Farr 40 Worlds: Ehepaar Schäfer Weltmeister nach 16 Jahren – Dramatisches Finale

"Es gibt da einen Mann im Himmel..."

Wolfgang Schäfer hat seine “Struntje light” in Chicago zum WM-Titel geführt. Er siegte wie gewohnt mit Ehefrau Angela an seiner Seite nach einem dramatischen letzten Rennen.

Entscheidender Zieleinlauf im letzen Rennen. “Struntje light” ist schon durch und wartet hinter der Linie. “Plenty” (l.) darf nicht Zweiter werden und wird auch nur 4.

“Okay, es gibt da einen Mann im Himmel, der uns da durchziehen kann. Und dann tat er es!” Wolfgang Schäfer hat es endlich geschafft. 16 Jahre nach seinem Einstieg in die Farr40 steht der Lüneburger Frauenarzt ganz oben in der Ergebnisliste einer der wichtigsten Onedesign-Kielboot-Klassen.

Farr 40

“Struntje light” bei der Annäherung zur Luvtonne. © Ian Roman / Farr 40 Worlds 2018

Die Entscheidung fiel erst auf der letzten Vorwind-Strecke der WM vor Chicago. “Struntje light” segelte den einzigen Sieg in der Serie mit elf Rennen, und das reichte, um in der 14-Boote-Flotte den Titel mit einem Punkt Vorsprung zu holen. Er verdrängte den Amerikaner Alex Roepers auf “Plenty”, der von keinem Geringeren als dem Amerikaner Terry Hutchinson beraten wurde, dem weltweit dominierenden Taktiker der vergangenen Jahre.

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Das Siegerteam feiert ausgelassen. © Ian Roman / Farr 40 Worlds 2018

Aber auch Schäfer hat in seinem von Italienern dominierten Team professionelle Hilfe auf höchstem Niveau. Er kommt schon seit einiger Zeit bestens zurecht mit Iain Percy, dem britische Olympiasieger und Artemis-America’s-Cup-Taktiker.

Die Crew der “Struntje light”

“Struntje light” und “Plenty” waren punktgleich in den letzten Tag gegangen vor den finalen drei Rennen. Das deutsche Boot setzte sich früh durch und schien den Meisterschaftstitel nach dem ersten Rennen mit Rang zwei schon in der Tasche zu haben. Aber dann folgte im zweiten Rennen ein brutaler neunter Platz, der die drei-Punkte-Führung in einen Rückstand verwandelte. “Da hatten wir etwas zu viel Pech”, sagt Schaefer. Aber das änderte sich dann im finalen Lauf. “Wir wussten nicht genau, wie viele Punkte zwischen uns liegen.” Der Zieleinlauf der Gegner im zweiten Tagesrennen war etwas unübersichtlich. Aber schließlich lagen sich die zehn Segler doch in den Armen.

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Schäfer konzentriert an der Pinne. © Ian Roman / Farr 40 Worlds 2018

“Ich segele diese Regatta seit 2002 – mit wenigen Ausnahmen. Die Teams hier in Chicago befinden sich auf einem sehr hohen Niveau. Es macht so viel Spaß, gegen sie zu segeln”, sagte Schäfer. “Wir kennen unsere Freunde Alex Roepers und Alberto Rossi schon lange – sie sind der Grund, warum wir seit so vielen Jahren Teil der Klasse sind. Das ist die Farr 40 für mich.”

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Entscheidung im 7. Rennen. Der bis dahin dominierende J/70 Europameister Alberto Rossi (r.) wendet an der Luvtonne rein und wird nach den Strafkreisen 12. © Ian Roman / Farr 40 Worlds 2018

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Farr 40 vor der Skyline von Chicago. © Ian Roman / Farr 40 Worlds 2018

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14 Yachten an der Startlinie. © Ian Roman / Farr 40 Worlds 2018

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Das Struntje Team auf der Kreuz. © Ian Roman / Farr 40 Worlds 2018

Wolfgang Schäfers italienisch dominierte Crew mit Taktiker Ian Percy

1. Struntje light, Wolfgang Schaefer – 39pts
2. Plenty, Alex Roepers – 40pts
3. Flash Gordon 6, Helmut & Evan Jahn, 53pts
4. Enfant Terrible, Alberto Rossi – 53pts
5. Norboy, Leif Sigmond & Marcus Thymian – 60.4pts
6. ZEN, Gordon Ketelbey – 75pts
7. Edake, Jeff Carter – 79pts
8. Hot Lips, Christopher Whitford – 87pts
9. Eagles Wings, John Gottwald – 90pts
10. Asterisk, Hasip Gencer – 105pts
11. Inferno, Phillip Dowd – 106pts
12. Blade 2, Mick Shlens – 107pts
13. Taipan, Lloyd Karzen – 127pts
14. Hooligan, Joel Carroll – 135pts

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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2 Kommentare zu „Farr 40 Worlds: Ehepaar Schäfer Weltmeister nach 16 Jahren – Dramatisches Finale“

  1. avatar Fastnetwinner sagt:

    Es sei ihnen voll gegönnt. One-Design at it’s best.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

  2. avatar Manfred sagt:

    Glückwunsch an Familie Schäfer und die STRUNTJE LIGHT Crew!
    Nach wie vor ne tolle Klasse und mit 14 Owner/Driver Yachten in Chicago eine WM auszurichten ist für mich bedeutender als die ewigen Berichterstattungen von Wettbewerben mit 6-8 Booten, ob die nun “Extrem” oder “foilen” im Namen tragen.

    Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

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