Extreme Sailing Series: Extreme 40s bald wieder in Deutschland?

"Hut in den Ring"

Zwei der acht Austragungsorte der Kat-Serie für 2015 sind noch offen. Kiel will wieder dabei sein. Bewerbungsfrist endet am 25. April.

Extreme Sailing Kiel

Alte Zeiten. 2010 waren in Kiel gleich zwei deutsche X40 Kats am Start. © EXSS

Unvergessen sind die Eventtage der Extreme Sailing Series 2010 bei den Segelfans im Norden, als 65.000 Zuschauer an einem verlängerten Wochenende die Rennen zur Extreme Sailing Series auf der Kieler Innenförde verfolgten. Die zwölf Meter langen Katamarane sorgten unmittelbar vor der Kaimauer für atemberaubenden Sport.

Doch das war eben zuletzt vor vier Jahren der Fall. Die Regatta tourt seitdem rund um den Globus, zurzeit beim 2. Act im Sultanat Oman. Die – vor allem auch finanziellen – Anforderungen des Veranstalters OC Sports waren für deutsche Städte eine Nummer zu groß. Doch jetzt keimt wieder Hoffnung auf: Für 2015 sind zwei Austragungsorte vakant, der Bewerberprozess ist eröffnet.

„Ja, wir wollen unseren Hut wieder in den Ring werfen“, sagt Axel Bauerdorf, zuständiger Geschäftsbereichsleiter bei der Kiel-Marketing GmbH. Das mehrfach bewährte Revier an der Kiellinie gehörte von 2008 bis 2010 zur Extreme Sailing Series. Die Schokoladenseite von Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt gilt zweifelsohne als ideal für das Konzept der publikumsnahen Stadionwettfahrten. Zuletzt hatten dort die MOD70-Trimarane ihren Ausgangspunkt für die Europa-Tour 2012.

Deutscher Markt interessant

Und dass der deutsche Markt für OC Sports und deren Partner grundsätzlich hochinteressant ist, hatte CEO Mark Turner immer wieder betont. Er hätte am liebsten ein deutsches Boot in der Serie. Das gab es 2011 noch einmal dank Marinepool (Plannegg), den Ausrüster der gesamten Serie.

Wirsol Kat, Kiel

Die Mittelmeier-Brüdern mit dem Wirsol Kat in Kiel 2010. © Team Gäbler

Der Auftritt von Skipper Roland Gäbler und seinem Team litt aber seinerzeit unter schmalem Budget und mäßigem Erfolg. „Die Elemente und Strukturen sind und bleiben in Deutschland vorhanden“, so Turner, „es fehlt vielleicht an Mut und Entscheidungsfreude.“

Knackpunkt für Kiel dürfte erneut die Finanzierung werden. Bares ist von der öffentlichen Hand in Deutschland für kommerzielle Sportevents kaum noch zu erwarten. Deren Unterstützung beschränkt sich zumeist auf die Überlassung der Veranstaltungsflächen und Logistik wie Müllabfuhr etc.

Angespannte Haushalte

Doch auch das ist durch angespannte Haushalte und Teilprivatisierungen schwieriger geworden. Gelingen kann es letztlich nur durch eine clevere lokale Vermarktung des Events. Sponsoren und Standbetreiber müssen zusätzlich Geld einspielen. Hierfür hat Kiel.Sailing City starke Referenzen.

Sogar Großstädte wie Hamburg und Berlin waren schon als potentielle Austragungsorte im Gespräch. Doch bislang fehlte es dort genauso an mutiger Initiative wie bei Kiels Ostseenachbarn in Lübeck-Travemünde und Rostock-Warnemünde.

Dem Segelstandort Deutschland jedenfalls täte ein möglichst wiederkehrendes, professionelles Regattaevent ab 2015 wie die Extreme Sailing Series in puncto Identifikation und Anerkennung sicher gut. Und zumindest eine Wildcard für das Heimspiel wäre für ein hiesiges Team auch zu kriegen.

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2 Kommentare zu „Extreme Sailing Series: Extreme 40s bald wieder in Deutschland?“

  1. avatar Yachti sagt:

    Hoffen wir, dass die Extreme Sailing Series nach Deutschland kommt. Eine Nation, die sich Segelnation schimpft, weil sie seglerisch so begabte Personen hervorbringt, dass es kein Team bei Olympia in die Medalraces schafft.
    Ein würdiger Austragungsort oder nicht?

    Man muss endlich mal begreifen, dass die großen Zeiten wieder vorbei sind und mehr getan werden muss.
    Hut ab vor Erik Heil und Thomas Plößel, aber ich finde es armselig, dass sie die einzigen sind, die überhaupt im entferntesten in den Medien gehyped werden.

    Traurig!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 3

  2. avatar sailer66 sagt:

    Natürlich wäre es schön ein solches Event wieder in Deutschland zu haben.

    Wenn allerdings von Seiten des Veranstalter gewisse finanzielle Vorleistungen erwartet werden, die Kosten bei einem eventuell “nicht den Erwartungen” entsprechenden Verlauf auf die öffentlichen Kassen fallen, sprich Miese aus Steuergeldern – Gewinne überwiegend in die Kasse der Veranstalter der Extreme Sailing Series – dann ist das eine sehr einseitige Verteilung des Risikos.
    Wenn der Deutsche Markt für die Veranstalter und Sponsoren sehr interessant ist, dann sollte hier auch für sie die Gesetze der Marktwirtschaft gelten – no Risk – no Fun.
    Dass nun zwei Austragungsorte vakant sind könnte eventuell darauf hindeuten, dass andere, frühere Locations einfach nicht mehr das Geld haben oder ausgeben möchten, um gewissen Sponsoren ihren Werbeauftritt noch zu finanzieren.
    Denke, Kiel sollte ganz genau rechnen, was am Ende dem Steuerzahler die Sache koste oder was in die öffentlichen Kassen zurück fließt. Wenn man schon Geld in die Hand nimmt und ausgeben möchte, sollte daran gedacht werden, dass es ganz bestimmt auch genügend Projekte gibt, von der Förderung des Segelnachwuchs bis hin zu sozialen Projekte, wo Geld auch sinnvoll ausgegeben werden kann…
    Ob die Extreme Sailing Series nun ein riesen Gewinn für den deutschen Segelsport ist und nach der Veranstaltung tausende neue Segler losrennen um sich ein Boot zu kaufen, darf eventuell bezweifelt werden. Am Ende wollen die Veranstalter nur ihre Produkte verkaufen und der Segelsport ist halt auch nur ein Marketing Instrument unter vielen.

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