger die Jugend bei Laune halten – Champions League mit 238 Skippern“

  1. avatar Kristian Raue sagt:

    das braucht es halt einen innovativen, nach vorne schauenden Segelverein mit aktiver Jugendarbeit. Bravo!

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